Erwin Werner feiert in Gernach am 24. Oktober 95. Geburtstag

24.10.2016

Mainpost 24.10.2016

GERNACH

Erwin Werner feiert in Gernach am 24. Oktober 95. Geburtstag

Erwin Werner feiert in Gernach am 24. Oktober seinen 95. Geburtstag.
Er wurde als Ältester von vier Geschwistern am 24. Oktober 1921 im Ort geboren. Von 1928 bis 1935 besuchte er die Volksschule in Gernach, danach die Fortbildungsschule. Im April 1938 tritt er bei Fichtel & Sachs in Schweinfurt ein.

Im Januar 1941 wird er zur Wehrmacht eingezogen. Eine Scharlach-Erkrankung rettete ihn, denn viele Kameraden seiner damaligen Einheit kehrten vom Afrika-Feldzug nicht zurück. „Ich hatte viel Glück, wenn ich daran denke, was ich alles mitgemacht habe, gerade in der Zeit des Krieges“, sagt Erwin Werner, der dankbar auf sein Leben zurückblickt.

1942 und 1943 war Erwin Werner in Rußland Angehöriger einer Funkeinheit, die beim Rückzug 700 Kilometer zu Fuß zurücklegte. Viele starben im Krieg und auch für Erwin Werner lagen nur Millimeter zwischen Leben und Tod: Eine Kugel traf seine Trinkflasche, aber er blieb unverletzt.

Bis Ende des Kriegs war er dann in einer Einheit für geheime Waffen eingesetzt. Weil seine Vorgesetzten den Amerikanern die geheimen Unterlagen über die V2-Raketen übergaben, kam auch Erwin Werner in amerikanische, statt russischer Gefangenschaft.

Schon am 29. Juni 1945 kam er nach Gernach zurück, ab Februar 1946 konnte er wieder bei Fichtel & Sachs arbeiten, für eine Mark in der Stunde. Bis 1953 fuhr Werner täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit, danach mit dem Moped.

Er war zunächst in der Stoßdämpfer-Abteilung, dann in der Schleiferei und schließlich als Maschinen-Einsteller tätig. Über die gesamte Zeit seiner beruflichen Tätigkeit war er in der Wechselschicht tätig. Ende Oktober 1982 trat er, nach mehr als 44-jähriger Berufstätigkeit, in den Ruhestand.

1952 heiratete er Paula Hellerich. Sie stammt, wie er, aus Gernach. Das Paar hat zwei Kinder. Sie gratulieren Erwin Werner mit vier Enkeln und zwei Urenkelinnen zum Geburtstag. Die Enkel wurden, während ihre Eltern arbeiteten, von Erwin Werner und seiner inzwischen verstorbenen Frau versorgt.
Erwin Werner spielte beim TSV Gernach Fußball, zuerst in der ersten Mannschaft, dann in der Reserve. Er setzte sein handwerkliches Können beim Bau des neuen Sportheimes ein, das mit viel Eigenleistung gebaut wurde. Der TSV ehrte ihn mit der Ehrenmitgliedschaft, ebenso wie die Feuerwehr.

Mit seiner Frau nahm Erwin Werner gerne an Ausflügen teil, die die Vereine anboten. Die Urlaube mit dem Seniorenforum waren beiden ein Vergnügen. Die Arbeit im Garten machte dem Jubilar viel Spaß.

Nach dem Eintritt in den Ruhestand war er einer der ersten Männer beim entstehenden Seniorentreff. 2002 konnte er mit seiner Frau Paula noch Goldene Hochzeit feiern. Erwin Werner pflegte sie hingebungsvoll bis zu ihrem Tod 2006.
Er hält Kontakt zu Rentnern, die mit ihm alt geworden sind. Auch dem Seniorentreff ist er weiter treu. Sportsendungen schaut er gerne, und nimmt lebhaft Anteil am dörflichen Leben, auch wenn die Beine nicht mehr gut funktionieren.

 

 

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