Ein Testament ist ein Zeichen von Verantwortung

03.04.2017

Mainpost 03.04.2017

GERNACH

„Ein Testament ist ein Zeichen von Verantwortung“

 

Zum Thema „Erben und Vererben“ war Notar Philipp Lederer aus Gerolzhofen zu Gast beim Seniorenkreis in Gernach. Er machte nachdrücklich darauf aufmerksam, dass die Erstellung eines Testamentes Klarheit schafft, was nach dem Tod mit dem Erbe geschehen solle.
Dabei sei es nicht einfach, ein Testament zu machen, denn es setze die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod voraus, man müsse Entscheidungen für die Zeit nach dem eigenen Ableben treffen. Auch erbrechtliche und auch steuerrechtliche Kenntnisse seien erforderlich. Das Prinzip „nach mir die Sintflut“ stelle die Nachkommen oft vor große Probleme und führe nicht selten zu tiefgreifenden Auseinandersetzungen unter den Erben.

Trotzdem machten nur 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung ein Testament. Dabei könne eine testamentarische Verfügung Steuern sparen helfen. Ein Testament biete viele Gestaltungsmöglichkeiten, trotzdem könne man nicht völlig frei bestimmen: Kinder und Ehegatten/Lebenspartner hätten das Recht auf einen Pflichtteil. „Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils“, erklärte Lederer.

Prinzipiell gebe es zwei Möglichkeiten ein Testament zu machen: man könne es eigenhändig verfassen, als Einzelperson oder als ein gemeinschaftliches Testament von Ehegatten/Lebenspartnern. Oder man könne ein notarielles Testament machen, ebenfalls als Einzelperson oder als gemeinschaftliches Testament.

Das notarielle Testament biete naturgemäß rechtliche Klarheit, man werde bei der Gestaltung beraten und die Identität und Testierfähigkeit werde vom Notar geprüft. Es sei in der Regel wegen Geschäftsunfähigkeit nicht anfechtbar.

„Ein Testament zu machen ist ein Zeichen von Verantwortung“ so der Notar.

„Erben“, so Lederer weiter, heiße, dass das Vermögen – Aktiva und Passiva – mit dem Tod des Erblassers automatisch auf den oder die Erben übergeht. Wenn die Passiva zu groß sind, könne man auch ein Erbe ausschlagen. Dies müsse jedoch innerhalb einer Frist von sechs Wochen nach dem Tod des Erblassers und notariell geschehen.

Wird kein Testament gemacht, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Diese Erbfolge kann sich je nach Verwandtschafts- und Familienverhältnissen kompliziert gestalten. Gesetzliche Erben, so der Notar, sind Verwandte, auch nichteheliche und adoptierte Kinder und Ehepartner oder Partner einer Lebenspartnerschaft. Je nach Verwandtschaftsgrad, also der verwandtschaftlichen Nähe zu dem Erblasser, nach Familienstand und Güterstand bestimmt sich der Erbanteil: Stirbt zum Beispiel der Ehemann, erbt die Ehefrau nach der gesetzlichen Erbfolge die Hälfte, von den drei Kindern jedes Kind jeweils ein Sechstel. Ist Gütertrennung vereinbart, erbt die Ehefrau ein Drittel, und die drei Kinder müssen sich die restlichen zwei Drittel teilen.

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