Konzertanter Dialog

22.03.2017

Mainpost 22.03.2017

 

ZEILITZHEIM

Konzertanter Dialog

Sich zurücklehnen und die Seele baumeln lassen“, lautete das Motto beim ersten Konzert des Jahres im Barockschloss Zeilitzheim.

Mit Anna Carewe und Oli Bott servierten zwei international bekannte Künstler ihrem Publikum ein Klangerlebnis der besonderen Art. Mit Cello und Vibrafon verband das Duett die verschiedenen Musikepochen miteinander und ließ dabei temporäre Grenzen in fließender Manier verschwinden.

Sanfte Klänge des Vibrafons bestimmten die Ouvertüre des musikalischen Vortrags, als würde frisches Wasser aus einer kleinen Quelle plätschern. Durch vehementen Cello-Einsatz verstärkte sich der natürliche Sound zunehmend, bis der munter dahinplätschernde Gebirgsbach im breiten Fluss des Lebens zur Ruhe kam.

„Neue Dialoge über alte Musik“ hieß das Thema des Spätnachmittags, das im meisterhaften Zusammenspiel zweier Profi-Musiker unter anderem Johann Sebastian Bachs Kompositionen mit Edvard Griegs Ideen verknüpfte.

Die grenzenlose Zeitreise mit Ausflügen zu Jazz und Improvisationen startete im 17. Jahrhundert und bog mit dem bekannten Song „Michelle“ von John Lennon und Paul McCartney im 20. Jahrhundert auf die Zielgerade ein.

„Als Musiker muss man neugierig sein“, sagte die Engländerin Anna Carewe, die als große Verfechterin der Neuen Musik gilt. Die Neugierde habe zu dem Experiment geführt, die verschiedenen Epochen nahtlos miteinander zu verknüpfen.

Anna Carewe war langjährige Solocellistin und prägende Persönlichkeit des „Ensemble Oriol Berlin“. 2007 verließ sie das Ensemble, um sich verstärkt ihren eigenen Projekten zu widmen, darunter das Sheridan Ensemble.

Der in Berlin lebende freischaffende Musiker Oli Bott hat sich als Sieger bei internationalen Wettbewerben wie dem NDR-Musikpreis für Jazzdirigenten einen Namen gemacht.

Er erhielt auch erste Preise beim Leipziger Improvisations-Wettbewerb sowie beim Europäischen Jazz-Contest. Er hat schon mit vielen internationalen Musikern zusammengearbeitet. Bott spielte in bekannten Orchestern, darunter die NDR-Bigband in Hamburg, die Rias-Bigband in Berlin und das Greg-Hopkins-Jazz-Orchester in Boston. Das Auditorium war dankbar dafür, dass die beiden Meister instrumentaler Kooperation ins kleine Zeilitzheim gekommen waren. Kräftiger Applaus nach jeder Komposition war obligatorisch.

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