Lehrer suchen Austausch mit den Betrieben

12.12.2016

Mainpost 12.12.2016

ZEILITZHEIM

Lehrer suchen Austausch mit den Betrieben

Auch Lehrer müssen manchmal noch die „Schulbank“ drücken: Um ihren Schülern eine gute Ausbildung zu garantieren, ist es für Lehrer unabdingbar, sich fortzubilden. Eine Möglichkeit zur Weiterbildung nutzten zwölf Berufsschullehrer aus Würzburg, Schweinfurt, Haßfurt und Bayreuth der Bauberufe Holzbearbeitung und Malerei in der Ziegelei Englert in Zeilitzheim. Organisiert hatte den Tag Aldo Lütgenau, der Fachmitarbeiter des Bereiches Bauholz und Farbe der Regierung von Unterfranken.
Es sei wichtig, so Lütgenau, den Austausch zwischen den Berufsschulen und der Industrie zu fördern. Begonnen hatte der Tag für die Berufsschullehrer mit einem Vortrag von Manfred Mai, Mitarbeiter der Ziegelei. Er informierte über die Energieeinsparverordnung und die Möglichkeiten, diese Vorgaben mit Ziegelprodukten zu bewerkstelligen.

Führung durch die Produktion

Am Nachmittag stand eine Führung durch die Ziegelei mit Betriebsleiter Stefan Englert an. An einzelnen Stationen erklärte er die Produktion der unterschiedlichen Ziegelsteine bis ins Detail. Die Hauptbestandteile der Ziegel sind Keuperton und Lößlehm, meist aus nahen Gruben. Mit weiteren Stoffen vermischt, zerkleinert, gemahlen und zwischengelagert, gelangt die Masse in eine Strangpresse, welche aus dem Tongemisch die rohen Ziegel, so genannte Formlinge, erzeugt.

Diese weichen Formlinge werden anschließend durch die einzelnen Kammern der Trocknerei gefahren, was je nach Ziegelformat mehrere Tage in Anspruch nehmen kann. Letztendlich werden sie im 63 Meter langen Tunnelofen gebrannt. Die Brenntemperatur muss über 850 Grad liegen.
Das Durchschieben durch den Ofen dauert ungefähr 24 Stunden, erfuhren die interessierten Führungsteilnehmer.
Nach dem Verlassen des Ofens wird ein Teil der Ziegel geschliffen und diese werden, ebenso wie die nicht weiterbearbeiteten Blockziegel, direkt auf Platten gesetzt und mit Dehnschlauchfolie verpackt.
Auf dem Freigelände werden sie bis zur Auslieferung gelagert.
Von großem Interesse war für die Lehrer die Halle, in der ganze Wandelemente gefertigt werden. Seit 1988 stelle man hier diese vorgefertigten Wände, vor allem für Industriebauten und Einkaufsmärkte her, erklärte Stefan Englert.

Fotos für die Schüler

Vor Ort konnten die Besucher der Herstellung einer Wand an der halbautomatischen Anlage folgen. Hier, wo noch die Hand von Menschen im Spiel ist, könne man auch noch Sonderformen herstellen, so der Betriebsleiter. Bei der zweiten, einer vollautomatischen Anlage, könnten nur gerade Wände produziert werden.
Es sei sehr interessant, den Produktionsablauf einer solchen Firma kennen zu lernen und davon Fotos zu machen, anhand derer man den Schülern den Herstellungsprozess erklären könne, so Berthold Schemmer von der Berufsschule Würzburg. Für ihn sei die Weiterbildung auch wichtig, um über technische Neuerungen auf dem Laufenden zu bleiben und Kontakte zu knüpfen. Deshalb zieht Schemmer auch einen Betriebsbesuch mit seinen Schülern in Betracht.

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