Riehlshof: Das Dach ist dicht

13.12.2016

Mainpost 13.12.2016

HERLHEIM

Riehlshof: Das Dach ist dicht

Das Notdach am Riehlshof in der Ortsmitte von Herlheim ist abgebaut. Die Sanierung der Grundkonstruktion und des ursprünglichen Daches ist abgeschlossen.

Bei eisiger Kälte, draußen und drinnen, inspizierte am Dienstag der Projekt-Architekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) Matthias Wagner aus Bonn das denkmalgeschützte Gebäude. Die DSD fördert mit dem Projekt „Riehlshof“ der Interessengemeinschaft (IG) für Bauwerkerhalt, Umwelt- und Kulturpflege e.V. zum ersten Mal im Landkreis Schweinfurt ein profanes Baudenkmal.
Inspekteur Wagner war sehr angetan von der Begeisterung und der Freude, mit der die Mitglieder der IG am Riehlshof bisher zu Werke gingen. „Diese Leute identifizieren sich mit dem Objekt“, bescheinigte Wagner dem Vorsitzenden Matthias Braun und seinen Mitstreitern „enormes Engagement und Fachkunde“. Besonders positiv bei der Sanierung des Riehlshofs sieht Wagner die Tatsache, „dass Zeit im Spiel ist“. Man sei nicht gezwungen, alles übers Knie zu brechen.

Die IG stehe trotz großer Fortschritte vor großen Herausforderungen, denn Fragen der Finanzierung und der künftigen Nutzung müssten noch beantwortet werden, so Wagner bei dem Ortstermin, an dem auch Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege, der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Schweinfurt, Kreisheimatpfleger, IG- Mitglieder und Ortsbewohner teilnahmen. Marcus Götz vom Ingenieurbüro ALS erläuterte die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen und zeigte die durchgeführten Arbeiten.
IG-Vorsitzender Braun zeigte sich erfreut über den Besuch. Dies zeige den Stellenwert des Denkmalschutzes. Er bedankte sich bei allen Förderern, ohne die das Erreichte niemals möglich gewesen wäre. Das überregional nahezu einmalige Wohnstallhaus aus dem Jahr 1608 führte lange Zeit ein Schattendasein. Dem Engagement der IG ist es zu verdanken, dass das Gebäude noch erhalten ist und Zeugnis für die Geschichte der Region abgeben kann. Seit 2009 schützte ein Notdach das Haus, um einen weiteren Verfall zu verhindern und dem Verein Zeit für eine Finanzierung der Sanierung zu geben.
Die Schäden waren groß, aber durch fachgerechte zimmermannsmäßige Techniken konnte die Konstruktion komplett wieder hergestellt werden. Ein Duo von zwei erfahrenen Zimmerern habe in drei Monaten die gesamten Arbeiten von der erneuerten Schwelle, angesetzten Sparren bis zur Eindeckung des Daches mit den vom Haus und einer Abbruchscheune geborgenen fränkischen Rinnenziegeln bewältigt. Man liege gut im ursprünglich gesetzten Zeitrahmen von zehn Jahren, erklärte Vorsitzender Braun. Im vergangenen Monat habe man das Notdach entfernen können.

Beim Rundgang bescheinigte Projekt-Architekt Wagner höchste Qualität bei der Ausführung der Arbeiten. Die DSD ist Hauptförderer der fast 100 000 Euro teuren Maßnahme am Riehlshof.

Weitere finanzielle Unterstützer sind das Landesamt für Denkmalpflege, die Bayerische Landesstiftung, die Doktor-Ottmar-Wolf-Kulturstiftung, die Gemeinde Kolitzheim, der Bezirk Unterfranken, die Stiftung der Sparkasse Schweinfurt sowie der Landkreis Schweinfurt. Die IG-Mitglieder seien an die Grenzen des Machbaren gegangen, so Wagner.
Um die Maßnahme stemmen zu können, wurden Barmittel, erhebliche Sachmittel und hunderte von Stunden an Eigenleistung erbracht. Sie dürfen auch in Zukunft auf die Unterstützung der DSD hoffen.
 

Laut Wagner fördert die Stiftung auch in den kommenden Jahren Maßnahmen in Bayern. Der Architekt ist deshalb guter Dinge, dass der Riehlshof bei der Verteilung der Fördergelder erneut berücksichtigt wird. „Ich werde das auf alle Fälle befürworten, denn hier wird ein vorzeigbares wertvolles Denkmal erhalten“, blickte Wagner zur Freude der Anwesenden zuversichtlich nach vorne.

 

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