Personalmangel oder doch nicht?

14.11.2016

Mainpost 14.11.2016

LINDACH

Personalmangel oder doch nicht?

Die Personalprobleme der Wehren in der Gemeinde Kolitzheim relativierten Vorsitzender Thomas Schön und Kreisbrandmeister Daniel Scheller aus Stammheim bei der Jahresversammlung der Lindacher Wehr.
Kommandant Holger Hellert kann in Notfällen auf etwa 30 aktive Wehrmänner aus dem Kreuzpfadort bauen. Auch sechs Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren unterstützen die Truppe. Die ehemals aktiven Frauen hätten sich aber leider alle zurückgezogen.
Alfred Bumm, derzeit amtierender Bürgermeister, riet, sich nicht von den zurzeit guten Teilnehmerzahlen bei den Aktiven täuschen zu lassen. Die Wehr müsse die Werbung um neue Mitglieder unbedingt fortsetzen. Der Lindacher Gemeinderat Gerd Endres sah das auch so. Er kritisierte, dass auf der Liste viele Namen von Aktiven stünden, aber bei Übungen und Einsätzen lasse die Teilnahme zu wünschen übrig, wie er beobachtet hat. Daher sehe er einen gewissen Gesprächsbedarf, zumal sich die Gemeinde stets recht großzügig bei der Ausstattung der Wehren zeige. Diese müssten das durch Einsatz auch rechtfertigen.

Kommandant Hellert verwies darauf, dass man pro Monat zwei Übungen und zusätzlich Fortbildungen auf regionaler Ebene anbiete. Als Kommandant wünsche er sich, dass jeder Aktive wenigstens einmal im Monat an einer Übung und wenigstens alle fünf Jahre an einer Fortbildung teilnehme, um einen gewissen Ausbildungsstand nachweisen zu können.
Dazu verteilte er Übungspläne und Hinweise an die Feuerwehrleute, was im Umgang mit der neuen Digitalfunktechnik vonnöten ist. Was die moderne Funktechnik anbelangt, sicherte Kreisbrandmeister Scheller Unterstützung zu. Er war bis vor Kurzem Digitalfunkbeauftragter und kennt sich hier bestens aus.
Scheller sieht sich in seiner neuen Rolle als Kreisbrandmeister auch als Koordinator aller Wehren der Gemeinde Kolitzheim. Er kündigte an, die Zusammenarbeit der acht Wehren zu intensivieren, um kompetenter und schlagkräftiger zu werden.
Kommandant Hellert und Kreisbrandmeister Scheller appellierten an die Feuerwehrleute, dieses Ansinnen aktiv und vorbehaltlos zu unterstützen, damit im Ernstfall eine gut kooperierende und vernetzte Truppe den wichtigen Dienst am Nächsten ausüben könne. Dies wünscht sich auch Alfred Bumm, der den Dank der Gemeinde an die Wehrmänner für ihre Arbeit zum Ausdruck brachte.
In seinem Rechenschaftsbericht verzeichnete Kommandant Hellert wenige Ernstfälle, bei denen die Wehr gefordert war. Man wurde lediglich zu einem Verkehrsunfall gerufen, der aber glimpflich verlaufen war. Außerdem mussten mehrere Ölspuren beseitigt werden. Die Wehr nahm aber an überörtlichen Alarmübungen teil.
Kassenwart Alexander Lenhart berichtete, dass das Sommerfest einen ordentlichen Gewinn in die Kasse des finanziell gesunden Vereins gespült habe. Die Revisoren Reinhold Wiederer und Werner Reisbeck hatten an der Kassenführung nichts auszusetzen.

Der Lindacher Feuerwehrkamerad Heinz Rock, der Kaminkehrermeister und Energieberater ist, hielt in der Jahresversammlung einen Vortrag zum Thema „Rauchmelder können Leben retten“. Er führte aus, dass die Geräte ab dem 1. Januar 2018 Pflicht in Wohnungen und Wohnhäusern sind. Mit statistischen Zahlen und eindrucksvollen Bildern belegt er den Nutzen solcher Geräte.
Er gab Tipps, wo und wie Rauchmelder in den Häusern anzubringen sind. Er erklärte die Funktionsweise ebenso wie die Wartung. Das Anbringen von Rauchmeldern mache unbedingt Sinn, zumal es keine Pflicht mehr sei, Feuerlöscher bereitzustellen, so Rock. Einen Feuerlöscher zu besitzen sei aber keineswegs falsch, doch man sollte darauf achten, dass sein Verfallsdatum nicht abgelaufen ist.

 

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