Lügengebäude fällt in sich zusammen

15.03.2017

Mainpost 15.03.2017
LINDACH
Lügengebäude fällt in sich zusammen
Mit der dreiaktigen Komödie von Erich Koch „Erbtante aus Afrika“ nahmen die Lindacher Laientheatertage des örtlichen Kulturvereins ihren Lauf.
Die Dorfbühne Lindach feierte unter der Leitung von Regisseur Rainer Feulner im vollbesetzten Saal des FC-Sportheims mit dem Luststück Premiere. Gespielt wird nun an allen Wochenenden bis einschließlich Sonntag, 9. April. Karten gibt es bei Martina und Torsten Wehner, www.kulturverein-lindach.de

Ein einziges Spektakel
Die Szenerie, die auf der Bühne geboten wurde, war ein einziges Spektakel. Begeisterung und Lachsalven lösten die Szenen beim Publikum aus, wenn die Akteure bei entsprechender Musik, Mimik, Gestik und mit komödiantischem Können in Aktion traten. Allein der Wortwitz im Lindacher Dialekt, unter Einbindung des Ortsgeschehens, die originellen Kostüme und die Requisiten sorgten schon für Heiterkeit.
Seitens der Schauspieler gab es keinen Schwachpunkt. Alle spielten selbstsicher, locker, mit innerer Begeisterung und deutlicher Sprache. Thomas Schön zeichnete für die neue Bühnentechnik verantwortlich, die punktgenau funktionieren musste.
Daniela und Helmut Reisbeck gestalteten das Bühnenbild. Eva Rock hatte viel Arbeit mit der Maske, allein schon, wenn es galt, den Häuptlingssohn Kongo aus Schwarzafrika, gespielt von Horst Niedermeyer, für seinen Auftritt zu präparieren. Wie immer war Magda Hellert als Souffleuse dabei, die aber von den Akteuren kaum gebraucht wurde. Die Handlung spielte sich im Wohnzimmer der Familie des Biedermanns Kurt ab, dargestellt von Heinz Rock. In Wahrheit ist er aber ein Zocker und Schwindler erster Güte, der schon ein Vermögen auf der Rennbahn und in anderen Etablissements gelassen hat.
Doch sein Schutzengel, die Erbtante Laura aus Afrika, gespielt von Gudrun Rieger, half ihm immer wieder mit ihren Millionen in der Hinterhand aus der Patsche. Kurt erschlich sich die diversen Finanzspritzen immer wieder mit unzähligen erfundenen körperlichen Gebrechen, und den daraus resultierenden Arztkosten. Seine Frau Ulla, gespielt von Hannelore Wiederer, kommt ihren Angetrauten aber so nach und nach auf die Schliche.
Die Töchter Gabi und Biggi, gespielt von Natascha Schlütter und Martina Wiederer, fielen aus allen Wolken, als das Lügengebäude ihres Vaters eines Tages zusammenstürzte. Trine, Postbotin und ausgewiesene Dorftratsche, gespielt von Elisabeth Dägele, hatte ihre Nase überall im Geschehen.

Rette sich, wer kann
Plötzlich ging es für die ganze Familie nur noch darum, schadlos aus der Situation herauszukommen. Da mussten Kurts Kumpane Viktor und Helmut mit ran, gespielt von Marcel Wieland und Matthias Faulhaber. Sie mussten sich als vermeintliche Schwiegersöhne zur Verfügung stellen. Kurts Ehefrau wurde zur türkischen Putzfrau umfunktioniert. Farbe im wahrsten Sinne des Wortes brachte der afrikanische Häuptlingssohn Kongo ins Spiel, den Tante Laura aus Afrika als ihren Kofferträger mitbrachte.
Mit afrikanischem Zauber, verbunden mit dem entsprechendem Getränk, brachte der junge Mann letztlich die Lage ins Reine, mit der Einleitung der Geburten bei den Töchtern, die gar nicht schwanger waren, und der Halluzinationen, die er Kurt verschaffte. Zu aller Verwunderung verliebte sich Biggi auch noch in den stattlichen Afrikaner.

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