Lärmschutz gerne höher als 1,5 Meter

26.01.2017

Mainpost 26.01.2017

UNTERSPIESHEIM                  Bürgerversammlung

Lärmschutz gerne höher als 1,5 Meter

Ein zentrales Thema der Diskussion in der Unterspiesheimer Bürgerversammlung war der Ausbau der B286.
Michael Kobosil wollte wissen, wer über die Gestaltung des Lärmschutzes entscheidet, der beim Ausbau der Bundesstraße vorgesehen ist. Ihn interessierte auch, ob der Erdwall – eine von zwei Varianten für den Lärmschutz – bepflanzt werden könnte.
Bürgermeister Horst Herbert erklärte, das eine Bepflanzung möglich sei. Dadurch entstehe aber kein zusätzlicher Effekt der Lärmminderung. Der meiste Lärm entstehe durch Rollgeräusche, eine Bepflanzung wäre lediglich ein Schönheitsaspekt.

Meinungsbild erhofft

Herbert erhoffte sich von der Bürgerversammlung eine Meinungsbildung, welche Variante des Lärmschutzes – zur Debatte steht auch eine Mauer – der Gemeinderat dann beschließen soll.

Wilfried Kerler sprach sich für eine Mauer aus, da der Aufwand für eine spätere Erhöhung niedriger wäre als bei einem Erdwall.
Könne man den Lärmschutz nicht gleich auf 2,50 Meter erhöhen, schlug Benedikt Schuster vor. In Schwebheim sei er vier bis fünf Meter hoch. „Die Kosten für jede Erhöhung über 1,5 Meter muss die Gemeinde tragen“, so die Antwort des Bürgermeisters. In Schwebheim sei der Lärmschutz wegen des direkt angrenzenden Siedlungsgebiet so hoch.

Gerhard Schuster wollte eine Auskunft über die Besitzverhältnisse der Rampen zur neuen Brücke, die über die Bundesstraße gebaut wird. Diese, so Herbert, bleiben weiter im Besitz der Gemeinde.

Thomas Heinkel fragte, warum die B286 nicht gleich bis Unterspiesheim vierspuriger ausgebaut wird, sondern nur bis Schwebheim. Der Bund sehe hier keinen Bedarf, da in Schweinfurt noch etwa 20 000 Fahrzeuge die Straße nutzen, bis zur Ausfahrt Unterspiesheim aber nur mehr 11 000 Fahrzeuge, antwortete Herbert.

Auf die Frage nach der Dauer des Brückenneubaus schätzte Herbert diesen auf vier bis sechs Monate. Einen Bürger interessierte, warum die Brücke überhaupt erneuert werden soll, da die Größe eigentlich ausreiche und die Brücke auch noch nicht so alt sei. Das Problem ergebe sich durch den Mittelpfeiler, der heute nicht mehr zulässig ist, antwortete der Bürgermeister.

Ob denn ein Fahrradweg nach Schwebheim geplant werde, wollte Alexandra Göbel wissen. Zu diesem Thema hat es bereits ein Treffen mit den betroffenen Bürgermeisterkollegen gegeben, informierte Herbert. Dabei wurden zwei Varianten diskutiert, eine Überführung oder eine Unterführung der B286 im Zug des Schwebheimer Brückenneubaus. „Wir sind dran“, versicherte Herbert, aber eine Unterführung brauche wesentlicher mehr Fläche. Wilfried Kerler regte an, den Radweg einfach links der Straße bis ins Gewerbegebiet von Schwebheim zu bauen, so bräuchte man überhaupt keinen Übergang.

Peter Sternecker sorgt sich bei einem Ausbau der Grettstädter Straße, über den nachgedacht wird, um die erhöhte Verkehrsbelastung für die Anwohner der Siedlung. „Wenn die Straße später ausgebaut wird, wird auch der Verkehr zunehmen, das ist uns klar“, so Herbert. Das gleiche gelte für den Röthleiner Weg der jetzt als landwirtschaftlicher Hauptweg geplant wird, das bedeutetet: mit Asphalt von 3,50 Meter Breite.

Großen Diskussionsbedarf gab es in der Bürgerversammlung auch beim Thema Mittagsbetreuung und dem damit verbundenen Schicksal der leerstehenden Schule in Unterspiesheim. Bürgermeister Herbert erklärte, dass es an den jetzigen Grundschul-Standorten keine Erweiterungsmöglichkeiten gebe. Trotzdem werde diskutiert, ob nicht doch etwas zu machen sei.

Siegfried Wieland riet zu einer Sanierung der Schule. Der pensionierte Lehrer wies auf die großen Klassenzimmer des Gebäudes hin und die vorhandenen, optimalen Außenanlagen. Es gebe viele Argumente für einen Neubau, aber auch für eine Sanierung, so der Bürgermeister. Der Freistaat Bayern bezuschusse etwa 50 Prozent der Kosten, egal ob Sanierung oder Neubau. Geld gebe es allerdings immer nur für die wirtschaftlichste Variante.

„Müssen wir an Kindern sparen?“

Zu bedenken gab Herbert auch, dass bei einer Sanierung derzeit kein barrierefreier Zugang zu den oberen Klassenzimmern möglich sei. „Bei allem Für und Wider geht es immer nur um die Kosten. Müssen wir denn wirklich an unseren Kindern sparen?“, wandte Katrin Beinrott ein.

„Wir geben kein Geld unnötig aus, aber die Regierung gibt uns die Vorgaben“, kam als Antwort. Das Gemeindeoberhaupt versicherte, er wolle die Planung verstärkt vorantreiben und versprach, sein Bestes zu geben.

Die Befürchtung von Herbert Brand, dass bei zeitlichen Verzögerungen die Grundschüler wie die Hauptschüler nach Gerolzhofen oder gar nach Oberschwarzach in die Schule fahren müssten, wies Horst Herbert energisch zurück.

Der Kommandant der Feuerwehr, Andre Schirmer, wollte wissen, wie weit die Pläne für das neue Unterspiesheimer Feuerwehrgerätehaus sind. Bürgermeister Herbert berichtete, das im Herbst ein Feuerwehrbedarfsplan für die ganze Gemeinde in Auftrag gegeben wurde. Das Ergebnis lasse noch auf sich warten. Man rechne im Frühjahr damit, erläuterte Herbert.

„Bevor wir investieren, stellen wir uns für die nächsten 20 Jahre richtig auf“, erklärte er. Grund sei, dass die Feuerwehren in der Gemeinde massive personelle Probleme haben. „Wir haben Ortsteile, wo Feuerwehren teilweise oder gar nicht mehr einsatzfähig sind.“ Auch wenn dies für Unterspiesheim derzeit nicht gelte, werde erst der Bedarfsplan abgewartet, so Herbert.

Man müsse auch bedenken, dass auf Grund der demografischen Entwicklung immer weniger Nachwuchs für die Feuerwehren zu erwarten sei. Die Planungskosten für das neue Unterspiesheimer Feuerwehrhaus seien im Haushalt für 2017 schon eingeplant, sagte der Bürgermeister.

Diskutiert wurde auch über das Gewerbegebiet der Gemeinde hinter dem Sägewerk. Nachfrage von Firmen gebe es derzeit keine.

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