Weißblauer Himmel zum 50. Geburtstag

28.06.2016

Mainpost 28.06.2016

STAMMHEIM

Weißblauer Himmel zum 50. Geburtstag

Wenn man sich so anschaut, wo der Musikverein Stammheim in seinen 50 Jahren des Bestehens schon überall geprobt hat, könnte man meinen, es handelt sich eher um einen Wanderverein.

Vom Proberaum im ehemaligen Lagerhaus von Peter Wirsching (dem alten Schulhaus, jetzt das ehemalige Pfarrheim im Besitz der Familie Prowald) ging es in die „neue Schule“ – solange diese noch nicht als solche genutzt wurde –, und von da aus ins Musikerheim. Ein „wunderschönes Zuhause“, befand Hubert Hering, ehemaliger Englischlehrer am Egbert-Gymnasium in Münsterschwarzach und heutiger Schulleiter des Gymnasiums der Benediktiner im oberbayerischen Ettal.

Er war übrigens auch einer der Dirigenten des Musikvereins, berichtete er in seinem Rückblick bei der großen Feier „50 Jahre Musikverein Stammheim“. Dessen Geschichte ist geprägt von Konstanz, gab es in fünf Jahrzehnten doch nur fünf Vorsitzende, die Hering treffend charakterisierte: Armin Wirsching („Pionier“), Alois Weißenseel (ein Mann der Tat), Dieter Völk (Überlegung und Realisierung des Vereinsheims), Peter Fischer (humorvoll und ein Herz für die Musik) und jetzt Michael Fischer (geht neue Wege, ohne die Tradition aus den Augen zu verlieren).

Das Vereinsheim, ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Schützenverein, bezeichnete Hering als „Meisterstück des Vereins, motiviert durch den unermüdlichen Einsatz von Dieter Völk und realisiert durch ungezählte freiwillige Arbeitsstunden, Spenden und zuverlässigen Firmen“. Gleichzeitig entstand als zweites Standbein ein Wirtschaftsbetrieb, denn nur durch die Einnahmen mit dem Vereinsheim, etwa von Familienfeiern, konnte die finanzielle Belastung durch den Bau auch geschultert werden. „Mittlerweile ist der Verein schuldenfrei“, so Hering.

Der Dirigent Felix Wirsching, so Hering, gelte als der „musikalische Ziehvater des Musikvereins“. Wegen seines unermüdlichen Einsatzes wurde er auch zum ersten und bislang einzigen Ehrendirigenten ernannt. „Wir halten ihn in unserer Erinnerung lebendig, ob in grüner Weste mit weißem Blazer oder orangener Weste mit roter Krawatte und braunem Jackett, Lederhose oder fränkischer Tracht“, so Hering.

Hering selbst hatte als Dirigent die moderne und konzertante Blasmusik zum Schwerpunkt gemacht, ohne dabei die Musik für Weinfeste zu vernachlässigen. Gerd Völk, Michael und Matthias Fischer in Arbeitsteilung, Daniel Scheller, Sebastian Weisenseel und Thomas Meusert ergänzten die Dirigentenreihe. Allesamt stammen sie aus den Reihen des Vereins. Grußworte zum Jubiläum kamen vom zweiten Bürgermeister Martin Mack, dem Gemeindereferenten Andre Christof und der Weinprinzessin Silena Werner, die allesamt die Wichtigkeit des Musikvereins Stammheim hervorhoben.

Durch die vergangenen 50 Jahre zogen sich, bei runden Geburtstagen, große musikalische Feste in Stammheim. 1976 war es das Kreismusikfest, 1986 ein Konzert im Jugendheim, 1991 ein Ehrungsabend mit Konzert im Saal des Gasthauses Elflein, 1996 ein Konzert im Musikerheim und 2006 ein Sternmarsch mit Serenade am Weiher.

Und zum 50. Geburtstag, bei weiß-blauem Himmel am Vereinsheim, hatten sich die Stammheimer Gäste eingeladen: zum einen den Bauchredner und Zauberer Marcellini, zum anderen die Leimersheimer Musikanten, und für die Jugend Donny Vox und seine Band.

Im Rahmen der 50-Jahr-Feier wurden auch die Gründungsmitglieder geehrt.

Gründungsmitglieder

Der Musikverein Stammheim ehrte: August Christ, Robert Endres, Peter Fischer, Alfons Hering, Edmund Hering, Hubert Hering (jetzt Oberammergau), Roland Hering, Albin Moller, Alfons Moller (St.-Florian-Straße), Hilmar Neubauer, Erwin Niedermeyer, Gerhard Scheller, Ottmar Seißinger, Günter Weißenseel, Albert Wieland, Herberg Wieland, Rudolf Wieland, Armin Wirsching, Gregor Wirsching, Günter Wirsching, Reinhold Wirsching, Josef Ziegler (Maingasse).

 

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