Musik aus Schottland und Tänze des Barocks

05.12.2016

Mainpost 05.12.2016

ZEILITZHEIM

Musik aus Schottland und Tänze des Barocks

Mit einem weihnachtlichen Konzert im Jagdsaal und anschließendem Barock-Tanz endete die diesjährige Veranstaltungsreihe im Schloss Zeilitzheim.

Unter dem Titel „Der grüne Diamant – ein Adventskonzert“ war das Duo „La Vigna“, bestehend aus dem Ehepaar Theresia und Christian Stahl, nach Unterfranken gekommen. Die beiden studierten Musiker aus Sachsen hatten nicht nur seltene exotische Zupfinstrumente wie eine Theorbe mitgebracht, das größte Instrument der europäischen Lautenfamilie, oder eine Barocklaute ohne den typische Knickhals, sondern auch Blockflöten, auf denen Querflötenliteratur in der originalen Tonart gespielt werden kann.
Beginn und Abschluss des Konzertes bildeten je vier Lieder aus der „Sammlung alter schottischer Melodien“ von Francesco Barsanti. Diese ruhigen, inspirierenden und selten zu hörenden Stücke schrieb er so auf, wie sie in Schottland gespielt wurden, berichtete Stahl.

Und die Melodien entführten die Zuhörer tatsächlich direkt in die Welt des schottischen Hochlands. Dazwischen gab es prunkvolle Sonaten von Georg Friedrich Händel, Arcangelo Corelli, Dario Castello und Guiseppe Sammartini zu hören.
Auch bekanntere, weihnachtliche Klänge durften nicht fehlen. Neben „Joy to the world“, das Händel zugeschrieben wird, und „Tochter Zion“ standen die traditionellen Stücke „God rest you merry, Gentlemen“ und „The first noel“ auf dem Programm.

In diesem eigentlich nicht vorgesehen war dagegen das Präludium aus der Cello-Suite von Johann Sebastian Bach. Christian Stahl spielte es trotzdem und wechselte dafür auf die Barock-Laute. Besonderheit dieses Instrumentes ist seine Stimmung in d-Moll, erläuterte der Künstler. Dadurch könne mit ihr Musik gespielt werden, die es so heute gar nicht mehr gebe. Nämlich die weniger bekannte, ruhige und zarte Barockmusik in deren unverhofften Genuss die Zuhörer somit kamen. Ohne eine Zugabe durfte das Duo dann natürlich auch nicht das Konzert beenden.
Im Anschluss an die musikalischen Schätze aus der Barockzeit konnten sich die Konzertbesucher dann über die Tanzvorführung der Gruppe „Piccolo Mondo Antico“ aus Turin freuen. Deren Mitglieder haben sich aufgrund ihrer Leidenschaft für Kunstgeschichte den Tänzen in der Zeitspanne zwischen 1650 und 1915 verschrieben. Dabei achten sie darauf, dass die selbstgeschneiderten Kostüme, Frisuren und Choreographie dem Original möglichst nahe kommen.
Drei Mitglieder der Gruppe, Laura Romero, Alessandra Lambarelli und Fabrizio Toscano waren nach Zeilitzheim gekommen und führten in historischen Kostümen des 18. Jahrhunderts zunächst eine „Promenade“ zu Musik von Georg Friedrich Händel vor. Es folgten darauf noch zwei Tänze zu Musik von Arcangelo Corelli und Jean-Philippe Rameau. Auch bei ihnen bedankte sich das Publikum am Ende mit begeistertem Applaus.

 

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