Willkommener Geldsegen für den Riehlshof

25.07.2016

Mainpost 25.07.2016

HERLHEIM

Willkommener Geldsegen für den Riehlshof

Denkmalpflege ist die Achtung unserer Vergangenheit, eine Freude für uns in der Gegenwart, ein Geschenk an die Zukunft.“ Mit dem Zitat von Gottfried Kiesow, dem Gründer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), überreichten Reinhold Schöpf vom Ortskuratorium Fränkische Stadtbaumeister und Manfred Riedl von Lotto Bayern den Fördervertag über 30 000 Euro an Matthias Braun, dem ersten Vorstand der Interessengemeinschaft (IG) für Bauwerkerhalt, Umwelt- und Kulturpflege e.V.. Die Summe dient dem Erhalt des Riehlshofs in der Herlindenstraße 32 in Herlheim.
Gut besuchte Feierstunde
Zur Feierstunde auf dem Riehlshof waren zahlreiche Gäste gekommen, darunter Innenstaatssekretär Gerhard Eck, Landrat Florian Töpper, Bezirksheimatpfleger Prof. Klaus Reder, die Kreisheimatpfleger Stefan Menz und Guido Spahn sowie Bürgermeister Horst Herbert. Auch mehrere Einheimische wohnten dem festlichen Geschehen im Wohnstallhaus Riehlshof bei, den die IG erworben hat, um ihn vor dem weiteren Verfall zu retten.
Kleinod der Gemeinde
IG-Vorsitzender Braun führte in seiner Begrüßung aus, dass es sich bei dem Riehlshof um ein Kleinod in der Gemeinde handelt, das sich lange Jahre versteckt hat. Der gemeinnützige Verein bemühe sich auch weiterhin, das Projekt voranzutreiben. Das Konzept liege vordergründig und mittelfristig in denkmalpflegerischer konservatorischer Richtung, um möglichst schonend mit dem Gebäude umzugehen.
Reinhold Schöpf wandte sich an Braun und seine Mitstreiter. Die Förderung des Riehlshofs durch die Stiftung sei eine Auszeichnung für die Wertschätzung des kulturellen Erbes, aber auch für den Bauherren.
Eines von 400 Projekten
Das Herlheimer Wohnstallhaus mitten im Dorf sei eines von 400 Förderprojekten, die jährlich aus tausend Bewerbungen ausgewählt werden. Die DSD stelle dank der Lotterie Glücks-Spirale, deren Destinatär sie ist, das Geld für die Restaurierung der Dachkonstruktion und die Dachneueindeckung zur Verfügung. „Das sind ein Drittel der Baukosten“, so Schöpf.

1608 als Fachwerkskonstruktion erbaut

Der Riehlshof wurde 1608 in Fachwerkbauweise als eingeschossiges Wohnstallhaus mit ausgebautem Dachgeschoss errichtet. Der hohe kulturhistorische Wert des Gebäudes manifestiere sich in vielen unverfälscht überlieferten Baudetails aus der Erbauungszeit mit Ausstattungselementen wie Türblätter und -rahmen. Hervorzuheben seien zahlreiche Putzritzungen, die etwa einen Mann mit Pluderhosen und Federhut zeigen.
„Das Fördergeld fließt diesmal nicht in eine Burg, ein Schloss oder ein Sakralgebäude, sondern in ein Bauernhaus“, sagte Schöpf und überreichte den Fördervertrag an IG-Vorsitzenden Braun. Dieser freute sich über die finanzielle Unterstützung. Das Projekt werde zudem vom Landesamt für Denkmalpflege, dem Bezirk Unterfranken, der Sparkassenstiftung Schweinfurt, der Dr.-Ottmar-Wolf Kulturstiftung, der Gemeinde Kolitzheim und dem Landkreis Schweinfurt gefördert.Ehrenamt gewürdigt

Innenstaatssekretär Gerhard Eck würdigte die Initiative der IG. Denkmalschutz sei von Haus aus positiv zu betrachten. Und wenn ein „historischer Dreiseithof“, wie in Herlheim, erhalten werden kann und sich zur Durchführung ehrenamtliche Menschen zusammentun, dann „finde ich das ausgezeichnet“. Er richtete einen Appell an die Gemeinde und den Landkreis, in der Förderung nachzulegen, um die finanzielle Last des Vereins zu reduzieren.

Auch Landrat Florian Töpper lobte die Leute, die für den Erhalt des Riehlshofs kämpfen: „Eine beachtliche Initiative. Schön, dass dafür jetzt finanzielle Mittel fließen.“
Erfreut aber auch kritisch betrachtete Bürgermeister Horst Herbert das Riehlshofprojekt. „Unsere Bürger sind in ihrer Meinung gespalten“, wusste das Gemeindeoberhaupt. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Stimmungstrio unter der Leitung von Ralf Theobald.

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