Bundeswehr hat mehr Anerkennung verdient

28.03.2009

Mainpost 28.03.2009

 

KOLITZHEIM/HERLHEIM

Bundeswehr hat mehr Anerkennung verdient

Gemeinde Kolitzheim und Volkacher Logistik-Bataillon 467 gingen Patenschaft ein

Patenschaften von Bundeswehreinheiten mit Gemeinden haben seit vielen Jahren Tradition. Eine Patenschaft zwischen der 5. Kompanie des Logistikbataillons 467 des Standortes Volkach mit der Gemeinde Kolitzheim wurde nun in feierlichem Rahmen in Herlheim besiegelt, indem Kompaniechef Steffen Engel und Bürgermeister Horst Herbert die Partnerschaftsurkunden unterschrieben und austauschten.

 

Hierzu konnte Bürgermeister Horst Herbert in der Herlindenhalle neben den Soldaten und Kolitzheimer Bürgern zahlreiche Ehrengäste, darunter auch Repräsentanten der umliegenden Kommunen, begrüßen. Es sei wichtig, einen Partner im Leben zu haben, umso mehr in Zeiten von Turbulenzen und Veränderungen, sagte Horst Herbert in seiner Ansprache. Er wies darauf hin, dass sich die Aufgaben der Bundeswehr verändert haben und die Soldaten heute häufig Dienst im Ausland leisteten und bezeichnete dies erst als Anfang einer Entwicklung.

Dies bedürfe auch einer Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. Hierbei könne eine Patenschaft einen wichtigen Beitrag leisten, bei der auch freundschaftliche Bande zwischen den Soldaten und den Bürgern und Bürgerinnen geknüpft werden sollen. „Diese Patenschaft soll eine weitere Brücke sein zwischen unseren Soldaten, den Bürgern in Uniform und unserer Zivilbevölkerung,“ so das Gemeindeoberhaupt.

Der stellvertretende Kommandeur des Logistikbataillons 467, Oberstleutnant Markus Klose, ging in seiner Ansprache auf die Geschichte seines Bataillons ein und berichtete über die intensiv gepflegte Tradition der Patenschaften. Das frühere Nachschubbataillon hat seinen Standort nach mehrmaligem Wechsel nun in Volkach und sich den aktuellen sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen angepasst, berichtete er.

Versorgung auch im Ausland

Ehemals auf Landesverteidigung ausgelegt, stellt das Logistikbataillon heute die Versorgung deutscher Truppen im ausländischen Einsatzgebiet sicher. Zur Zeit nehmen zirka 900 Soldaten und Soldatinnen diesen Auftrag wahr, davon 40 in Auslandseinsätzen, führte Oberstleutnant Klose weiter aus. Die Bataillonsangehörigen fühlen sich in Franken wohl, was an der Akzeptanz, der Offenheit und dem Vertrauen der fränkischen Bevölkerung liege, das diese den Soldaten entgegenbrächten, so Klose weiter. Er sprach die Hoffnung aus, dass sich die Bevölkerung und die Bundeswehrangehörigen aktiv begegnen und vielleicht einige Soldaten hier eine neue Heimat finden.

Kompaniechef Hauptmann Steffen Engel berichtete von seiner Suche nach einer Patenschaftsgemeinde. Bei Recherchen auf der Landkarte und im Internet stieß er auf die Gemeinde Kolitzheim, wo ihm bereits bei der Kontaktaufnahme große Offenheit und Herzlichkeit entgegengebracht wurde. „Wir sind hier richtig,“ sei er bald überzeugt gewesen, so der Hauptmann.

Viele aus neuen Bundesländern

Für die Soldaten, die vielfach aus den neuen Bundesländern kommen, sei es wichtig, einen Ruhepol zu haben. Die Soldaten freuten sich auf das, was die Patenschaft bieten kann, beendete Engel seine Ansprache.

Pfarrer Andreas Engert von der katholischen und Pfarrerin Claudia Jobst von der evangelischen Kirche baten gemeinsam um Gottes Segen für die Patenschaft.

Landrat Harald Leitherer freute sich, dass eine weitere Gemeinde im Landkreis eine Patenschaft mit der Bundeswehr eingegangen ist. Die Bundeswehr verdiene in der Bevölkerung weit mehr Anerkennung, als dies momentan der Fall sei, meinte Leitherer. Den Soldaten wünschte der Landrat, dass sie von Auslandseinsätzen wieder heil heimkommen. „Für uns alle machen sie einen verantwortungsvollen Job“, so Leitherer. Im Namen aller Vereine hieß Leo Weber, der Vorsitzende der Soldatenkameradschaft Herlheim, die Soldaten in der Gemeinde Kolitzheim willkommen. Unterstützt von der Musikkapelle Herlheim, die die Veranstaltung insgesamt musikalisch umrahmte, sangen zum Abschluss des offiziellen Teils die Anwesenden gemeinsam die National- und die Bayernhymne.

Festzug durch Herlheim

Begonnen hatten die Feierlichkeiten für die Besiegelung der Patenschaft mit einem Festzug durch Herlheim. Angeführte durch Bürgermeister Horst Herbert, Oberstleutnant Markus Klose, Hauptmann Steffen Engel und die Formation der Soldaten ging der Zug über den Schulweg und die Herlindenstraße zurück zur Festhalle. Zahlreiche Ehrengäste, Fahnenabordnungen, die Feuerwehren und Soldatenkameradschaften der Gemeinde, sowie der Schützenverein aus Stammheim reihten sich in den Zug ein. Für die passende Marschmusik sorgte dabei die Musikkapelle Herlheim.

Vor dem Festgelände konnten die Gäste bei einer Geräteschau Fahrzeuge der Bundeswehr und der Feuerwehren sowie historische Fahrzeuge des Museums für Zeitgeschichte aus Stammheim in Augenschein nehmen.

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