Breitbandausbau in der Gemeinde Kolitzheim

03.11.2016

Breitbandausbau in der Gemeinde Kolitzheim

Der derzeitige Ausbau des Breitbandnetzes basiert auf der FTTC-Technik,
d. h., Glasfaser ist vorerst nur bis an einen Kabelverzweiger (KVZ)
gelegt. Die sog. "letzte Meile", also die Verbindung vom KVZ bis ins
Haus erfolgt noch auf bestehenden Kupferleitungen mit entsprechenden
Dämpfungen der Bandbreite. Daher sind in Abhängigkeit von der Länge
der Kupferstrecken in einem Ort unterschiedliche Bandbreiten technisch
bedingt. Die VDSL-Technik der Telekom bringt derzeit max. 50 MBit/s.
Diese Leistung ist aber nur in unmittelbarer Nähe zum KVZ bzw. DSLam
zu erzielen. Die Telekom würde Vectoring gerne anbieten, darf dies aber
auf Grund gesetzlicher Regelungen nur in den Gemeinden, für die sie keine
öffentliche Förderung nach der Breitbandrichtlinie erhalten hat. Diese
Technik scheidet daher im Moment für unsere Gemeindeteile Gernach,
Herlheim, Lindach, Oberspiesheim, Unterspiesheim und Zeilitzheim aus.
Die Gemeinde Kolitzheim hat im neuen Förderverfahren nach der
Bayerischen Breitbandrichtlinie II einen weiteren Ausbau der KVZ in
Herlheim, Lindach, Ober- und Unterspiesheim sowie Zeilitzheim mit
Glasfasertechnologie mit der Telekom vereinbart. Der Vertrag sieht
einen Zeithorizont bis Oktober 2017 vor. Nach diesem Ausbau stehen in
diesen Gemeindeteilen flächendeckend mind. 30 MBit/s zur Verfügung.
Eine weitere Bandbreitenerhöhung ist technisch nur mit Vectoring, einer
Weiterentwicklung der VDSL-Technologie oder FTTH (Glasfaser bis
in das Haus) möglich. Die zukunftsträchtigste Lösung wird im FTTHAusbau
gesehen. Eine Förderung des Ausbaues im Gemeindeteil
Kolitzheim scheidet wegen der vorhandenen Vermittlungsstelle im Ort
aus. Für den Gemeindeteil Stammheim hat die Telekom im Rahmen der
Markterkundung einen eigenwirtschaftlichen Ausbau angemeldet.
Für die Planungen zum FTTH-Ausbau hat die Gemeinde Kolitzheim
als wahrscheinlich erste Gemeinde im Landkreis Schweinfurt eine
Genehmigung nach der Breitbandrichtlinie des Bundes erhalten. Wir
haben auch bereits ein Planungsbüro mit der Konzeption eines FTTHNetzes
beauftragt. Die Ergebnisse werden uns wahrscheinlich im
Frühjahr 2017 vorliegen. Ein flächendeckender, vollständiger Ausbau
in der gesamten Gemeinde ist aber realistischer Weise nur langfristig
umsetzbar. Denn dazu müsste jedes Anwesen mit Glasfaser angebunden
werden. Kilometerweise müssten Straßen und Gehwege aufgegraben
werden, ganz zu schweigen von den Hofflächen, Einfahrten oder Gärten
der einzelnen Grundstücke. Wir haben vor etwa 4 Jahren damit begonnen,
bei Straßenbaumaßnahmen entsprechende Leerrohre mit zu verlegen, z.B.
in den neuen Siedlungsgebieten oder in der Ortsdurchfahrt in Kolitzheim
im Rahmen der Dorferneuerung. Aber das ist natürlich nur ein Bruchteil
der benötigten Trassen.
Fazit: ein flächendeckender FTTH-Ausbau ist eine Generationenaufgabe.
Hilfreich wäre der Einsatz der Vectoring-Technologie, um zumindest eine
weitere Bandbreitenerhöhung kurzfristig zu realisieren. Um das Ziel von
mindestens 50 MBit/s zu erreichen, müsste aber der Bund tätig werden
und erst einmal die Vectoring-Beschränkung aufheben.
 

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