Anträge für drei weitere Anlagen

18.06.2009

Mainpost 18.06.2009

KOLITZHEIM

Anträge für drei weitere Anlagen

Pläne für Nutzung von Sonnenenergie beschäftigen Kolitzheimer Gemeinderat

In den Gemeinderatssitzungen in den vergangenen Wochen genehmigte der Gemeinderat den Bau einer Freiland-Fotovoltaikanlage im Süden von Herlheim auf einer Fläche von 2,5 Hektar. In der jüngsten Sitzung hatten sich der Gemeinderat gleich mit drei Anträgen für den Bau von Anlagen zur Nutzung von Sonnenergie – einer in Oberspiesheim und zwei in Herlheim – zu beschäftigen, und das in einer sehr viel größeren Dimension.

 

Seiner Meinung nach sei dies erst der Anfang von weiteren Vorhaben, wobei Herlheim prädestiniert sei, sagte Bürgermeister Horst Herbert. Hier müssten die Betreiber nach der Flurbereinigung nur mit wenigen Grundstückseigentümern verhandeln.

Zwei Anlagen, je eine in Oberspiesheim und Herlheim, plant die Firma Beck Energy aus Kolitzheim. Günther Blank von diesem Unternehmen stellte vorab seine Firma vor, erklärte den Bau und die Arbeitsweise der Solarkraftwerke und stellte die Vorteile heraus.

Über 28 Hektar Fläche

In Oberspiesheim soll laut Günther Blank auf einer Fläche von 6,22 Hektar und in Herlheim auf einer Fläche von 22,47 Hektar gebaut werden. Durch diese beiden Anlagen würden in 20 Jahren 134 000 Tonnen Kohlenstoffdioxyd eingespart und 3088 Haushalte könnten mit Strom versorgt werden, so Günther Blank.

Die Module, so der Vertreter der Firma Beck Energy, würden landschaftsverträglich gebaut. Sie sollen nicht kilometerweit zu sehen sein. Außen werde es viel Grün geben und unter den Modulen werde ein Magerrasen entstehen. Auch für den Naturschutz und viele Tiere und Insekten seien solche Anlagen, wovon er Bilder zeigte, von Nutzen, so Blank.

Westlich der B 286

Das Solarkraftwerk in Oberspiesheim soll im Osten des Dorfes, westlich der Bundesstraße 286, entstehen. Die Module würden eine Fläche von 1,86 Hektar bedecken und die Leistung 2,20 Megawatt peak (MWp) betragen. In Herlheim würde die Leistung bei 8,61 MWp liegen und die Module würden auf 6,74 Hektar Fläche errichtet.

Die Herlheimer Anlage liege südlich des Dorfes, etwa auf der halben Strecke nach Brünnstadt, direkt westlich der Straße.

Eine weitere Freiland-Fotovoltaikanlage durch die Firma 1-A Solar-GmbH aus Schweinfurt ist ebenfalls in Herlheim geplant. Hier beträgt das Areal 30,5 Hektar. Dies entspreche der Größe des Dorfes Herlheim, sagte dazu Bürgermeister Horst Herbert.

250 Meter vom Ortsrand

Diplom-Ingenieurin Gudrun Rentsch stellte dann die ersten Planungen vor. Das vorgesehene Gebiet liege im Südosten von Herlheim, etwa 250 Meter vom Ortsrand entfernt. Es erstrecke sich hier östlich des ausgeschilderten Fahrradweges nach Gerolzhofen. Rundum sei das Gelände von Flurwegen umschlossen.

Ausgleichsflächen

Rentsch zeigte sich überzeugt, dass die Anlage gut ins Landschaftsbild passe und keine Fernwirkung habe. Das Ganze werde ihrer Aussage nach eine Leistung von zirka 10 MWp haben und die Module, die nur 35 Prozent der Fläche überdecken würden, wären maximal 2,5 Metern hoch.

Das Gelände würde eingezäunt und eingegrünt und etwa sechs Hektar Ausgleichsflächen würden angelegt. Dies geschehe entweder am Rand des Geländes oder an anderer Stelle, so die Diplom-Ingenieurin.

Der Einspeisungspunkt für den geförderten Strom würde beim Umspannwerk Zeilitzheim sein, wofür eine etwa drei Kilometer lange Leitung notwendig sei, die auf Kosten des Betreibers gelegt würde.

Antragsteller müssen zahlen

Auch für die Kosten der vorhabensbezogenen Bebauungspläne und der Änderung des Flächennutzungsplanes, denen der Gemeinderat zustimmte, müssen die Betreiber der Anlagen aufkommen, sagte Bürgermeister Horst Herbert. Mit dieser Zustimmung sei heute allerdings nicht für oder gegen die Anlagen gestimmt, sondern nur die Sache in Gang gebracht worden, stellte der Bürgermeister klar. So können die Öffentlichkeit, die Fachbehörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange beteiligt und angehört werden. Erst nach dieser Anhörung werde dann im Gemeinderat endgültig über die Anträge entschieden.

Bender vermisst eigene Vorgaben

Er vermisse eine eigene Vorstellung des Gemeinderates, eine eigene Vorgabe für solche Anlagen, beanstandete Rudolf Bender in der Diskussion. Es würden einfach die Vorgaben der Planer akzeptiert.

Da die Anlagen sehr unterschiedlich seien, sei dies schlecht möglich, antwortete Bürgermeister Herbert hierauf.

Überrascht von der Größe

Das Gemeindeoberhaupt gab auch zu, von der Größe der Anlagen überrascht, ja von der ganzen Entwicklung überrollt worden zu sein. Seine ursprüngliche Vorstellung, solche Anlagen auf ein Gebiet zu konzentrieren, sei wohl nicht machbar.

Mit einer guten Begründung, die allerdings nicht sehr einfach zu finden sei, sei ein solches Vorhaben zu verhindern, beantwortete das Gemeindeoberhaupt eine Frage aus dem Gremium. Es gebe Studien, denen zufolge solche Anlagen ökologisch wertvoller seien als die landwirtschaftliche Nutzung, berichtete Herbert am Rande der Diskussion.

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