Drei Orte im Umgehungs-Wettstreit

16.07.2009

Mainpost 16.07.2009

KOLITZHEIM/VOLKACH

Drei Orte im Umgehungs-Wettstreit

 

Prüfung auf Dringlichkeit – Kolitzheim geht mit Ost- und West-Variante ins Rennen

Die große Umgehungslösung für Volkach, Gaibach und Kolitzheim ist offensichtlich gestorben: Das Staatliche Bauamt Schweinfurt meldet die Verkehrsentlastung für die Orte jeweils als Einzelprojekt beim Freistaat an, wie Amts-Chef Holger Bothe auf Anfrage erklärte. Damit stehen die Umgehungen in Konkurrenz um einen Spitzenplatz in der Dringlichkeitsliste für den Straßenbau.

 

Den Planern sitzt die Zeit im Nacken. Seit klar ist, dass der Freistaat bei der 21 Millionen Euro teuren und vom Volkacher Stadtrat mehrheitlich abgesegneten Ost-Umfahrung der drei Orte nicht mitspielt, ist das Bauamt umgeschwenkt. Schließlich sollen im September die Einzellösungen für Volkach, Gaibach und Kolitzheim bei der Regierung von Unterfranken abgegeben sein.

Wohin die Euros rollen

Ziel: Die Vorhaben sollen für den Staatsstraßenausbauplan angemeldet werden. Der muss laut Bothe bis Ende 2010 abgehakt sein und festlegen, in welche Projekte der Freistaat in den nächsten Jahren Geld steckt. Die Euros rollen dabei ausschließlich dahin, wo nach einem einheitlichen Prüfverfahren höchste Dringlichkeit festgestellt ist. Top-Plätze und eine Chance für einen Umgehungsbau gibt's Bothe zufolge nur dann, wenn Kosten und Nutzen optimal sind.

Im Konkurrenzkampf um das Geld aus München sind ab Herbst Volkach, Gaibach und Kolitzheim. Bei Volkach und Gaibach werde das Bauamt eine Umgehung jeweils im Osten anmelden, bei Kolitzheim die Ost- und West-Variante, erklärte Bothe. Bevor die Voruntersuchungen zur Regierung und von dort zur Obersten Baubehörde gehen, soll es nach Bothes Worten Anfang August einen runden Tisch in Volkach geben, bei dem die Planungsvorstellungen erläutert würden.

Die Umgehungen sind eine Geldfrage. So hatte Innenstaatssekretär Bernd Weiß Anfang Mai erklärt, die große Osttrasse mit ihren 21 Millionen Euro an Kosten sei unwirtschaftlich und in den nächsten 20 Jahren nicht zu verwirklichen. Besser finanzierbar seien drei Einzel-Umfahrungen, obwohl die laut Bothe ebenfalls insgesamt 21 Millionen verschlingen würden, so Weiß damals.

Favorit in Sachen Dringlichkeit

Sein Favorit in Sachen Dringlichkeit war die Gaibacher Umgehung, gefolgt von der in Kolitzheim. Schlusslicht wäre Volkach. Allerdings: Jede der rund sieben Millionen Euro teuren Umgehungen muss erstmal im Wettbewerb mit anderen Gemeinden in der Dringlichkeitsliste ganz vorne landen, soll sie in naher Zukunft verwirklicht werden.

Chance Nummer zwei wäre die Sonderbaulast: Die würde dem Freistaat einiges an Geld sparen, da die Stadt Volkach Bauherr der Straße wäre und das Land Bayern nur 70 bis 80 Prozent zuzahlen müsste. Allerdings hat Volkach – trotz einer Ankündigung von Bürgermeister Peter Kornell Ende März – das rund 1,4 Millionen Euro teure Thema bisher nicht auf die Tagesordnung gesetzt.

Mit drei Protesttransparenten machte die Bürgerinitiative Gaibach pro Umgehung bei der Baukonferenz der Obersten Baubehörde auf die Probleme der Gaibacher aufmerksam. Der Ort könne nicht mehr bis 2011 auf den Beginn der Umgehungsplanung warten, betonte die BI-Sprecher. Die Dringlichkeit müsse anerkannt und der Plan-Entwurf schon jetzt angepackt werden, „damit Gaibach endlich eine lebenswerte Zukunft in Sichtweite bekommt“, so der Appell in einem Presseschreiben.

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