DSL-Initiative kämpft weiter

20.12.2008

Mainpost 20.12.2008

Stammheim 
DSL-Initiative kämpft weiter
Gemeinde soll sich stärker beteiligen
Stammheim surft seit Mitte Dezember mit schneller kabelgebundener Netztechnik im Internet. Aus diesem Grund wurde am vergangenen Dienstag ein DSL-Richtfest im Musikerheim gefeiert. Wir sprachen mit den Mitgliedern der Bürgerinitiative „Kabelgebundenes DSL für Stammheim“ Stefan Ebert, Alfred Hackenberg, Bernhard Moller, Winfried Seißinger und Norbert Weissenseel.
Frage: Herr Moller, was bedeutet DSL?
Moller: Hinter DSL (Digital Subscriber Line – zu deutsch „Digitale Teilnehmeranschluss-Leitung) verbirgt sich ein schneller Internetzugang. In Stammheim hat die Abkürzung aber eine weitere Bedeutung bekommen. Hier steht DSL für „Die Stammheimer Lösung“
Herr Hackenberg - Was ist der Grund für ein DSL-Richtfest?
Die Stammheimer haben es durch Solidarität und finanzielle Eigenleistung in Höhe von 42 840 Euro geschafft, einen zukunftsorientierten Anschluss an das Internet herzustellen. Da die ersten Schaltungen der Haushalte an die neue Leitungsgeschwindigkeit Mitte Dezember realisiert wurden, sahen wir den Zeitpunkt gekommen, dies gemeinsam zu feiern. Zudem bot sich über dieses Fest die Möglichkeit, einen Teil des geleisteten Beitrages an die DSL-Teilnehmer zurückzuzahlen.
Herr Seißinger, wieviele Haushalte haben am Projekt teilgenommen und wie hoch waren die Aufwendungen pro Teilnehmer?
Seißinger 167 Haushalte haben sich mit je 230 Euro beteiligt. Auch die Gemeinde Kolitzheim hat für die gemeindlichen Gebäude (Schule und Kindergarten) sowie für die elf unbebauten Gemeindegrundstücke in Stammheim je 230 Euro aufgewendet. Darüber hinaus haben vier Stammheimer Unternehmer das Gemeinschaftsprojekt mit je 500 Euro unterstützt.
Herr Ebert, weshalb war eine Bürgerinitiative notwendig?
Ebert: Die „BI“ war notwendig, weil die Gemeinde Kolitzheim eine Funkvariante für Stammheim favorisiert hat. Diese wurde aber von uns strikt abgelehnt, da eine kabelgebundene Lösung für die Zukunft mehr Optionen offen lässt und neben der Wirtschaftlichkeit eine Sichere Verbindung gewährleistet und vor allem keine Gesundheitsgefährdung der Bürger mit sich bringt.
Herr Weissenseel, worin liegen die Hauptunterschiede zur bisherigen Netzanbindung?
Weissenseel: Die Stammheimer Haushalte hängen am Ortsnetz von Volkach. Wegen der Länge des Kupferkabels waren hier vor Ort nur ISDN- beziehungsweise DSL-Light-Geschwindigkeiten von 64 und 384 kBit/s möglich. Mit der neuen Ausbautechnik können die Stammheimer auf Resourcen von 6000 bis 16 000 kBit/s zurückgreifen und damit im Internet surfen.“
Herr Hackenberg, Ist die Arbeit der Bürgerinitiative mit dem „DSL-Richtfest“ abgeschlossen?
Hackenberg: Nein. Wir werden weiter am Ball bleiben. Wir werden weiter recherchieren, auf welcher Grundlage, orientiert am Landkreis Würzburg, von Gemeinden der Ausbau von DSL-Netzen finanziell getragen werden kann. Dies bedeutet, wir werden weiter kämpfen, um die Kosten für die Teilnehmer an der Stammheimer Lösung weiter zu reduzieren.
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