Wir brauchen eine Erinnerungskultur

26.07.2016

Mainpost 26.07.2016

UNTERSPIESHEIM

Wir brauchen eine Erinnerungskultur

Beim Brunnenfest in Unterspiesheim feierte man das Jubiläum 1225 Jahre Ober- und Unterspiesheim. Jürgen Rath, Vorsitzender der Interessengemeinschaft, begrüßte die zahlreichen Besucher der Ausstellungseröffnung. Er gab einen Rückblick über die Planungen für dieses Fest, die bereits im vergangenen Jahr begannen.
„Die Gegenwart begreifen und die Zukunft gestalten - das sind Aufgaben, für die ein klarer Blick auf die Vergangenheit unverzichtbar ist“, sagte Christine Bender, stellvertretende Landrätin, in ihren Grußworten. Sie mahnte: „Wir brauchen eine Erinnerung an unsere Wurzeln. Wir brauchen eine Erinnerungskultur, die uns zeigt, wo wir herkommen. Deshalb ist es gut, richtig und wichtig, dass das Jubiläum so ausgiebig und sorgfältig gefeiert wird“.

Ortsgeschichte neu erlebt

Sie dankte allen aus der Dorfgemeinschaft, die sich einbringen, mitarbeiten und so die Ortsgeschichte neu erleben lassen.
Sie dankte, stellvertretend für alle Helfer, Pfarrer Thomas Amrehn, der als Triebfeder und Motor wesentlich zur Feier beitrug, Josef Ortner, der als Ortschronist von Unterspiesheim unermüdlich tätig war und der politischen Gemeinde für die Unterstützung.
Horst Herbert, Bürgermeister der Gemeinde Kolitzheim, ging in seiner Rede auf die letzten 25 Jahre ein: „Das Bauerndorf von einst, das ist heute Vergangenheit, ebenso die Dorfwirtschaft, das Rathaus und das Schulhaus. Sie existieren nicht mehr, dafür haben wir ein neues Gemeindezentrum, das jetzt Dorfmittelpunkt geworden ist. In Unterspiesheim ist das Gemeinschaftsgefühl sehr ausgeprägt, das sieht man an den vielen Veranstaltungen das ganze Jahr über.“ In Vertretung von Schirmherr MdL Gerhard Eck, der wegen des Anschlags in München nicht kommen konnte, übernahm er den Bieranstich.

Ausstellung

Martin Mack, zweiter Bürgermeister, organisierte eine Ausstellung, die sehr stark auf Bilder ausgerichtet war. „Diese letzten 100 Jahre werden sicherlich den historischen und wissenschaftlichen Ansprüchen nicht gerecht“, erklärte er den Anwesenden. „Es war ein Gemeinschaftserlebnis, als die Leute gekommen sind und ihre Bilder und Gegenstände zur Verfügung gestellt haben“, so Mack.
Im Chorraum der Kirche stellte Pfarrer Amrehn Exponate und sakrale Altargeräte aus mehreren Zeitepochen aus. Alte Dias vom früheren Pfarrer Madea wurden in der Sakristei gezeigt. Zu sehen war die Miniatur des Kirchplatzensembles von Josef Ortner, das ehemalige offizielle Wappen der Gemeinde Unterspiesheim (1970-1978) und Dorfansichten. Bilder und Zeitungsausschnitte von Veranstaltungen von Seniorengruppe, Frauenbund, Arbeiterverein, Sänger, Soldatenkameraden, VdK, Kindergarten, Feuerwehr, Siebener und DJK faszinierten die Besucher.

 

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