Für Baugebiet in Lindach fehlt der Gemeinde noch Land

08.02.2017

Mainpost 08.02.2017

LINDACH       Bürgerversammlung

Für Baugebiet in Lindach fehlt der Gemeinde noch Land

Bürgermeister Horst Herbert konnte bei der Bürgerversammlung in Lindach weit mehr als 100 Interessierte begrüßen. Unter ihnen waren viele junge Erwachsene, von denen einige sogar das Wort ergriffen.

In den bisherigen Bürgerversammlungen wurden keine gravierenden Missstände und kaum nennenswerte Unzufriedenheit mit den Gemeindeverantwortlichen laut. Die Bürger monierten in der Regel nur geringfügige Mängel. Diese Linie setzte sich in Lindach fort, wo die Bürgerversammlung in Rekordzeit beendet war.

Für Lindach meldete Bürgermeister Herbert 526 Einwohner, ein Zuwachs von vier Personen gegenüber dem Vorjahr. Das liegt im Entwicklungstrend der Gesamtgemeinde.

Beim Breitbandausbau wird sich in naher Zukunft auch in Lindach etwas tun. Im Rahmen eines speziellen Förderprogramms soll vorläufig ein Glasfaserkabel zum Hauptverteiler verlegt werden, dass dann mindestens 30 Megabit pro Sekunde gewährleisten wird. Herbert empfahl jedem Hausgrundbesitzer, schon jetzt ein Leerrohr zu verlegen, damit zu gegebener Zeit ein Hausanschluss ohne hohen Aufwand bewerkstelligt werden könne.
Zum Thema Bauland und Baumaßnahmen war zu hören, dass man gegenwärtig daran arbeite, für Lindach einen Bebauungsplan für ein Neubaugebiet aufzustellen. Leider seien noch nicht alle Eigentümer bereit, ihre Flächen, auf der Westseite des Dorfes dafür zur Verfügung zu stellen. Somit werde das sehnlich erwartete Baugebiet noch etwas auf sich warten lassen.

In diesem Zusammenhang sei man auch dabei, die Stammheimer Kläranlage, in der das Lindacher Abwasser gereinigt wird, technisch aufzurüsten, um eine bessere Phosphatausfällung zu erreichen. Wie hoch die Kosten dafür werden und wie deren Deckung erfolgen wird, muss noch geklärt werden. Abgeschlossen wurde inzwischen der Bau der neuen Ortsverbindungsstraße nach Gernach. Sie stellt nun eine neue Verbindung ins Maintal her.

Mehr Rücklage als Schulden

Zu den Gemeindefinanzen sagte Bürgermeister Herbert, dass man gegenwärtig zwar zwei Millionen Euro Schulden habe, aber auch über fünf Millionen Euro Rücklage verfüge, was der Gemeinde eine gewisse Wohlhabenheit beschere.

Dank dieser Rücklage sollte es gelingen, in der etwas prekären Schul- und Kinderbetreuungssituation zu brauchbaren Lösungen zu kommen. Diese müssten für die Grundschüler den Erfordernissen der Zeit genügen. Man befinde sich noch in der Diskussionsphase, wie man die Raumsituation in den Griff bekommen könnte, so der Bürgermeister.

Umfrage bei Eltern

Das sei ein Problem, das angepackt werden müsse, wenn man der anstehenden flächendeckenden Einführung der Ganztagsschule Rechnung tragen möchte. Herbert will aber die zu diesem Thema derzeit laufende Umfrage bei den Eltern abwarten, um Klarheit über deren Wünsche zu bekommen.

In der Fragerunde brachten die Bürger folgende Themen zur Sprache: So wollte man wissen, wer das Holz der am Sportplatz gefällten Bäume verwerten dürfe. Die Stämme würden verkauft, das Astholz könnten Interessenten einfach holen, so die Antwort. Bürger wiesen auf Risse und Absenkungen im Belag von Gehsteigen hin. Diese Mängel werde man nach einer Besichtigung beseitigen, so der Bürgermeister.

Wie es mit der ärztlichen Versorgung und mit dem Neubau des Pflegeheims in Kolitzheim weitergehe, lauteten weitere Fragen. Hier konnte Herbert nur vermelden, dass es momentan wohl erst einmal weiterlaufe wie bisher bekannt geworden. Neues habe er nicht erfahren.

Eine weitere Anfrage bezog sich auf Funklöcher im Mobilfunknetz. Herbert erklärte, dass hier wohl keine vollständige Beseitigung zu erwarten sei, zumal es ja nicht bei allen Netzanbietern Probleme gebe.

Als großes Ärgernis wurden Verunreinigungen des Asphalts durch die Hinterlassenschaften von Pferden und Hunden sowie durch die Bauern angeprangert. Hier verwies der Bürgermeister darauf, dass der jeweilige Verursacher verpflichtet sei, Verunreinigungen schnell und vollständig zu beseitigen. Die Gemeinde könne nur tätig werden, wenn ihr Verursacher mit Namen und Tatzeit benannt würden. Sonst blieben nur Appelle an die Allgemeinheit.

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