Das Leiden musikalisch überhöht

29.03.2017

Mainpost 29.03.2017

UNTERSPIESHEIM

Das Leiden musikalisch überhöht
Unter dem Leitsatz „Stat crux, dum volvitur orbis“ stand das Passionskonzert in der Pfarrkirche St. Sebastian in Unterspiesheim. Der lateinische Sinnspruch „Das Kreuz steht fest, während der Erdball sich weiterdreht“ stammt aus der Zeit um 1600 und ist der Wahlspruch des Kartäuserordens.
Die beteiligten Künstler stimmten das gesamte Konzertprogramm auf dieses Motto ab. Für die Teilnahme an diesem außergewöhnlichen Projekt hatten sich Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Gruppierungen und Orten der Gegend begeistern können.
Pfarrer Thomas Amrehn ergänzte die Musik des Passionskonzerts mit Betrachtungen und Meditationstexten. Auch wenn nicht wenige Besucher sich von dem bemerkenswerten Konzert begeistern ließen, hätte es noch mehr Zuspruch verdient gehabt.
Sopranistin Jennifer Wittmann-Müller trug mit ihrer klaren Stimme die einprägsamen Stücke „Ave verum“, „Panis angelicus“ und „In paradisum“. Die Volkacherin nutzte ihre Stimme gekonnt, um den ganzen Kirchenraum zum Klingen zu bringen. Begleitet wurde die Sängerin an der Orgel von Monika Rößner.

Leise, wohlklingende Töne erzeugt eine Veeh-Harfe. „Lasst aufs Kreuz uns schauen“ oder auch „Bleibet hier und wachet“ hießen die Lieder, die die Veeh-Harfengruppe aus Gerolzhofen zum Passionskonzert beisteuerte. Geleitet wird die Gruppe von Rita Ruß.
Ganz anders die Klänge der Bläser von der obersten Empore. Musiker der Musikkapelle Spiesheim präsentierten eindrucksvoll das Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“. Sie spielten einen Marsch des Komponisten Henry Purcell aus dem 17. Jahrhundert, das Lied „O heiliges Kreuz sei uns gegrüßt“ und das imposante Beethoven-Werk „Die Himmel rühmen“. Dirigent Armin Stawitzki gelang es mit seinen Bläsern, auch mit den eher selten zu hörenden Werken zu beeindrucken.
Nicht weniger ausgezeichnet vorgetragen, trotz eines völlig anderen Klangerlebnisses, war die Musik, die ein Holzbläser-Quintett der Heimatkapelle Michelau spielte.
In der Besetzung mit drei Klarinetten, einer Querflöte und einer Bassklarinette spielte das Ensemble „Aus tiefster Not schrei ich zu dir“ dessen Text von Luther stammt, „Erbarm' dich mein, o Herre Gott“ von Johann Sebastian Bach und eine Sonate cantilene von Joseph Gabriel Rheinberger.
25 Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores aus Forst präsentierten Spirituals und englische Kathedralmusik: „Be still for the presence of the Lord“, „Were you there, when they crucified my Lord“ und „Peace of God“. Man spürte das Mitgehen der Chormitglieder, die von Rainer Gressel dirigiert wurden. Die beeindruckten Zuhörer belohnten die Musiker mit lang anhaltendem Applaus.

„Großartig und eindrucksvoll“, drückte Wolfgang Karch seine Begeisterung für das Konzert aus. Elena Hillenbrand, eine der Klarinettistinnen aus Michelau gefiel die vielschichtige Auswahl der Beteiligten. „Dadurch bekam das Konzert abwechslungsreiche Facetten“, stellte die Musikerin fest. Die Spenden für das Konzert – 750 Euro – werden für die Renovierung der Kirchenorgel verwendet. Die Mitwirkenden verzichteten dafür auf eine Gage.

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