Der Tanz als gemeinsame Sprache

05.12.2016

Mainpost  05.12.2016

GERNACH/UNTERSPIESHEIM/GEROLZHOFEN

Der Tanz als gemeinsame Sprache

„Berg und Tal kommen nicht zusammen – aber die Menschen.“ Unter diese Überschrift könnte man auch die Entstehung der gemeinsamen Tanzveranstaltung syrischer und deutscher Frauen stellen, die Notburga Friedl aus Unterspiesheim organisiert hat.
Friedl gibt syrischen Frauen Deutschunterricht und macht auch mit beim meditativen Tanz, den der Frauenbund Gernach in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Gerolzhofen in Gernach anbietet. Immer im Frühjahr und im Herbst treffen sich etwa zwölf Frauen aus Gernach und anderen Dörfern jeweils fünf Mal zum meditativen Tanz. Leiterin des Kurses ist Elke Chlupka aus Volkach.

Eine besondere tänzerische Begabung ist bei dieser Art des Tanzes nicht notwendig. Einfache Tanzschritte, ruhig, aber auch beschwingt, tragen dazu bei, zur Ruhe zu kommen.

Notburga Friedl weiß durch ihre Arbeit mit den syrischen Frauen, die sie unterrichtet, dass in deren Kulturkreis der Tanz der Frauen auch gepflegt wird, Ausdruck der Lebensfreude und wichtiger Teil des Gemeinschaftslebens ist.
Daher machte sie in der Tanzgruppe den Vorschlag, die syrischen Frauen zum Tanz einzuladen. Elke Chlupka hat diesen Vorschlag sofort positiv aufgenommen und auch die Kursteilnehmerinnen waren angetan von dieser Idee. Die syrischen Frauen nahmen die Einladung gerne an und sprachen andere Frauen in ihrem Freundeskreis an, ob sie nicht auch Lust auf den Tanz mit den Gernacher Frauen hätten.

Treffpunkt war Gerolzhofen. Wichtig war den syrischen Frauen im Alter zwischen 14 und 45 Jahren, dass nur Frauen zu diesem Tanz eingeladen waren. Mit den Worten „Willkommen, ihr lieben Frauen“ hatte Elke Chlupka gleich zu Beginn ein Klima des Wohlwollens und der Akzeptanz geschaffen.

Allen hat es gut gefallen, es sei schön gewesen war die Rückmeldung aller. So kam die Idee, sich wieder zum Tanzen zu treffen. Die syrischen Frauen hatten angeboten, die Musik zu syrischen Tänzen mitzubringen und auch Tanzschritte zu zeigen und zu lehren.
Die Begegnung der Frauen aus Deutschland und Syrien soll dazu beitragen, sich besser kennenzulernen und etwas miteinander zu tun. So konkret geht Integration im Alltag.

 

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