Stammheim: Roland Moller war die Seele der Gruppe

16.02.2017

Mainpost 16.02.2017

STAMMHEIM

Stammheim: Roland Moller war die Seele der Gruppe

Die Führung der Bereitschaftsgruppe Stammheim des Bayerischen Roten Kreuzes lud ihre 48 Mitglieder zur routinemäßigen Jahresversammlung ein.
Allerdings nahmen nur 14 Aktive teil. Dennoch war die Versammlung relativ gut besucht, weil neben den passiven Mitgliedern, die Gemeinderäte und die komplette Feuerwehrspitze sowie die gesamte Führungsriege des BRK-Kreisverbands Schweinfurt vertreten war.

Fortbildungen der Ersthelfer

Ortsbereitschaftsleiter Roland Moller ging in seinem Rechenschaftsbericht auf die vielfältigen Aktivitäten seiner Mannschaft ein. Die Aktiven nahmen rege an Fortbildungen teil, wo es um den sach- und fachgerechten Einsatz der Ersthelfer vor Ort nach den neuesten Richtlinien ging.
Diese Ausbildung geschah immer am modernen medizinischen Gerät wie beispielsweise dem Defibrilator. In vielen Notfällen, wie beim Brückeneinsturz bei Schraudenbach, bei einigen schweren Verkehrsunfällen, bei Evakuierungen im Zusammenhang mit Wohnhausbränden im Umkreis oder bei Einsätzen in der Flüchtlingshilfe, verrichtete man Samariterdienste am Nächsten mit viel Idealismus und Einsatz.
Besonders hervorzuheben sei die Zusammenarbeit mit anderen BRK-Ortsgruppen und mit der örtlichen Feuerwehr, aus der letztlich die Rotkreuzgruppe Stammheim hervorging. Diese Einsätze ließen sich nur bewerkstelligen, weil die Stammheimer nach und nach mit modernen Einsatzfahrzeugen ausgestattet wurden, dankte Bereitschaftsleiter Moller dem Kreisverband.

BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Lindörfer informierte, dass der BRK-Landesverband auf Geheiß der Blutbank beabsichtige, die kleineren Orte, wie Stammheim, aber auch andere, als Blutspendestationen aufzulösen, wegen zu geringer Zahlen von Blutspendewilligen, die erschienen waren.
Außerdem würden in der Medizintechnik weniger Fremdblutspenden gebraucht, weil inzwischen mehr Eigenblutkonserven Verwendung fänden, was Ansteckungsrisiken mindere.
BRK-Kreisvorsitzender Hartmut Bräuer warnte vor diesen Schließungen. Er verwies darauf, dass in Bayern täglich etwa 2000 Blutkonserven gebraucht würden. Ob die dann immer mit Eigenblutkonserven abzudecken seien, darf bezweifelt werden, zumal diese Methode wohl nicht generell angewandt werden könne, wenn man an schwere Verkehrsunfälle denke, wo sofort gehandelt werden müsse.

Zu weite Anfahrtswege

Da könne man sicherlich nicht erst Eigenblutkonserven gewinnen. Außerdem kämen bei vermehrten Schließungen noch weniger potenzielle Blutspender, weil denen dann die Anfahrtswege zu weit seien, wenn das Ganze zentraler abgewickelt werden würde.
Kreisbereitschaftsleiter Jürgen Niklaus lobte wie Vorsitzender Bräuer die hohe Einsatzbereitschaft, den vorbildlichen Zusammenhalt und das stete soziale Miteinander der Stammheimer Rotkreuzler, auf deren Hilfe sich die in Not geratenen Mitmenschen immer verlassen könnten.
Auch ein Alleinstellungsmerkmal der Gruppe, die Gulaschkanone, fand noch eine besondere Würdigung. Sie war sogar bei Hochwasserkatastrophen in Sachsen und in Südbayern im Einsatz, um damit die Verpflegung der Helfer vor Ort sicherstellen zu können.

Ortsgruppenchef legt Amt nieder

Ein besonderes Lob und sehr persönliche Worte des Dankes richteten beide Redner an den scheidenden Ortsgruppenchef. Er stellte sich nach 13 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als Bereitschaftsleiter nicht mehr zur Verfügung. Roland Moller war die Seele der Stammheimer Rotkreuzgruppe. Er baute sie auf und entwickelte sie weiter auf das hohe Aktivitätsniveau, das sie heute auszeichnet. Er verstand es, Mitstreiter für die Sache zu begeistern und zu gewinnen.

Drei Mitglieder der Ortsgruppe, Winfried Seißinger, Petra Hammer und Alfred Hackenberg, würdigten ebenfalls mit einem Sketch die außergewöhnlichen Leistungen ihres scheidenden Chefs. Sie brachten die Wertschätzung der gesamten Gruppe zum Ausdruck und überreichten Moller ein Geschenk.

Auch Neuaufnahmen standen an. Mit Brigitte Seißinger, Florian Rettner und Marcus Moller stoßen nun auch wieder junge Leute mit entsprechender sozialer Kompetenz zur Gruppe.

Altgediente Mitglieder wurden mit einer Urkunde und Auszeichnungsspange geehrt, zehn Jahre Bernhard und Stefan Niedermeyer, 15 Jahre: Winfried Seißinger, Alfred Hackenberg, Michael Scheller, Johannes Prowald und Dominik Firsching.

In der Neuwahl wurde Fabian Flederer zum neuen Bereitschaftsleiter bestellt, seine Stellvertreterin bleibt Petra Hammer. Zur Stärkung der Kameradschaft traf man sich abschließend zur Brotzeit und einem gemütlichen Zusammensein.

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