Ziel: In zehn Minuten am Einsatzort

05.10.2016

Mainpost 04.10.2016

KOLITZHEIM

Ziel: In zehn Minuten am Einsatzort

Hauptthema der Gemeinderatssitzung war die Feuerwehrbedarfsplanung. Eine beträchtliche Zahl von Verantwortlichen für die Örtlichen Feuerwehren der Großgemeinde waren gekommen, unter ihnen Kreisbrandmeister Daniel Scheller, sodass für die Zuhörer noch Stühle in den Sitzungssaal gebracht werden mussten.
Zwei Firmen legten ihre Pläne für die Feuerwehrbedarfsplanung auf den Tisch: Philipp Renninger, Chef der Firma Brandschutzplanung Renninger GmBH war mit seinem Mitarbeiter Christof Frank gekommen, Jochen Braunschweig, Chef der Firma Brandschutz Consulting Braunschweig UG stellte sein Konzept vor.

In vier Stufen

Die Bedarfsplanung erfolgt in vier Stufen: Gefährdungsanalyse, Risikoanalyse, Bestimmung des Schutzziels und schließlich die Ausstattung der Feuerwehren.
Unter Schutzzielfestlegung versteht man den Prozentsatz, innerhalb dessen die Hilfe rechtzeitig eintrifft. Eine 100-prozentige Sicherstellung könne nie erreicht werden. 70 bis 80 Prozent seien eine gute Versorgung. Bei zehn Einsätzen käme man dann bei drei etwas zu spät. Die Festlegung des Schutzzieles sei eine politische Entscheidung, denn je höher der Grad der Sicherstellung des Schutzzieles, umso höher liegen auch die Ausgaben dafür.

Gefährdungsanalyse

Bei der Gefährdungsanalyse wird das gesamte Gemeindegebiet auf der Landkarte nach einem Raster von jeweils ein Kilometer Seitenlänge aufgeteilt, und dann analysiert, wie hoch die Eintrittwahrscheinlichkeit eines Schadensfalles (Feuer, Überschwemmung) ist. Diese Analyse basiert vor allem auf der Häufigkeit von Schadensfällen, die in den vergangenen Jahren eingetreten sind. Man geht davon aus, dass ein Feuerwehrauto in einer Minute einen Kilometer zurücklegt; das Raster von einem Kilometer Seitenlänge kann daher einen guten Anhaltspunkt geben, wie schnell Hilfe an den verschiedenen Orten sein kann. Natürlich spielen auch andere Gegebenheiten eine Rolle: gibt es mehrstöckige Häuser, wie ist die Straßenbeschaffenheit, sind große Steigungen zu überwinden? Zu bedenken ist auch die personelle Ausstattung der Feuerwehr und die Entwicklung der Personalsituation, soweit sie absehbar ist. Insbesondere die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft tagsüber bereitet mancherorts Probleme.

Synergieeffekte

Nachzudenken sei auch über Synergieeffekte: wenn in allen Feuerwehren die gleichen Geräte benutzt werden, ist die überörtliche Zusammenarbeit leichter, als wenn in jedem Feuerwehrhaus andere Geräte stehen. Ziel der Feuerwehrbedarfsplanung ist es, innerhalb von zehn Minuten nach Alarmierung die Hilfe am Einsatzort zu haben.
Bürgermeister Horst Herbert informierte, dass die Idee, sich mit dem Feuerwehrbedarfsplan näher auseinanderzusetzen, im Rahmen der Gespräche mit den Kommandanten und dem Kreisbrandinspektor und Kreisbrandrat entstanden sei.
Schnell abgehandelt war der Tagesordnungspunkt „Sanierung des Dorfplatzes in Gernach“: die vorhandene Teerdecke wird abgefräst und neu asphaltiert, ansonsten bleibt alles beim Alten.

Erfreut nahmen die Gemeinderäte die Information des Bürgermeisters zur Kenntnis, dass die Stromtrasse „SuedLink“, wie sie die Firma Tennet aktuell vorgelegt hat, das Gebiet der Gemeinde Kolitzheim nicht berührt.

Erfreulich auch, dass die Kosten für die Brückenerneuerungen, die im Rahmen des Ausbaus der B 286 nötig werden, vollständig vom Bund übernommen werden. Wenn die Brücke über die B 286 nach Grettstadt verlegt werden sollte, wie es von einigen vorgeschlagen wird, müsste erst geklärt werden, ob diese Zusage dann auch gilt.

Der Bauantrag der Familie Heise in Unterspiesheim wurde genehmigt, obwohl die Traufhöhe etwa 50 Zentimeter über der Vorgabe des Bebauungsplans liegt.

 

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