Wand oder Wall gegen den Straßenlärm?

23.12.2016

Mainpost 23.12.2016

UNTERSPIESHEIM

Wand oder Wall gegen den Straßenlärm?

Über den geplanten Ausbau der B286 zwischen Schwebheim und Unterspiesheim informierte Alexander Schlegel vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt den Kolitzheimer Gemeinderat.

Es sei geplant, von Schweinfurt kommend drei Fahrstreifen zu bauen. Da die Straße durch die Baumaßnahme näher an Unterspiesheim rückt, sind Lärmschutzmaßnahmen nötig. Es bieten sich zwei Alternativen an, so Schlegel: eine 1,50 Meter hohe Wand oder ein Lärmschutzwall von etwa der gleichen Höhe.
Bedenken aus dem Gemeinderat, dass die Überholspuren zu kurz sein könnten, hielt Schlegel entgegen, dass die vorgesehene Länge im Mittel der für solche Spuren vorgesehenen Länge liege.

Für einen vierspurigen Ausbau, von Martin Mack ins Spiel gebracht, sei das Verkehrsaufkommen mit etwa 13 000 Fahrzeugen täglich zu gering. Bis Schwebheim würden etwa 22 000 Fahrzeuge täglich prognostiziert, daher der vierspurige Ausbau bis dorthin. Darüber hinaus gab Schlegel zu bedenken, dass man möglichst wenig Fläche versiegeln sollte.
Die Gemeinderäte erörterten das Für und Wider von Lärmschutzwall und Lärmschutzwand ausführlich. Eine Lärmschutzwand verbrauche weniger Fläche, ein begrünter Wall biete einen schöneren Anblick, selbst wenn die Wand gestaltet wäre.

Zweifel wurden auch angemeldet, ob die Höhe von 1,50 Meter Lärm tatsächlich wirkungsvoll abhält: Wenn man im ersten Stock seines Wohnhauses sei, würde der Schall von Lastern kaum abgehalten, war die Meinung im Gemeinderat.
Schlegel verwies auf die vorgeschriebenen Berechnungsverfahren für den Lärm. Die Prognose der Schallbelastung sei für das voraussichtliche Verkehrsaufkommen im Jahr 2030 ausgelegt.

Die Schallbelastung zu messen sei möglich, beschied Schlegel eine Frage. Die Gemeinde müsste aber die Kosten übernehmen. Sie müsste auch die Mehrkosten übernehmen, würde man Lärmschutzwand oder -wall höher bauen, als dies die gesetzlich vorgegebenen Berechnungen ergeben.
Dem Argument, dass der Lärmschutzwall in Schwebheim höher sei, hielt Bürgermeister Horst Herbert entgegen, dass den die Gemeinde bezahlen musste, weil sie das Wohngebiet näher an die Straße rückte. Bei Unterspiesheim sei der Bund in der Pflicht, weil er die Straße erweitert.
Der Vorschlag von Martin Mack, bei der Bürgerversammlung in Unterspiesheim im Januar ein Meinungsbild einzuholen, fand Zustimmung. Eine Entscheidung ob Wand oder Wall müsse bis Ende Februar vorliegen, so Schlegel.
Er informierte auch, dass der Ausbau so erfolgen solle, dass der Verkehr beidseitig fließen könne.

Eine weitere Information: die Auffahrt in Schwebheim Richtung Süden werde entschärft. Für Laster sei sie nicht einfach, so dass viele Fahrer bis Unterspiesheim fahren und erst dort auf die B286 auffahren.
Auch die Abfahrt von der B286 nach Unterspiesheim werde durch eine zusätzliche Spur entschärft, die das Einfädeln ermöglicht. Beim Neubau der Brücke der Staatsstraße 2271 über die B286 will das Bauamt Vorsorge treffen, um einen Radweg anbauen zu können, hieß es auf eine Frage Reinhard Hecks.

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