Unterspiesheimer gewinnt Gründerpreis

06.02.2017

Mainpost 06.02.2017

UNTERSPIESHEIM/SCHWEINFURT

Unterspiesheimer gewinnt Gründerpreis

Der Mut meist junger Leute, eine Firma zu gründen, sich selbstständig zu machen, sinkt. Bundesweit zumindest. Nicht aber in der Stadt und im Landkreis Schweinfurt. Da gibt es einen „positiven Gründungssaldo“, hieß es bei einer ebensolchen Premiere: der Verleihung des Gründerpreises der Stadt Schweinfurt. Bei der kleinen und wegen des lockeren Ablaufs feinen Veranstaltung – natürlich – im Gründerzentrum GRIBS am Hainig wurden am Donnerstagabend die drei ersten Preisträger und der Gewinner eines von der Sparkasse gesponserten Sonderpreises gekürt und auch ein wenig gefeiert.

Botchaft der Politik: Ohne Gründer kein Fortschritt

Oberbürgermeister Sebastian Remelé und Landrat Florian Töpper machten deutlich, dass die hiesige Region wesentlich von den Innovationen des Mittelstands und der Industrie lebe. Gründungen von kreativen Menschen in Gewerbe, Handwerk und Dienstleistungen seien aber die Voraussetzung für eine Fortentwicklung der Wirtschaft und damit neuen Arbeitsplätzen.

Sie sagten das aber nicht in ausufernden Reden, sondern im kurzweiligen Interview mit dem Journalisten Blacky Schwarz, der mit viel Witz durch den Abend moderierte. „Wir leben von der Innovation und von Gründern“, antwortete etwa Remelé und erinnerte daran, dass sämtliche Großbetriebe in Schweinfurt „in einem Hinterhof begonnen haben“. Töpper ermutigte kreative Köpfe zum Firma-Gründen. Platz dafür werde die Politik in Stadt und Landkreis schaffen. Als mögliche Standorte für eine Ansiedlung nannte er unter anderem die ehemalige Conn Kaserne. Dann schon der Hauptakt.

Der erste Gründerpeisträger ist ein Gärtner

Der erste mit einem Preisgeld von 5000 Euro dotierte Platz ging an Tobias Zillmer für die Gründung seiner gleichnamigen Firma „Gartengestaltung“. Der aus Unterspiesheim stammende Zillmer hat die Planung und Bauausführung eines Gartens, aber auch den Baustoffhandel für Kunden, die selbst Hand anlegen wollen, kombiniert. Und das sowohl off- wie online mit mittlerweile zwei Shops, in denen man Baumaterial und Gartenelemente ordern kann.

Das nach Auffassung der Jury „kluge Geschäftsmodell“ bis zum schlüsselfertigen Garten ging 2013 an den Start, mit 1000 Euro Eigenkapital. Heute macht Zillmer mit einem im Moment fünfköpfigen Team Umsätze im sechsstelligen Bereich. Standort mit Maschinenpark und 1300 Quadratemeter großer Ausstellungsfläche ist im neuen Betriebsstandort in Grettstadt.

Individuelle IT-Lösungen aus einer Hand

Platz 2 ging an die Drai-Consult Schweinfurt mit den Gründern Andreas Darlapp, Sebastian Vay und Holger Zorn. Die Gesellschaft ist im GRIBS gestartet und hat sich in kurzer Zeit einen bundesweiten Kundenstamm eerarbeitet. Die Firma bietet keine Lösungen von der Stange, sondern individuelle IT-Lösungen aus einer Hand an. Derzeit zählt das junge Unternehmen sechs Vollzeitbeschäftigte. Der Silberrang ist mit 3000 Euro dotiert.

Im Segment sportliche Funktionskleidung in Deutschland eine Top-Adresse

Rang drei vergab die Jury an Lukas Weimann. Er hat die Firma P.A.C. gegründet und entwickelt und produziert, zum Teil in Schweinfurt, sportive Funktionstextilien. Weimann begann als Zweimann-Betrieb bescheiden, heute gehören der Gesellschaft acht Mitarbeiter und auch ein Auszubildender an. Die Umsätze sind mittlerweile siebenstellige, in Maschinen wird zur geplanten Ausweitung permanent investiert. P.A.C ist im Segment sportlicher Funktionskleidung in Deutschland mittlerweile eine der ersten Adressen. Der schnelle Erfolg war der Jury der dritte Platz und 2000 Euro Wert. Die Laudationes hielten OB und Landrat.

Übernachten ist in der Stadtvilla in allen Kategorien möglich

Die gleiche Höhe hat der Sonderpreis der Sparkasse, der für die Gründung der Stadtvilla Schweinfurt an die beiden Chefs Marco und Stefan Hopfauer vergeben wurde. Die Laudatio hielt Vorstandsvorsitzender Johannes Rieger. Im unter dem Begriff Stadtvilla vereinten ehemaligen Gasthof/Hotel Zeppelin und Central-Hotel bieten die Gründer nach dem Erwerb und der grundlegenden Sanierung der Häuser alle Kategorien an Übernachtungen an.

Diese beginnen beim klassischen Hotelzimmer, setzen sich übers Studio fort und reichen bis hin zum so genannten Boardinghouse, also längerfristig genutzte kleine Wohnungen. Das Team der Hopfauers zählt heute bereits 19 Mitarbeiter.

Über alle vier Preisträgerfirmen, ihre Entstehung, die Produkte und die jeweilige Unternehmensphilosophie folgen detaillierte Berichte. Der Gründerpreis wird das nächste Mal im Jahr 2019 vergeben.

 

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