Blick auf Schlammpresse, Sauerstoffgebläse und ins Labor

11.10.2016

Mainpost 11.10.2016

KOLITZHEIM/SULZHEIM

 

Blick auf Schlammpresse, Sauerstoffgebläse und ins Labor

Schon von Weitem ist die neue Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Kolitzheim/Sulzheim mit den ins Auge fallenden Dachformen auf den Gebäuden und dem gelben Anstrich der Fassaden auf der Anhöhe nordöstlich von Zeilitzheim zu sehen. Beim Tag der offenen Tür hatten nun die Bürger und alle Interessierten die Gelegenheit einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und sich über die Reinigung von Abwasser zu informieren.

Mehr als zufrieden zeigte sich Verbandsvorsitzender Horst Herbert über den regen Andrang interessierter Besucher aus allen an der Kläranlage angeschlossenen Orten und weit darüber hinaus. Selbst aus Bad Neustadt reiste eine Schülerin der fünften Jahrgangsstufe mit ihren Eltern an. Ihr diente die Anlage und deren Funktionsweise als Grundlage für ein Referat.

Zeitweise fanden im Halbstundentakt Führungen mit 20 bis 30 Interessierten statt. Horst Herbert erläuterte die Hintergründe, die zum Bau der neuen Anlage führten und ging auf deren Funktionsweise ein.

Von der Pumpstation in Herlheim und der in Zeilitzheim wird das Abwasser zur Kläranlage gepumpt, gelangt hier durch ein Zulaufbecken ins Rechengebäude mit Rechen und Sandfang, wo die mechanische Reinigung stattfindet.

Weiter wird es dann in das Kombibecken mit dem Belebungs- und Nachklärbecken geleitet. Hier findet die biologische Reinigung statt. Das gereinigte Wasser wird schließlich über einen Messschacht in die Volkach geleitet. Im Schlammsilo wird der aus dem Klärbecken gepumpte Schlamm eingedickt und bei Bedarf an Landwirte zur Verwertung abgegeben. Ist dies nicht möglich kann der Schlamm mit einer Schlammpresse entwässert und in einer großen Halle gelagert werden.

Nach Herberts Erläuterungen führten die Klärwärter Jürgen Rettner und Stefan Hellert die Gruppen durch die Anlage, erklärten vor Ort teilweise bis ins Detail die Funktion der einzelnen Stationen und beantworteten Fragen.

Die Führung begann am Zulaufbecken, wo die Abwässer aus Herlheim und Zeilitzheim ankommen. Stieg den Besuchern bereits hier, im Außenbereich, ein strenger Geruch in die Nase, so wurde dieser im Rechengebäude noch intensiver. Hier werden die gröbsten Stoffe entfernet und Sand kann sich absetzen, ehe das Wasser ins Kombibecken fließt. Um das klarzustellen: Das übrige Gelände und die Gebäude sind geruchsfrei.

Nächste Station war das Betriebsgebäude mit Sozialräumen, Labor und Schaltwarte, dem Hirn der Anlage. Von hier aus wird alles gesteuert und überwacht. Bei Störungen gibt es Alarm. Rund um die Uhr ist ein Klärwärter in Bereitschaft, um dann Probleme zu beheben, erfuhren die Besucher.

Über die Werkstatt ging es ins Maschinenhaus, wo im Erdgeschoss drei Gebläse stehen, die den für die biologische Reinigung benötigten Sauerstoff in die Anlage bringen. Im Untergeschoss sind die Pumpen für den Schlamm installiert. Am Kombibecken erfuhren die Zuhörer eine Menge über die Reinigung im Belebungs- und anschließend im Nachklärbecken. Am Messschacht konnten sie schließlich einen Blick auf das klare, in die Volkach abfließende Wasser werfen.

Auf großes Interesse stieß die Schlammpresse, die aber noch nicht in Betrieb war. Auch das Lager für Trockenschlamm steht bisher leer. Es wurde für die Bewirtung der Gäste genutzt. Das Schlammsilo bot neben einen Blick auf die schwarze Masse einen Überblick über das gesamte Gelände. Bei dem Rundgang nahmen die Besucher einiges Wissen über die Reinigung von Abwasser mit und erfuhren, was mit ihren Beiträgen finanziert wurde.

 

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