Schutz für die wichtigste Ressource der Natur

11.10.2016

Mainpost 11.10.2016

KOLITZHEIM/SULZHEIM

Schutz für die wichtigste Ressource der Natur

Mehr als 15 Jahre beschäftigten sich die Gemeinden Kolitzheim und Sulzheim mit dem Thema Kläranlage. Die veralteten Teichkläranlagen aus den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mussten ersetzt oder zumindest aufgerüstet werden.
Nach einer Bauzeit von eineinhalb Jahren wurde die neue Anlage im April dieses Jahres in Betrieb genommen. Jetzt, bei der offiziellen Eröffnung, konnte der Zweckverbandsvorsitzende, der Kolitzheimer Bürgermeister Horst Herbert, viele in den Bau involvierte Gäste begrüßen.

Es war nach den besten Lösungen gesucht worden. Studien wurden in Auftrag gegeben, beispielhafte Anlagen besucht und interkommunale Gespräche geführt. Schließlich wurde der Abwasserzweckverband Kolitzheim-Sulzheim gegründet, die Anlage detailliert geplant und der Neubau auf dem Gelände nahe Zeilitzheim realisiert.
„Die heutige Einweihungsfeier dieser Anlage ist der krönende Abschluss eines langen Prozesses,“ so Herbert. „Vorläufig“ sage er, weil bisher nur das Abwasser aus den sechs angeschlossenen Kolitzheimer Gemeindeteilen gereinigt werde. Das Abwasser aus Sulzheim kommt wohl erst in einigen Wochen dazu.

Kaum jemand, der täglich seine durchschnittlich 130 Liter Wasser verbrauche mache sich Gedanken, was mit dem Abwasser passiere, so Herbert. Er ärgere sich allenfalls über die Gebühren. „Aber jeder erwartet auch, dass die Abwasserreinigung den steigenden Anforderungen genügt, unsere Bäche und Flüsse frei sind von Schadstoffen und Belastungen,“ sagte er.

Planer und Bauleiter Hugo Barthel vom Ingenieurbüro Pro-Terra berichtete, dass trotz europaweiter Ausschreibung der Hauptgewerke deutsche Firmen, teilweise sogar aus der nächsten Umgebung die Arbeiten übernahmen. Die kleineren Gewerke führten Handwerker aus der unmittelbaren Nähe aus. 40 bis 50 Mitarbeiter mehrerer Firmen waren teilweise auf der Baustelle tätig, berichtete Barthel. Wegen der beengten Platzverhältnisse sei es manchmal wie in einem Ameisenhaufen zugegangen. „Viel Herzblut ist von mir in die Planung und Verwirklichung dieses Projektes eingeflossen, damit ein wirtschaftliches, nachhaltiges und attraktives Gesamtwerk entstehen kann,“ sagte Hugo Barthel.

Den Kläranlagenbau der zwei Gemeinden Kolitzheim und Sulzheim bezeichnete Landrat Florian Töpper als positives Beispiel dafür, wie Pflichtaufgaben in interkommunaler Zusammenarbeit zum Wohle der Bürger erfüllt werden könnten. „Zudem birgt die neue Kläranlage auch einen erheblichen ökologischen Mehrwert“, so der Landrat, „ermöglicht ihre Inbetriebnahme doch die Aufgabe alter und weitaus weniger umweltfreundlicher Teichkläranlagen.“

Leonhard Rosentritt vom Wasserwirtschaftsamt in Bad Kissingen betonte, dass Wasser die wichtigste Ressource für den Menschen sei. Ohne Wasser gebe es kein Leben. Das Wasser werde zwar im eigentlichen Sinne nicht verbraucht, aber durch Verschmutzung ungenießbar. „Mit dem Bau der Kläranlage und den zugehörigen Pumpwerken und Druckleitungen hat der Abwasserzweckverband mit seinen Gemeinden seine Hausaufgaben jetzt in ganz vorbildlicher Weise erledigt. Die neue Kläranlage erfüllt alle gesetzlichen Vorgaben“, so Rosentritt.

Der stellvertretende Verbandsvorsitzende, der Sulzheimer Bürgermeister Jürgen Schwab, dankte allen die mit dem Bau der Kläranlage zu tun hatten, aber auch den Landwirten, die durch die Bauarbeiten beeinträchtigt waren, und den Bürgern, die durch die erhobenen Beiträge das Vorhaben bezahlen.
Pfarrerin Viktoria Fleck und Gemeindereferent André Christoph segneten die Anlage. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Armin Stawitzki und seinen drei Söhnen.

Jürgen Schwab, Horst Herbert, Hugo Barthel, Florian Töpper und Leonhard Rosentritt enthüllten das Kläranlagenschild.

 

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