Die Faszination des Kilimanjaro

28.01.2009

Mainpost 28.01.2009

STAMMHEIM

Die Faszination des Kilimanjaro

 

Der Stammheimer Markus Moller auf dem höchsten Berg Afrikas

Der Stammheimer Markus Moller machte sich im Dezember auf, sich seinen Traum zu erfüllen, den mit 5895 Metern höchsten Berg Afrikas, den Kilimanjaro, zu besteigen. Seine Erlebnisse hat er in dem folgenden Reisetagebuch zusammengefasst.

 

1. Tag: Abflug vom Frankfurt Airport um 23.50 Uhr. Ankunft am 9. Dezember 2008. Flug über Addis Abeba, Nairobi nach Tansania zum Kilimanjaro Airport mit anschließendem Transfer zur Unterkunft in der Meru View Lodge.

2. Tag: Jeepsafari im Arusha Nationalpark. Dort wurde ich von zahlreichen Giraffen, Affen und Warzenschweinen begrüßt. Außerdem gab es Büffel, Zebras, Antilopen, Flamingos und Nilpferde zu beobachten. Am Abend fand ein Briefing für die bevorstehende Kilimanjaro-Besteigung statt.

3. Tag: Nach dem Frühstück Aufbruch zum Kilimanjaro-Nationalpark. Mein Gepäck wurde auf einige Träger aufgeteilt. Durch Regenwald ging die erste Etappe meines Abenteuers. Das satte Grün wurde mit zunehmender Höhe von moosbewachsenen Bäumen und Heidekrautgewächsen abgelöst. Die Träger riefen mir immer ein „Pole, Pole“ zu (das bedeutet „langsam, langsam“). Nach etwa sechs Stunden erreichten wir das Machame Camp auf etwa 3100 Metern und hatten damit 1200 Höhenmeter bewältigt. Nach einem ausgiebigen Abendessen legte ich mich zum Schlafen in mein Zelt, um mich von den Strapazen zu erholen.

4. Tag: Heute wanderten wir sechs Stunden lang auf 3800 Meter zum Shira Camp. Mein Guide Tempa wich nicht von meiner Seite und erklärte mir nicht nur den Streckenverlauf, sondern auch viele interessante Dinge auf unserem gemeinsamen Weg. Dieser führte uns durch die Heidezone in eine offene Moorlandschaft. Nebelfetzen in den Morgenstunden verliehen der Landschaft einen gespenstischen Eindruck. Auch nach diesem anstrengenden Tag ging ich früh schlafen. In der Nacht verkroch ich mich tief in meinem Schlafsack, denn die Temperatur fiel auf minus fünf Grad.

5. Tag: Acht Stunden benötigten wir, um über das offene Shira-Plateau und einige steile Steigungen zum Lava-Tower auf 4600 Metern zu gelangen. Getreu dem Motto „Go high, sleep deep!“ schlugen wir unsere Zelte im Barranco-Camp auf 3900 Metern auf. Hier eröffnete sich mir ein wundervoller Blick auf die Gletscher und Schneefelder des Kibo. Mit der steigenden Höhe wurde es immer kälter und ich musste mich dick anziehen, um nicht zu frieren.

6. Tag: Unser nächster Streckenabschnitt führte uns zur Barranco-Wall, die mit einigen Kletterpartien aufwartete. Anschließend durchquerten wir das Karangatal. Das Camp schlugen wir oberhalb des Tales auf und den Nachmittag verbrachten wir im Schatten des Gipfels mit Karten spielen und Palaver.

7. Tag: Die heutige Tour brachte uns in einer gleichmäßigen und moderaten Steigung in drei Stunden auf 4600 Meter zum Barafu-Camp. Heute war schon um 17 Uhr Bettruhe angesagt, denn in der Nacht wurde bereits um 23.30 Uhr zum Gipfelsturm auf den Kibo geweckt.

8. Tag: Nach dem Frühstück brachen Tempa und ich zum Gipfel auf. Auf gefrorenem, steinigem Untergrund ging es in Serpentinen dem Ziel entgegen. Ich zwang mich, meine Konzentration auf das Steigen zu legen, um nicht unentwegt auf den Höhenmesser zu schauen. Nach sechs Stunden Anstrengung erreichte ich gemeinsam mit meinem Begleiter Tempa überglücklich den Kraterrand des Kibo am Uhuru Peak auf 5895 Metern. Minus 22 Grad machten einen längeren Aufenthalt am Gipfel unmöglich, und so machten wir uns bereits nach zehn Minuten an den Abstieg vom größten Berg Afrikas. Die dreistündige Tour führte uns bergab über die Mweka-Route zum Mweka-Camp auf 3100 Metern, wo ich mich am Abend zufrieden und glücklich schlafen legte.

9. Tag: Nach zwölf Stunden Schlaf ging es weiter bergab und wir erreichten über die Heidezone und durch den Regenwald nach drei Stunden Mweka-Gate auf 1700 Metern Höhe. Dort verabschiedete ich mich von der Trägercrew. Die Burschen trugen während der Tour Lasten von weit über 20 Kilo, waren stets freundlich und hatten immer ein herzliches „Jambo“ auf den Lippen. In der Lodge angekommen, überreichte mir der Guide zur Besteigung des Kibo eine Urkunde. Nach einer wohltuenden Dusche konnte ich nach all den Anstrengungen zum ersten Mal wieder in einem richtigen Bett schlafen.

10. Tag: Am letzten Tag meines Kilimanjaro-Abenteuers entspannte ich noch einige Stunden am Pool meiner Unterkunft. Um 14 Uhr war Transfer zum Flughafen, von wo ich meine Heimreise über Frankfurt nach Stammheim antrat.

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Zu den vier schönsten Dingen einer solchen Bergtour zählen für mich - ein richtiges Bett, eine ordentliche Toilette, eine Dusche und ein schönes kühles Bier nach all der Anstrengung.

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