Gernach: Wohin mit der Mittagsbetreuung?

16.02.2017

Mainpost 06.02.2017
GERNACH

Gernach: Wohin mit der Mittagsbetreuung?

Die Formalitäten der Jahreshauptversammlung des Johannisvereins waren schnell abgewickelt: Nachdem die Kassenführung von Kassiererin Helga Eck durch die Kassenprüfer Alban Weilhöfer und Thomas Eberlein genehmigt wurde, blickte Vereinsvorsitzender Erhard Scholl kurz auf wichtige Punkte des vergangenen Vereinsjahrs zurück.
Er erinnerte dabei an die Übernahme des Sportheimdienstes, die auch heuer wieder geplant ist, sowie an die Bezuschussung einer gemeinsamen Freizeit-Aktion des Gernacher Jugendtreffs Komm-In in Zusammenarbeit mit der Offenen Behindertenarbeit Schweinfurt. Auch diese Aktion soll in diesem Jahr wieder stattfinden.

Eine intensive Diskussion um die Ganztagsbetreuung

Mittlerweile wurde auch der Zuschuss für die zurückliegenden Jugend-Erlebnistage des TSV Gernach ausgezahlt, so Scholl. Anschließend entwickelte sich im Laufe der Versammlung eine intensive Diskussion um die Pläne der Gemeinde für die Ganztagsbetreuung der Grundschulkinder der Gemeinde Unterspiesheim.
Gemeinderat Dieter Dietz erläuterte den aktuellen Sachstand: Die Schulleitung der Grundschule tendiere bezüglich des Schulstandortes inklusive Ganztagsbetreuung für einen einzigen Stadtort und zwar die ehemalige Hauptschule in Unterspiesheim.
Der Gebäudezustand und auch die große Zahl an Kindern, die dort untergebracht werden könnte, sprächen für die Hauptschule, wenn die Mittagsbetreuung im Konzept der offenen Ganztagsschule zentral koordiniert werden solle, so der Gemeinderat weiter.

Neben der Hauptschule sind auch andere Gebäude interessant

Überlegt werde auch, wie die anderen Schulgebäude in der Gemeinde, die in gutem Zustand sind, für die Mittagsbetreuung genutzt werden können. Inwieweit diese Gebäude jedoch die einzelnen Voraussetzungen für eine Mittagsbetreuung erfüllen, steht momentan noch nicht fest. Selbst wenn sich die Gemeinde für die Hauptschule als zentrale Lösung entscheide, sei diese aufgrund der nötigen Baumaßnahmen erst in zwei bis drei Jahren realisierbar, machte Dieter Dietz deutlich. Die Vorstandschaft signalisierte jedoch Offenheit, mit den anderen Trägern von Kindertagesstätten und der Gemeinde nach Lösungen zu suchen.
Das Gebäude des ehemaligen Kindergartens St. Franziskus ist in Gemeindebesitz, insofern kann der Johannisverein hier nur unterstützend tätig werden. Einigkeit herrschte in der Versammlung, dass die Räumlichkeiten dort weiter für die Treffen von Komm-In genutzt werden können. Eine eindeutige Lösung für die Mittagsbetreuung ist also noch nicht in Sicht.

Bürgerversammlung soll neue Impulse geben

Weitere Informationen und Diskussionen, so Erhard Scholl, erwarte sich der Verein vom Treffen aller Trägervertreter, den Leiterinnen der Einrichtungen und der Schulleitung mit dem Bürgermeister am Montag, den 20. Februar, in Stammheim, sowie von der Bürgerversammlung in Gernach.
Erhard Scholl informierte auch über das Vorhaben der EU-Kommission, das Verbot des Ausstrahlens von exzessiver Gewalt und Pornografie im Fernsehen aufzuheben. Er sehe darin einen großen Widerspruch.
Er frage sich, welchem gesellschaftlichen Ziel die Erleichterung des Zugangs zu Darstellung von exzessiven Gewaltszenen und pornografischen Filmen diene. Darüber hinaus werden durch solche Darstellungen in den Kindern und Jugendlichen völlig wirklichkeitsfremde Vorstellungen einer „normalen“ Sexualität erzeugt, die die Entwicklung einer eigenen sexuellen Identität erschweren. Die Anwesenden teilten seine diesbezügliche Kritik an dem Vorhaben der EU-Kommission. Scholl forderte seine Vereinskollegen schließlich auf, ihre Meinung zum Beispiel mit Leserbriefen öffentlich zu machen.

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