Einfach Spitze, dass du da bist!

14.09.2016

Mainpost 14.09.2016

ZEILITZHEIM/KRAUTHEIM

Einfach Spitze, dass du da bist!

Gottes Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit schenkt mir Mut und ich freue mich auf die bevorstehende Zeit und die Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand und allen anderen Mitgliedern der Kirchengemeinde.“ So lautete die Botschaft, die Pfarrerin Victoria Fleck beim Festgottesdienst anlässlich ihrer offiziellen Amtseinführung in der evangelischen St.-Sigismund-Kirche in Zeilitzheim von der Kanzel an die Anwesenden sandte.

Der Umzug in eine neue Gemeinde, noch unbekannte Gesichter und viele neue Aufgaben, insbesondere die Stelle als Lehrerin am Franken-Landschulheim Schloss Gaibach mit Außenstelle in Gerolzhofen, das alles sei für sie „nicht so ohne“, gab die neue Pfarrerin und dreifache Mutter einen Einblick in ihre Innenwelt.
Sie spannte dabei gekonnt den Bogen zum Predigttext für diesen 16. Sonntag nach Trinitatis, der aus dem zweiten Timotheusbrief stammt: Paulus sitzt im Gefängnis und schreibt seinem jungen Begleiter Timotheus einen Brief. Was er dort erfährt, sei vielen von uns nicht fremd, auch wenn es kein Gefängnis sei, in dem wir sitzen, so Fleck.
Wir erleben jedoch ebenso auch Zeiten von Leid, Schmerz, Streit und Zweifel, sagte sie. Mit einigen perspektivischen Wechseln zwischen Paulus und ihren eigenen Gedanken bezüglich ihrer neuen beruflichen Herausforderung hatte sie die Gottesdienstbesucher stets bei sich.
„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“, heißt es im Timotheusbrief. Auf diese Worte kommt die Pfarrerin in ihrer Predigt immer wieder zurück. Sie geben Halt, machen Mut. Für jeden Einzelnen und auch für sie selbst.

Unsichtbar, aber nie wirkungslos

Gottes Kraft sei oft schwer zu entdecken, da sie sich nicht an geballten Fäusten oder breiten Schultern zu erkennen gibt, sondern unsichtbar sei, niemals aber wirkungslos, betonte Fleck.

Für sie bedeute eine Gemeinde sich gemeinsam auf den Weg des Glaubens zu machen, die Botschaft von Gott weiterzugeben und so zusammen den guten Geist Gottes zu spüren, sagte sie am Ende ihrer gut strukturierten und abwechslungsreichen Predigt, welche sie engagiert und sehr bedacht in der Wortwahl vortrug.
Der Dekan des Dekanats Castell, Günther Klöss-Schuster, stellte den bisherigen Lebensweg der neuen Pfarrerin Fleck (wir berichteten) kurz dar, insbesondere bemerkte er, dass sie acht Jahre ihres Lebens in Castell verbrachte und dabei am Gymnasium in Münsterschwarzach ihr Abitur absolviert hatte.
Er kam in seiner Ansprache außerdem auf das Datum der Einführung zu sprechen, nämlich den 11. September. Mit diesem Tag verbinde man automatisch Schreckliches, dabei sei der Tag wie jeder andere auch ein Geschenk Gottes.

Vakanz fiel aus

Passend dazu verlas er das Psalmwort 118: „Dies ist der Tag, den der Herr macht“. Gott schenke uns Zeit um uns zu gestalten und führe uns, wenn auch manchmal auf Umwegen, zu unseren Zielen.
Klöss-Schuster wünschte der neuen Pfarrerin einen guten Start und gutes Gelingen für ihre Zeit in der neuen Kirchengemeinde. Besonders freute er sich, dass nach dem Weggang von Pfarrer Georg Salzbrenner die eigentlich übliche Vakanzzeit vermieden werden konnte, was sehr außergewöhnlich sei.
Der Casteller Dekan führte Victoria Fleck anschließend offiziell in ihr Amt als neue Pfarrerin in Zeilitzheim ein. Dieses beinhaltet nicht nur die Betreuung der beiden Kirchengemeinden Zeilitzheim und Krautheim, sondern auch die Schulstelle als Religionslehrerin am Franken-Landschulheim Schloss Gaibach mit den Schularten Gymnasium und Realschule sowie der gymnasialen Außenstelle in Gerolzhofen.

Stilvoll musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor unter der Leitung von Peter Dietrich. Ein Stück von Johannes Dietrich (Trompete) und Elisabeth Feldhäuser (Orgel) war ebenso zu hören.
Mit dem Lied „Einfach spitze, dass du da bist“ begrüßten die Kinder des örtlichen Kindergartens unter der Leitung von Maria Brand auf ihre Weise die neue Pfarrerin. Als Geschenk überreichten sie eine Tasche, gefüllt mit eigens formulierten Wünschen.

Rosenstock und Gartenstab

Im Anschluss an den Gottesdienst folgten einige Grußworte. Die Vertrauensleute der Kirchenvorstände aus Zeilitzheim und Krautheim, Michaela Strey und Michael Feldhäuser, verliehen ihrer Freude über das Kommen der Pfarrerin mit einigen Präsenten Ausdruck. Neben einem Rosenstock und einem Gartenstab gab es auch für die drei Kinder der Familie Fleck ein kleines Willkommensgeschenk.
Im Namen des Pfarrkapitels richtete Pfarrerin Beate Krämer aus Abtswind einige Begrüßungsworte an die neue Kollegin im Dekanat. Außerdem überreichte sie ihr eine kleine „Erste-Hilfe-Schultüte“, mit allerlei Nützlichem für die Anfangszeit als Lehrerin.
Für die katholische Schwestergemeinde in Zeilitzheim wünschten sich Gemeindereferent André Christof und Stefan Braun von der Kirchenverwaltung in ökumenischer Verbundenheit ein gemeinsames segensreiches Wirken. Gottfried Schemm freute sich als Religionslehrer am Franken-Landschulheim Schloss Gaibach Pfarrerin Fleck in die dortige große bunte Schulfamilie aufnehmen zu dürfen.

„Idealer Ort“ für Familie

Im Namen der politischen Gemeinde begrüßte Bürgermeister Horst Herbert die Pfarrerin und ihre Familie und überreichte eine Chronik der Gemeinde sowie ein Präsent mit dem „Gemeindeschoppen“. Die lebendige Gemeinde und das Pfarrhaus in Zeilitzheim seien der ideale Ort für eine Familie, betonte er.
Zugleich überbrachte Herbert auch die Grüße des Landkreises Schweinfurt und der Stadt Volkach im Namen der anwesenden stellvertretenden Landrätin Christine Bender und der zweiten Bürgermeisterin, Gerlinde Martin.
Nach dem offiziellen Teil luden die Verantwortlichen der Kirchengemeinden alle Besucher und Gäste zu einem Empfang mit selbstgemachten Speisen und verschiedenen Getränken im Garten neben der Kirche ein.

 

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