Belectric: Fließt bald sogar wieder mehr Gewerbesteuer

03.03.2017

Mainpost 03.03.2017

KOLITZHEIM

Belectric: Fließt bald sogar wieder mehr Gewerbesteuer?

Ein Thema, das in den Bürgerversammlungen in der Großgemeinde Kolitzheim zur Sprache kam, waren etwaige negative Auswirkungen durch den Verkauf der Kolitzheimer Belectric Solar & Battery GmbH an die grüne RWE-Tochter Innogy auf die Gemeindefinanzen, sprich durch die Fusion bedingte mögliche Gewerbesteuerausfälle. Zudem wurde die Frage nach dem künftigen Sitz des Solarunternehmes aufgeworfen, der Gerüchten zufolge verlegt werden soll. Wir haben nachgehakt und nachgefragt.

Zum Thema Gewerbesteuer könne er aus Datenschutzgründen keine öffentlichen Aussagen treffen, so Kolitzheims Bürgermeister Horst Herbert auf Anfrage dieser Redaktion.

Operatives Geschäft bleibt vor Ort

Seinen Informationen zufolge bleibe aber das operative Geschäft von Innogy in Kolitzheim. Gleiches gelte für alle Mitarbeiter, die von Belectric in die neue Firma gewechselt sind. Finanzielle Einbußen für die Gemeinde werde es demnach definitiv nicht geben, so der Bürgermeister.

Im Gegenteil, die Gemeinde erwarte wieder steigende Gewerbesteuereinnahmen. Der Firmensitz spiele dabei nicht die entscheidende Rolle, da die Gewerbesteuer in aller Regel auf die Betriebsgemeinden aufgeteilt werde, erklärt Horst Herbert.

Arbeitsplätze bleiben durch Verkauf erhalten

Von Bedeutung seien seines Erachtens aber auch die Arbeitsplätze, die durch den Verkauf erhalten wurden, so Horst Herbert. Der Standort selbst werde durch den Verkauf letztendlich gestärkt, ist sich der Bürgermeister sicher.

Verlagerung des Firmensitzes steht nicht zur Debatte

Zum Thema Firmensitz gebe es derzeit keinerlei Diskussionen, ist aus der Belectric-Zentrale in Kolitzheim zu vernehmen. Wer die Gerüchte von einer angeblichen Verlagerung nach Kitzingen in Umlauf bringe, sei dem Unternehmen nicht bekannt.

Verkauf ist unter Dach und Fach

Derweil haben die RWE-Tochter Innogy SE und die Belectric-Gruppe die Transaktion zum Verkauf des internationalen Solar- und Batteriespezialisten Belectric Solar & Battery GmbH an Innogy inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Damit ist dieser Zweig von Belectric als unterfränkischem Vorzeigeunternehmen in der Solarbranche nun eine 100-prozentige Tochter von Innogy.

Das hat Innogy gezahlt

Ende August hatten beide Unternehmen bekanntlich einen entsprechenden Kauf- und Abtretungsvertrag unterzeichnet. Mittlerweile liegt auch die Zustimmung der Kartellbehörden vor. Der Kaufpreis liegt im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, teilt Innogy mit.

Die Übernahme von Belectric Solar & Battery mache Innogy mit einem Schritt zu einer internationalen Größe auf dem Markt für Freiflächen-Solarkraftwerke und Batteriespeicher, ist aus Essen zu hören. Diese Technologien würden einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau des dezentralen, regenerativen Energiesystems der Zukunft leisten.

Belectric schließt Innogy-Lücke

Innogy-Vorstandsvorsitzender Peter Terium, betont in einer Pressemitteilung zum Erwerb von Belectric Solar & Battery: „Bei Freiflächen-Solarkraftwerken hatten wir noch Nachholbedarf. Diese Lücke haben wir nun geschlossen.“

Mit der neuen Tochtergesellschaft Belectric sei Innogy ideal aufgestellt, um großflächige Photovoltaik-Projekte in Europa und in den Wachstumsregionen des Unternehmens erfolgreich umzusetzen.

Belectric werde gemeinsam mit Innogy Freiflächen-Solarkraftwerke entwickeln, errichten und betreiben. Daneben wird Belectric wie in der Vergangenheit weiterhin Leistungen in den Bereichen Engineering, Einkauf und Bau sowie Betrieb und Wartung für Dritte anbieten. Dabei werde das Unternehmen auch in Regionen aktiv sein, die nicht zu den Zielmärkten von Innogy für eigene Projektentwicklung zählen. Zudem sei Belectric erfolgreich auf dem Gebiet der Batteriespeicher tätig.

Belectric-Knowhow hilft auch auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien weiter

Mit ihrem Knowhow würden die Experten von Belectric um Unternehmensgründer Bernhard Beck Innogy ferner auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien in Sachen Projektentwicklung, Projektmanagement und Vermögensverwaltung stärken, teilt Innogy weiter mit.

Firmengründer Bernhard Beck hatte den Verkauf der Solar- und Energiespeichertechnologie seinerzeit als Teil einer gezielten und seriösen Wachstumsstrategie bezeichnet, um das Geschäftsfeld als Tochter der Innogy nach den in der Solarbranche schwierigen Zeiten fit für die Zukunft zu machen und den Mitarbeitern sichere Jobs zu bieten.

Innogy habe sowohl das finanzielle Rückgrat als auch die energiewirtschaftliche Kompetenz für die nachhaltige Zusammenarbeit in Deutschland, Europa und weltweit, bekräftigte Bernhard Beck in diesem Zusammenhang gegenüber unserer Redaktion.

Was von der Belectric-Gruppe eigenständig bleibt

Die anderen Geschäftsbereiche der Belectric-Gruppe bleiben laut Bernhard Beck in eigenen Händen und werden unter neuem Namen mit eigenem Management fortgeführt. Darunter fallen Sparten wie Elektromobilität, Organische Solarzellen, Immobilienwirtschaft und Automotive oder auch der in Kitzingen betriebene Innopark.

RWE-Tochter Belectric

Die vom RWE-Ableger Innogy übernommene Kolitzheimer Belectric Solar & Battery Holding hat in mehr als 15 Jahren Erfolgsgeschichte über 280 Freiflächen-Solarkraftwerke und Dachanlagen mit einer Gesamtleistung von 1500 Megawatt (MW) entwickelt und weltweit realisiert.

Zudem betreibt und wartet das Solarunternehmen aktuell weltweit Anlagen mit einer Gesamtkapazität von über 1000 MW Leistung. Novo

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