Feuerwehren wollen stärker zusammenarbeiten

14.03.2017

Mainpost 14.03.2017
GERNACH
Feuerwehren wollen stärker zusammenarbeiten

Die Freiwillige Feuerwehr Gernach wird die Zusammenarbeit mit den Nachbarfeuerwehren Oberspiesheim- Unterspiesheim verstärken.
Der Bericht des Vorsitzenden Reinhard Heck und des Kommandanten Jürgen Friedrich über das vergangene Jahr und die Vorausschau auf künftige Aktivitäten waren die wichtigsten Punkte der Jahreshauptversammlung. Zweiter Bürgermeister Martin Mack dankte für die geleisteten Dienste. Die Feuerwehren stünden vor großen Herausforderungen: einerseits sollen die ortsgebundenen Feuerwehren erhalten bleiben, andererseits sei die überörtliche Zusammenarbeit ein Gebot der Stunde.
Der mangelnde Nachwuchs aufgrund mache Sorgen, aber auch die Erfahrung, dass junge Leute nach erfolgreich absolvierter Truppmann-Ausbildung durch Studium oder Beruf wegzögen, stelle die Feuerwehr vor Probleme. Dazu komme, dass der Ausbildungsstand der Feuerwehrleute aufgrund der vielfältiger gewordenen Anforderungen sehr hoch sein müsse, um im Ernstfall effizient helfen zu können.

Kreisbrandinspektor Alexander Bönig machte darauf aufmerksam, dass der Dachstuhlbrand in Gernach im vergangenen Jahr gezeigt habe, dass die überörtliche Zusammenarbeit nötig sei. Er informierte, dass das Höchstalter für den aktiven Feuerwehrdienst von 63 auf 65 Jahre erhöht worden sei. Kreisbrandmeister Daniel Scheller lobte die Gemeinde Kolitzheim: Der Feuerwehrbedarfsplan sei in vorbildlicher Weise in Angriff genommen worden, und die Belange der Feuerwehr hätte die Gemeinde stets im Blick. Der Feuerwehrbedarfsplan dient als Grundlage für die Planung der Zusammenarbeit der Wehren in der Gemeinde Kolitzheim mit Blick auf das Jahr 2030. Da es manchmal schwer sei, tagsüber die Fahrzeuge mit der nötigen Stärke zu besetzen, werde die überörtliche Zusammenarbeit immer wichtiger.

Vorsitzender Reinhard Heck verwies in seinem Bericht auf die Schwierigkeit, beim Feuerwehrfest die Stände zu besetzen. Auch wenn man aktuell den Tag der Feuerwehr noch mit eigenen Kräften stemmen könne, müsse man mittelfristig über die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen oder auch mit der Kirche nachdenken, die das Fest ihres Namenspatrons am 1. September, also in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem Termin des Feuerwehrfestes feiert.
Die Meinung der Versammlung brachte Bruno Back auf den Punkt: „Wir feiern jeder für sich, solange wir das noch können – dann sehen wir weiter.“ Die Abordnungen zu Jubiläen benachbarter Feuerwehren, der neue Anstrich, den die Gemeinde für die Holzverkleidung der Unterstellhalle übernommen habe, die Bestandsabfrage im Rahmen der Erhebungen zum Feuerwehrbedarfsplan und der Tag der Feuerwehr waren weitere Punkte seines Berichts. Das Feuerwehrhaus wurde am 3.9.1994 eingeweiht. Es sei geplant, das 25-jährige Jubiläum mit einem Kameradschaftsabend mit Ehrungen zu feiern.

Schriftführer Frank Mauder verlas das Protokoll der letztjährigen Jahreshauptversammlung, Kassier Elmar Werner erstattete den Kassenbericht.
Drei Einsätze bei Bränden, zwei Technische Hilfeleistungen und sieben Sicherheitswachen seien von der Gernacher Feuerwehr im Berichtsjahr erbracht worden, sagte Kommandant Jürgen Friedrich. Der Brand im Anwesen Berchtold forderte von den Feuerwehrleuten den größten Einsatz. Eine Schwierigkeit sei gewesen, dass ein Blitzschlag das Gernacher Alarmierungssystem außer Funktion gesetzt habe. Man sei kurz vor Mitternacht an der Brandstelle gewesen, und habe den Einsatz kurz nach 12 Uhr am nächsten Tag beendet. Dank galt den Nachbarn für die Unterstützung: Unterstellmöglichkeiten für die Feuerwehrleute seien zur Verfügung gestellt worden, Verpflegung und Kaffee habe man organisiert.

Der Feuerwehr-Bedarfsplan sei Thema einer Besprechung der Feuerwehrkommandanten gewesen, zu der Bürgermeister Horst Herbert eingeladen habe. Ein Ergebnis dieser Besprechung sei gewesen, dass die Feuerwehren von Unterspiesheim- Oberspiesheim und Gernach beschlossen haben, noch enger zusammenzuarbeiten. So soll es eine Reihe gemeinsamer Übungen geben und die Jugendarbeit soll verstärkt werden.

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