Jugend ein verlässlicher Partner sein

05.06.2009

Mainpost 05.06.2009

GERNACH

Jugend ein verlässlicher Partner sein

 

Komm-In lud zu Vortrag „Gewalt hat vielerlei Gestalt“ ein

 

„Es gibt keine Zukunft, für die es sich lohnt, die Gegenwart der Kinder zu opfern.“ Mit diesem Zitat beendete Billy Roth seinen Vortrag zum Thema „Gewalt hat vielerlei Gestalt“, zu dem die Kinder- und Jugendinitiative Komm-In den Leiter der Erziehungsberatungsstelle der Caritas in Bad Neustadt eingeladen hatte. Der zweite Vorsitzende von Komm-In, Erhard Scholl, hatte eingangs den Referenten und die Gäste, die auch aus Unter- und Oberspiesheim gekommen waren, herzlich begrüßt.

Gefühle von Aussichtslosigkeit, Ausgeschlossensein, Perspektivlosigkeit oder Verzweiflung sind mögliche Auslöser von gewalttätigen Handlungen. Wie kann man verhindern, dass es solche Explosionen von Gewalt gibt wie in Erfurt oder Winnenden, war eine Frage, die die Zuhörer, die sich lebhaft zu Wort meldeten, stellten. Der Referent hatte eine Antwort, die manche überraschte: „Es hilft wenig, für die Kinder Wege zu finden, sondern mit den Kindern Wege zu gehen“, sagte er.

Der Tipp von Billy Roth, Computerspiele nicht zu verbieten, sondern sich vielleicht einmal drei Nächte mit dem Sohn am Computer um die Ohren zu schlagen, um zu verstehen, welche Bedeutung diese Spiele für ihn haben, machte deutlich, dass dieser Weg nicht immer einfach ist. Aber klar wurde an diesem Beispiel: Durch Verbote und moralische Appelle erreicht man die Kinder und vor allem die Heranwachsenden am wenigsten. Es ist nötig, an ihrer Welt Anteil zu nehmen, auch bereit zu sein, von ihnen zu lernen. So fühlen sie sich akzeptiert und verstanden. Dieses Verstanden werden, Ansehen haben, sei für jeden Menschen, auch die Erwachsenen, wichtig. Und Perspektivlosigkeit sei für einen immer größeren Kreis von Jugendlichen gegeben. Billy Roth nannte die Zahl von 10 bis 15 Prozent der Jugendlichen. „Um die müssen wir uns viel mehr kümmern“, so der Psychologe. Wichtig sei es, häufiger ein Lob auszusprechen, auch für Kleinigkeiten, und den Kindern ein verlässlicher Partner zu sein und ihnen Vertrauen zu schenken.

Thema war auch die Pubertätszeit, in der Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Kindern immer wieder mal eskalieren können. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, den Heranwachsenden zu zeigen, dass sie akzeptiert sind, gemocht werden.

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