1256 Kilometer auf dem Rhein-Radweg

12.09.2016

Mainpost 12.09.2016

HERLHEIM

1256 Kilometer auf dem Rhein-Radweg

Von der Schweiz bei Chur bis zum Mündungsdelta in Holland erstreckt sich der Rhein-Radweg, dessen Streckenlänge offiziell mit 1230 Kilometern angegeben wird. Je nach Wahl der Teilstrecken, die rechts und links des Flusses zu finden sind, kann diese Länge allerdings erheblich differieren.

Fred Krauß aus Herlheim legte auf seinem Drahtesel 1256 Kilometer zurück, obwohl er sich erst bei Lindau in den Radweg einklinkte und wegen eines Nabenbruchs am Hinterrad 40 Kilometer vor Rotterdam, seinem anvisierten Ziel, aufgeben musste.

Vor Beginn der Radtour stand zunächst allerdings die Reise mit Fahrrad und dem auf sechs Taschen verteilten Gepäck von 38 Kilogramm mit einem Fernreisebus nach Lindau an. Danach radelte Krauß dann südlich entlang des Bodensees, streifte Konstanz und machte natürlich Halt beim Rheinfall bei Schaffhausen, dem größten Wasserfall Europas. Über Basel ging es dann weiter nach Straßburg.

Vier Länder in drei Tagen

Nach drei Tagen hatte der begeisterte Biker somit bereits die vier Länder Österreich, Schweiz, Frankreich und natürlich Deutschland angefahren. Vorwiegend auf der linken Rheinseite ging es die nächsten Tage dann über Speyer, Mainz, Köln und Duisburg weiter. Schließlich erreichte Krauß sein fünftes europäisches Land, die Niederlande. Über Nijmegen sollte es entlang des Rheinarmes „Waal“ weiter bis Rotterdam gehen. Die Hinterradpanne beendete dieses Vorhaben dann allerdings 40 Kilometer vor dem Ziel abrupt.

Ganz besonders genoss Fred Krauß, wie er berichtet, während seiner zehneinhalb Tage dauernden Fahrt den Blick auf den Rhein und die sehenswerte abwechslungsreiche Landschaft. Trotz der Tagesetappen zwischen 80 und 170 Kilometern hatte er genügend Zeit, auch einmal anzuhalten, die Ausblicke zu genießen und sich an der Natur zu erfreuen, machte er sich doch täglich bereits um sechs Uhr auf die Weiterfahrt.

Besichtigungen in den Städten

Auch in einigen Städten legte der Herlheimer kurze Stopps ein und besichtigte Sehenswürdigkeiten wie die Dome von Speyer, Worms und Köln. Die Fahrt durch Städte, hier erwähnte er besonders das dicht besiedelte Ruhrgebiet, bezeichnete der Herlheimer allerdings als nervig.

Meist verbrachte Krauß die Nacht in seinem Wurfzelt auf Campingplätzen, die in kurzen Abständen auf der Strecke zu finden waren. Nach einem Regentag bevorzugte er allerdings die Übernachtung in einer Jugendherberge. Dieser regnerische Tag und auch einige weitere Regenschauer hielten den begeisterten Biker allerdings nicht von der Weiterreise ab. Schließlich fehlte in seiner Ausstattung auch ein Regenponcho nicht. Außerdem lagen die Temperaturen immer in einem angenehmen Bereich, so dass es nie unangenehm wurde.

Als Supererlebnis bezeichnete Fred Krauß die Begegnung mit anderen Gleichgesinnten. Nie war man alleine, berichtete er begeistert. So habe er viele nette Reisebekanntschaften gemacht, mit denen er auch oft gemeinsam fuhr. Mit einigen ein oder gar zwei Tage, mit anderen nur wenige Stunden. Oft gab es auch spontan Unterhaltungen mit Vorbeifahrenden. Sehr viele Franzosen und erstaunlicherweise auch zahlreiche Engländer waren auf dem Radweg unterwegs. Sich mit den Menschen aus diesen Ländern zu unterhalten und die mitgebrachte Verpflegung miteinander zu teilen, war für ihn einer der Höhepunkte der Reise, so der Herlheimer begeistert.

Die Panne

Nach der Radpanne fuhr Krauß mit Bus und Zug bis nach Venlo, wo er dann von seiner Ehefrau Edel abgeholt wurde. Für die 1256 Kilometer musste er 71,5 Stunden Rad fahren und die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 17, 5 Stunden, rechnet der Biker vor. Außerdem habe er 106,69 Liter bleifreien Supersprit nicht gebraucht, wie sein Fahrradtachometer errechnete.

 

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