Geschichtli und Gedichtli aus Lindi

15.12.2016

Mainpost 15.12.2016

LINDACH

Geschichtli und Gedichtli aus Lindi

Mit Herzblut hat der Lindacher Kurt Albert eine Dorfchronik verfasst.

Eine humorvolle und historische Reise in die Vergangenheit auf 104 Seiten.

Den 925. Geburtstag seines Heimatortes hat der Lindacher Kurt Albert zum Anlass genommen, die Geschichte des „kleinen Dorfes im Herzen Frankens“ genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis seiner jahrelangen Recherchen ist ein Lesebuch mit historischem Inhalt. Auf 104 Seiten serviert der pensionierte Lehrer mit fundiertem Wissen, vielen eigenen Erfahrungen und reichlich Witz „Geschichtli und Gedichtli vo unnerm Dörfla“: Gewidmet hat der ehemalige Schulleiter die Dorfchronik von 1091 bis 2016 mit Geschichte, Entwicklung und Biografie allen interessierten Lesern.

Historische und amüsante Geschichten

„Um die Nachkommen unseres Dorfes für die Geschehnisse aus der älteren und jüngeren Vergangenheit zu interessieren, wird mit dieser Chronik der Versuch unternommen, ein Lesebuch daraus zu machen“, erklärt der 67-jährige Autor. In seinem Werk erzählt der Ur-Lindacher neben historisch verbürgten Ereignissen auch spannende und amüsante Geschichten, die das Leben aus der Vergangenheit für den Leser etwas erhellen soll.

Wer kennt denn schon den „Frevelhaften Grenzsteinversetzer zu Lindach“ oder die Geschichte von der „Hex im Lindacher Gäulsstall“? Kurt Albert gibt in seinem Buch Antworten auf Fragen zur realen Vergangenheit aber auch zu Sagen und sonstigem Erfundenem. Die „Lindier Gschichtn“ aus dem Dorfleben reichen vom ersten Fernseher im Ort bis zum Mord im Handwerksburschenzimmer.

Ob das „kranke Säula“ mit Medizin vom Apostelapotheker geheilt werden konnte, erfährt der Leser ebenso wie die Tradition der Klaukultur von Mai- und Kirchweihbäumen. Wichtig erscheint es Albert zu erzählen, welche „Spuren“ Lehrer und Pfarrer in Lindach hinterlassen haben.

Anekdoten, die das Dorfleben schrieb

„Es geht mir in meiner Chronik hauptsächlich um die sozialen und um die wirtschaftlichen Beziehungen der Dorfleute untereinander, also um jene Geschichten und Anekdoten, die das Leben der Dorfbewohner so schrieb“, erläutert der Chronist, der immer einen Scherz auf den Lippen hat. Als „älterer Mensch“ erinnert er sich doch zu gern an Einzelheiten aus der Vergangenheit, zu denen er einen besonderen Bezug hat.

Durch zahlreiche Abbildungen auf den Seiten 90 bis 104, beginnend mit Fotomotiven aus den 1950/1960er Jahren, wird das Lesebuch quasi zum virtuellen Erlebnis. Es beinhaltet auch Geschichten, die er früher zu kleinen Theaterstücken verarbeitete und sie dann mit dem Lindacher Schauspielnachwuchs szenisch darstellte.

„Ich bin als Lehrer zum Jäger und Sammler geworden“, sagt Kurt Albert zu seiner aktiven Berufslaufbahn. Dies sei nötig gewesen, um in der Schulstube aktuell zu sein. So legte er über viele Jahre hinweg neben anderen nützlichen Dingen auch eine umfangreiche heimatkundliche und -geschichtliche Sammlung an. Dieses Archiv leistete ihm beim Unterricht und später beim Verfassen der Dorfchronik gute Dienste. Der Startschuss für das historische Lesebuch fiel im November 2015.

Chronik soll als Buch gedruckt werden

Sechs Monate später war dann der eigentliche Text für die Chronik fertig. Bis Oktober 2016 verfasste Albert die Kurztexte für den Bilderteil. Alberts Intention ging dahin, die Chronik als Kopie mit Spiraleinband zum Selbstkostenpreis nur an Interessenten herauszugeben. Jetzt soll sie doch als Buch gedruckt werden, lautete der Wunsch des Kolitzheimer Gemeinderats. Wohl wissend um den wissenschaftlichen Anspruch hat sich der Dorfchronist letztlich dazu bereit erklärt. Eine weise Entscheidung, die einen würdigen Platz in der Ortsgeschichte finden wird.

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