Kaputte Straßen und schlichte Urnengräber

21.02.2017

Mainpost 18.02.2017

KOLITZHEIM    Bürgerversammlung I

Kaputte Straßen und schlichte Urnengräber

Nach einer kurzen Begrüßung ging Bürgermeister Horst Herbert in der gut besuchten Bürgerversammlung in Kolitzheim direkt zur Tagesordnung über. Der Ausbau des schnellen Internets im Rahmen des neuen Förderprogramms kann in Kolitzheim nicht erfolgen, da es wegen der nahen Vermittlungsstelle keine Förderung gebe. Voraussichtlich wird allerdings die Telekom 2018 die Bandbreite selbst erweitern.
Anschließend ging Horst Herbert auf das Feuerwehrgerätehaus für Kolitzheim ein. Das größte Problem bei den Feuerwehren sei die häufig geringe Mannschaftsstärke. Einsätze seien dadurch nicht immer gewährleistet, so das Gemeindeoberhaupt. Eine Bedarfsplanung für die Gesamtgemeinde wurde bereits aufgestellt, dessen Ergebnis er demnächst erwartet. Dann könne man weiterplanen. Ob man nicht Geld sparen könne, indem gleichzeitig in Kolitzheim und Unterspiesheim ein Feuerwehgerätehaus gebaut wird, wollte Norbert Pfaff wissen. Herbert verwies erneut auf den ausstehenden Bedarfsplan.

Eine größere Diskussion stieß im Anschluss Rudi Bender an, indem er vorschlug die Kolitzheimer Umgehung im Alleingang anzugehen. Der Beschluss im Gemeinderat laute dagegen, die Umgehung gemeinsam mit Volkach und Gaibach zu bauen, so die Antwort des Bürgermeisters.

In Volkach liegt das Projekt aber momentan auf Eis, da eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts abgewartet werden muss. Wenn die Bundesstraße 286 mautpflichtig wird und das Logistikzentrum der Firma Schäffler in Kitzingen fertig ist, befürchten die Kolitzheimer jedoch noch mehr Verkehr durch den Ort insbesondere durch Mautflüchtlinge, wurde in der Diskussion deutlich. Deshalb kam von mehreren Bürgern der Vorschlag, die Beschlusslage des Gemeinderats nochmals zu überdenken, auch um die Bevölkerung zu schützen. Bei der Realisierung der Umgehungsstraße rechnet Horst Hebert trotz Zuschüssen des Freistaats mit Kosten von mindestens zehn Millionen Euro für die Gemeinde.

Außerdem müsse Kolitzheim anschließend für zehn weitere Jahre für den Straßenunterhalt sorgen, da durch die Umgehung die Staatsstraße zu einer Gemeindestraße abgestuft werde. Auch mit Blick auf die Flurbereinigung sei es doch wichtig, ob die Umgehung gebaut werde oder nicht, warf Klaus Eisenmann ein. Die Trasse sei festgelegt und werde berücksichtigt, sagte Herbert dazu.

Als ärmliche Situation bezeichnete Hans Wagner das Friedhofsareal für die Urnenbestattung. Nur eine kleine Tafel auf einem Stein und davor eine Rasenfläche, in die die Urnen gebettet werden gefalle ihm nicht. Man könne schnell mal auf eine Urne treten, so Wagner.

Genau das war einst das Konzept, antwortete hier Alfred Bumm. Keine Blumen, keine Platte, nur eine Wiese und ein Stein mit den Namen der Bestatteten. Bumm erinnerte weiter, dass vor Jahren der damalige Gemeinderat Rudi Bender die Bevölkerung in den Friedhof eingeladen hatte, um Wünsche für die Gestaltung eines Urnenfeldes auszuloten. Niemand sei damals gekommen, so Bumm. Dies bestätigte auch Bender. So legte man sich auf diese halb anonyme Bestattungsmöglichkeit fest.

Frank Witzel und Franz Häusner wollten wissen, wann und wie die Straßenschäden in der Sudeten- und Amselstraße und in der alten Siedlung behoben werden. Der Bauausschuss werde sich die Situation vor Ort anschauen, so Herbert.

Gleichzeitig gab er zu, dass die teils über 50 Jahre alten Straßen und Leitungen eigentlich komplett erneuert werden müssten. Angesprochen auf die Wohngemeinschaft für intensivpflegebedürftige Menschen, entwickelte sich eine Diskussion um das geplante Ärztezentrum in Kolitzheim. Mittlerweile gäbe es hier schon einen Bauträger und eine Baugenehmigung, erklärte der Bürgermeister.

Dennoch könne das Ärztehaus momentan nicht realisiert werden, da die Gemeinde keinen Ärztenachwuchs finde. Danach ging es bei der Bürgerversammlung noch einmal um die Dorferneuerung.

Auf dem für das neue Baugebiet vorgesehene Gelände soll im Rahmen der Dorferneuerung ein grüner Ring entstehen. Was jetzt daraus wird, wollte Aurelia Günther wissen. Es sei vorgesehen dieses Konzept innerhalb des Baugebietes zu verwirklichen, lautete die Antwort.

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