Viele Themen auf der Agenda

25.01.2017

Mainpost 25.01.2017

 

KOLITZHEIM

Viele Themen auf der Agenda

Was tut sich in der Gemeinde Kolitzheim: Die Einwohnerentwicklung der Kommune läuft gegen den Trend. Anders als prognostiziert wächst die Gemeinde Kolitzheim. nders als prognostiziert, wächst die Gemeinde Kolitzheim. Davon berichtete Bürgermeister Horst Herbert in der ersten Bürgerversammlung der Gemeinde Kolitzheim im Sportheim in Unterspiesheim. Die anwesenden 90 Bürger erfuhren, dass die Einwohnerzahl der Gemeinde im vergangenen Jahr um 29 gestiegen ist, auf jetzt 5517 Einwohner.

In Unterspiesheim selbst leben 1196 von ihnen, 29 mehr als im Jahr zuvor. Positiv bewertet der Bürgermeister, dass den 50 Sterbefällen des vergangenen Jahres 58 Geburten gegenüberstehen. „Die Talsohle der Geburtenrückgänge scheint überwunden zu sein“, so sein Kommentar.

Ungebrochen ist die Nachfrage nach Bauplätzen in der Gemeinde Kolitzheim. Als Grund gab der Bürgermeister die Niedrigzinsphase an. Damit stehe für die Gemeinde die Ausweisung neuer Baugebiete im Vordergrund.

In den acht Ortsteilen der Kommune sind derzeit nur 15 Bauplätze im Angebot. Trotz der Erschließung des Neubaugebiets in Unterspiesheim vor zwei Jahren ist in diesem Ort derzeit kein Erwerb eines Grundstückes möglich, da bereits alle verkauft oder schon bebaut sind Das Gleiche gilt für Stammheim und Lindach. In Gernach und Herlheim ist jeweils nur ein Bauplatz frei, in Oberspiesheim sind es zwei, in Kolitzheim drei und in Zeilitzheim fünf.

Eine Verbesserung dieser Situation ist in Stammheim in Sicht, da die Erschließungsarbeiten für die Baugebietserweiterung vergeben sind, so dass die Arbeiten im Frühjahr beginnen werden. Die Erschließung eines weiteren Baugebiets in Unterspiesheim ist für 2017/18 geplant, berichtete Herbert.

In Gernach, Kolitzheim und Lindach beschäftige man sich derzeit mit der Aufstellung von Bebauungsplänen für neue Siedlungen. In Herlheim gibt es den Bebauungsplan schon, sodass die Erschließung möglich ist. Nur in den Ortsteilen Oberspiesheim und Zeilitzheim gibt es derzeit keine aktuellen Baugebietsplanungen.

Die Finanzsituation der Gemeinde Kolitzheim stellt sich für Bürgermeister Herbert überwiegend positiv dar. Er berichtete von einem Gesamthaushalt von rund 19 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Er gliederte sich in etwa neun Millionen Euro im Verwaltungshaushalt für die laufenden Kosten der Kommune, und in etwa zehn Millionen Euro im Vermögenshaushalt, in dem die Investitionen gebündelt sind. Derzeit beläuft sich der Schuldenstand auf 2,01 Millionen Euro, dem gegenüber stehen rund fünf Millionen Euro Rücklagen. So ergibt sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 363 Euro, 909 Euro Rücklagen pro Einwohner.

Trotz der großen Investition in die neue Kläranlage habe die Gemeinde nach wie vor „eine gesunde finanzielle Basis“, erklärte Herbert stolz. In der Zukunft stünden aber weitere kostenintensive Aufgaben an.

Als Beispiele nannte er den Breitbandausbau, den Neubau eines Feuerwehrhauses in Unterspiesheim, die Einrichtung von Mittagsbetreuung und Ganztagsschule für die Grundschüler sowie die Sanierung der ehemaligen Hauptschule in Unterspiesheim oder einen Neubau an ihrer Stelle.

Die erste Stufe des Breitbandausbaus ist in der Gemeinde Kolitzheim bis auf den Ortsteil Lindach abgeschlossen, informierte Bürgermeister Herbert. Der Anschluss Lindachs erfolge noch in diesem Jahr.

Für den nächsten Schritt – Breitband 2.0, eine Versorgung mit 30 bis 50 Megabit pro Sekunde – wurde 2016 eine Ausbau-Vereinbarung geschlossen. Der Ausbau erfolgt heuer in Unter- und Oberspiesheim, Lindach, Herlheim und Zeilitzheim, in Kolitzheim 2018. In Gernach bestehe die Versorgung mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde bereits. In Stammheim erfolge der Ausbau durch die Telekom ohne Beteiligung der Gemeinde. Die Gesamtkosten für Breitband 2.0 bezifferte Herbert auf 624 100 Euro. Davon muss die Kommune 66 000 Euro als Eigenanteil tragen.

Ziel der Europäischen Kommission sei Breitband 3.0, was bis zum Jahr 2025 eine Versorgung mit 1000 Megabit pro Sekunde für jeden Haushalt bedeute, so Herbert. Dafür sei ein Glasfaser-Anschluss in jedes Haus notwendig, eine Generationenaufgabe, die bis 2025 definitiv nicht zu stemmen sei, so der Bürgermeister.

In der Gemeinde Kolitzheim müssten etwa 60 Kilometer Straßen oder Gehwege erneuert werden, um diese Leitungen flächendeckend verlegen zu können. An den Kosten müsste die Gemeinde die Grundstücksbesitzer beteiligen. Diese müssten außerdem die Verlegung der Glasfaser von der Grundstücksgrenze bis ins Haus bezahlen.

Eine Netzplanung hat die Gemeinde aber in Auftrag gegeben, informierte der Bürgermeister. Die Ergebnisse würden im Frühjahr erwartet. Das Konzept werde dann die Grundlage für weitere Baumaßnahmen. Bei einigen Projekten seien schon Leerrohre für die spätere Glasfaser-Versorgung verlegt worden.

Eine weitere große Aufgabe der Gemeinde ist die Organisation der Mittagsbetreuung der Grundschüler. Zwei Möglichkeiten gebe es. Zum einen die Betreuung in den Kindergärten, zum anderen in den Schulen.

Mittagsbetreuung im Kindergarten wird derzeit im Wesentlichen in Oberspiesheim angeboten. Sie ist für die Eltern kostenpflichtig, deckt aber teilweise auch die Ferienzeit ab. Mit 25 Kindern in der Hausaufgabenbetreuung stößt der Kindergarten aber jetzt an seine Grenzen.

Die Unterbringung in der Schule hätte den Vorteil, dass sie, mit Ausnahme der Finanzierung des Mittagessens, für die Eltern kostenlos wäre. Sie wäre dann aber in den Ferienzeiten nicht mehr möglich. Vor allem aber fehlt es an geeigneten Räumen in den Schulgebäuden.

Fehlende Räume in den Kindergärten, die wegen der steigenden Geburtenzahlen eine steigende Nachfrage nach Kleinkindplätzen verzeichnen, sowie ein steigender Bedarf bei der Mittagsbetreuung für die Schulkinder fordern uns zu einer Lösung, sagte Herbert.

Die Schulleitung würde ein neues, zentrales Schulgebäude für alle Klassen und die Möglichkeit der Mittagsbetreuung bevorzugen, informierte Herbert. Dafür käme die ehemalige Hauptschule in Unterspiesheim in Frage. Sie steht seit dem Umzug der Internationalen Schule nach Schweinfurt leer. Es wäre aber die Frage zu klären, ob es sinnvoller sei, die 50 Jahre alte Schule zu sanieren, oder sie durch einen Neubau zu ersetzen. Fest stehe daher, dass dies keine kurzfristige Lösung werde.

Herbert will daher im Moment die Mittagsbetreuung in den Kindergärten forcieren. Bei Bedarf könnte man auch in den Klassenzimmern der Grundschulen in Zeilitzheim und Stammheim über die dortigen Kindergärten als Organisatoren Lösungen anbieten.

Herbert informierte über den Stand des Ausbaus der Bundesstraße 286. Als Erstes werde die Oberspiesheimer Brücke erneuert, dann erfolge der wechselseitig dreispurige Ausbau von Alitzheim bis Oberspiesheim. Nun erfolge die Planung für den weiteren Abschnitt von Unterspiesheim bis Schwebheim. Klar sei, dass beide Brücken, die Unterspiesheimer und die Schwebheimer, erneuert werden und der Bund die Kosten dafür trägt.

Im Zuge des Straßenausbaus habe der Bund Planungen für einen minimalen Lärmschutz für den Abschnitt von der Abfahrt Unterspiesheim bis zum Wald vorgelegt, so Herbert. Dabei gebe es zwei Varianten: entweder Mauer oder Erdwall. Beide mit einer Höhe von 1,50 Meter.

„Die Mauer ist nicht so schön, braucht aber weniger Fläche, den Erdwall kann man besser gestalten, er benötigt aber etwa drei Meter Fläche“, erklärte Herbert die Vor- und Nachteile.

Er berichtete auch von Überlegungen, im Rahmen der Flurbereinigung die Gemeindeverbindungsstraßen nach Röthlein und Grettstadt auszubauen. Dafür müsse man Flächen von etwa 20 Metern Breite erwerben. Dies sei notwendig, um einen späteren Ausbau durchführen zu können. Bis jetzt sind die Straßen fünf Meter beziehungsweise sieben Meter breit.

 

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