Gemeinderäte bereiten den Weg für Voltaik

29.05.2009

Mainpost 29.05.2009

KOLITZHEIM

Gemeinderäte bereiten den Weg für Voltaik

Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans auf den Weg gebracht

Bereits in einer früheren Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem Antrag der Fledering-Schmachtenberger GbR, im Süden von Herlheim, direkt neben der Straße nach Brünnstadt, eine Freiflächen-Fotovoltaikanlage zu errichten.

Nachdem nun die Träger öffentlicher Belange und Bürger Stellung zu der Maßnahme genommen haben, beschäftigte sich der Gemeinderat erneut mit der Sache und stimmte bei zwei Gegenstimmen dem notwendigen Bebauungsplan und der Änderung des Flächennutzungsplans zu.

Vorher stellte Diplom-Ingenieurin Gudrun Rentsch nochmals das Vorhaben vor, in dem nun bereits die erhobenen Einwände eingearbeitet sind. Auf einem Gesamtareal von 2,5 Hektar sollen die Module der maximal 500 Watt-Anlage auf einer Fläche von gut zwei Hektar errichtet werden. Ihre Höhe beträgt 1,70 bis 1,90 Meter, ein eventuell benötigtes Gebäude wird maximal 2,50 Meter hoch werden. Der Zaun, der eingegrünt wird, wird eine Höhe von zwei Meter haben.

Aus der Bevölkerung kam von Walter Wiegand der Einwand, der Bau der Anlage störe das Ortsbild. Dies betonte der Gemeinderat auch bei der Diskussion in der Sitzung nochmals nachdrücklich und erklärte am Rande, dass er damit auch die Interessen weiterer Herlheimer Bürger vertrete. Die Planerin erklärte dagegen, die Anlage füge sich gut in den teilweise schon bebauten Außenbereich des Dorfes ein und es gebe eine umfangreiche Bepflanzung, darunter Obstbäume, was auch als Ausgleich diene und von der Naturschutzbehörde auch verlangt werde. Mit dem Standort am Ortsrand werde auch der Stellungnahme der Regierung von Unterfranken Rechnung getragen, die eine Zersiedelung der Landschaft vermeiden wolle. Durch die nicht reflektierenden Oberflächen der Module werde eine Blendwirkung vermieden, was das Landratsamt verlangt habe, erklärte Rentsch.

Das Landwirtschaftsamt wolle die landwirtschaftlichen Flächen erhalten und habe deshalb Bedenken angemeldet. Da aber keine Flächenversiegelung vorgenommen werde, sieht die Planerin hier keine Gefahr. Nach Ende der Nutzungszeit könne die Anlage problemlos zurückgebaut und die Fläche wieder landwirtschaftlich genutzt werden.

Da es beim Bau der Anlage keine großen Bodeneingriffe geben wird – es werden nur Rammpfähle in den Boden eingebracht und ein Graben für die abführende Leitung gegraben – werden auch die Bedenken des Denkmalamtes beachtet, das Funde oder alte Siedlungsreste vermutet.

Außer dem örtlichen Gemeinderat Walter Wiegand hatten die Räte in der Diskussion keine großen Einwände. Sichergestellt werden müsse allerdings, dass die Anlage nach Ende der Laufzeit abgebaut werde. Hierzu sagte Antragsteller Norbert Fledering, der Modulhersteller gebe eine Rücknahmegarantie.

Bereits vor der Besprechung des konkreten Antrags war Bürgermeister Horst Herbert allgemein auf das Thema großflächige Freiland-Fotovoltaikanlagen eingegangen. Eigentlich sei er kein Gegner der Anlagen, seiner Meinung nach sollten sie allerdings an einem Standort und in Ortsnähe und nicht in der Flur verstreut entstehen. Im Westen Herlheims seien zwei weitere Anlagen geplant, berichtete er. Vorerst hätten die Antragsteller aber von dem Vorhaben Abstand genommen, da laut der Überlandzentrale Lülsfeld (ÜZ) in Herlheim die Kapazitäten für die Einspeisung des Stromes erschöpft seien. Die ÜZ müsse den Strom allerdings abnehmen und biete das Umspannwerk zwischen Brünnstadt und Zeilitzheim als Anschlusspunkt an, wofür von Herlheim aus auf Kosten der Betreiber ein langes Kabel nötig sei. Trotzdem sei die Sache noch nicht vom Tisch, auch über einen anderen Standort werde bereits nachgedacht, so das Gemeindeoberhaupt.
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