Was ich will, das krieg ich nicht

04.07.2016

Mainpost 04.07.2016

GERNACH

Was ich will, das krieg ich nicht

 

Mit dem Programm „Jung, attraktiv . . . und übrig“ war Kabarettistin Rena Schwarz zu Gast bei der Frauen-Zeit in Gernach. Die Frauen-Zeit ist eine Veranstaltung (fast nur) für Frauen, zu der der Frauenbund Gernach in unregelmäßigen Abständen einlädt.
Die Veranstaltung mit Rena Schwarz war ein kleines Jubiläum: schon zum zehnten Mal fand die Frauenzeit statt. Sie fand bisher immer großes Interesse beim überwiegend weiblichen Publikum.

Rena Schwarz wollte schon immer etwas mit Schauspielerei und Singen machen. Davon waren ihre Eltern aber nicht begeistert. So wurde sie erst einmal „Directrice“, das heißt sie entwarf Schnitte für Bekleidung.
Mit ihrem Umzug nach Aschaffenburg fand sie den Mut, ihrer ursprünglichen Berufung zu folgen. Sie besuchte eine Schauspielschule und kam 1999 zu Urban Priols „Kabarett im Hofgarten“. Von dort aus entwickelte sie eigene Programme, unter anderem auch „Jung, attraktiv . . . und übrig“.

In diesem spritzigen, kurzweiligen Programm schilderte sie ihre Nöte, einen Mann zu erobern. Mit dem Ausmalen ihrer Bemühungen, die alle vergebens waren, bringt sie das Publikum immer wieder zum Lachen. Auch deshalb, weil sie den vier anwesenden mutigen Männern immer wieder zu verstehen gibt, wie toll sie sie findet, um dann aber doch wieder einen Rückzieher zu machten.

„In eine Ehe mische ich mich nicht ein.“ Hingerissen von der Attraktivität der Männer im Saal, kann sie es dennoch nicht lassen, ihnen Avancen zu machen. Einem singt sie sogar – mit Einverständnis der anwesenden Ehefrau – eine Ode, in der sie ihrer Fantasie, wie schön es sich mit diesem Mann kuscheln ließe, freien Lauf lässt. Die körpersprachliche Untermalung ihrer Sehnsüchte reißt das Publikum immer wieder zu Lachstürmen hin. Natürlich hat sie klare Vorstellungen, wie ihr Traummann aussehen soll: „Dass man mit ihm auf die Straße gehen kann, ohne dass mir aus Mitleid Geld für die Rente zugesteckt wird.“
Resignierend stellt sie, zusammen mit ihren Geschlechtsgenossinnen im Publikum fest: „Wir alle wünschen uns den Traummann – aber keine hat ihn gesehen.“ Vom Publikum Mitleid heischend klagt sie: „70 Prozent der Paare lernen sich bei der Arbeit kennen - aber ich stehe immer allein auf der Bühne.“ „Was ich will, das krieg ich nicht, und was ich krieg, das will ich nicht“, klagt sie ihr Leid. Bereitwillig spendet das Publikum die von ihr geforderte Runde Mitleid für ihre verzweifelte Situation.
Anschaulich schildert Rena Schwartz ihre Versuche, endlich einen abzukriegen: bei der Feuerwehr, wo ja Männerüberschuss herrscht, lernt sie schließlich einen kennen“, aber der hat nur was übrig für seine Feuerwehrschläuche.
Auch der Internet-Flirt endet in einem Desaster. Beim ersten Date ist er 20 Zentimeter kleiner, als er angegeben hatte, und das gelockte Haar, von dem er geschrieben hatte, ist nur spärlich am Hinterhaupt auszumachen, muss Rena Schwarz feststellen.
Sie warnt auch vor Flirts auf der Hundewiese: „Da musst du das Herrchen nehmen, das sich der Hund ausgesucht hat.“
Ihre liebe Not hat sie auch auf Familienfesten, besonders auf Hochzeiten. „Renalein, jetzt bist du auch schon für Spätgebärende zu alt“, stellen die lieben alten Tanten fest, um dann beim Werfen des Brautstraußes zu spekulieren: „Wer wird denn wohl die nächste sein?“
Die Rache von Rena Schwarz ist süß. Bei Beerdigungen stellt sie ihren Tanten dieselbe Frage: „Wer wird denn wohl die nächste sein?“
Ein Tipp für die Frauen, deren Partner sich trennt hat sie auch: „Das Beste, was du tun kannst: sein Konto abräumen.“
Mit anhaltendem Applaus fordert das Publikum eine Zugabe, die Rena Schwarz auch gerne gibt. Die Vorsitzende des Frauenbundes Gernach, Gaby Berchtold, dankte der Komödiantin mit Blumen für ihren Auftritt und lud zum Verweilen im Sportheim ein.
Das Team des TSV hatte für die Gäste ein großes Angebot an kleinen Speisen vorbereitet. Auch in der Pause war Gelegenheit, den „Frauenteller“ , Gerupften und weitere Köstlichkeiten zu genießen.

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