Kindertagesstätte ist Vergangenheit

26.02.2009

Mainpost 26.02.2009

 

GERNACH

Kindertagesstätte ist Vergangenheit

Kleinkindergruppe soll eingerichtet werden

Das große Thema der Jahreshauptversammlung des Johannisvereins, Trägerverein des St. Franziskus-Kindergartens, war die Diskussion um die Frage einer Schließung des Kindergartens oder der Gründung einer Kleinkindergruppe. Eine solche Gruppe würde die Möglichkeit bieten, für die kleinsten Bürger in Gernach zumindest für die Zeit ihres Kleinkinddaseins einen gemeinsamen Anlaufpunkt am Wohnort zu sichern.

 

Sorgen macht dem Trägerverein des Kindergartens nun schon mehrere Jahre die Kinderzahl im Kindergarten. Zurzeit besuchen acht Kinder den Kindergarten, die zum Teil jünger als drei Jahre sind. Damit liegt die Zahl weit unter den erforderlichen elf Kindern. Erst ab dieser Zahl gibt es die Landkindergartenförderung. Aufgrund der kleinen Zahl von Kindern über drei Jahren, die ab September zu erwarten ist, hält es der Verein aus finanziellen und pädagogischen Gründen nicht mehr für sinnvoll, den Kindergarten in der bisherigen Weise als Kindertagesstätte weiterzuführen.

Antrag auf Betriebserlaubnis

Auch in der Aussprache dominierte dieses Thema. Die Versammlung ließ sich dann aber recht schnell vom Vorschlag der Vorstandschaft überzeugen, eine Kleinkindergruppe zu eröffnen. Stellvertretender Vorsitzender Udo Klüpfel und Schriftführerin Theresia Back legten dar, dass aber erst einige Bedingungen erfüllt sein müssten, bevor diese Gruppe eröffnet werden kann. So müsste der Antrag auf eine Betriebserlaubnis bei der Gemeinde gestellt werden, deren Erteilung an verschiedene Bedingungen geknüpft sei. Die Gemeinde müsse erst einmal erkunden, ob überhaupt Bedarf für diese Kleinkindergruppe bestehe. Nach den bisherigen Vorgesprächen mit der Gemeinde besteht im Verein die Meinung, dass er wohl vorhanden sei, da die bestehenden Kleinkindergruppen im Bereich der Gemeinde Kolitzheim mit ihren Ortsteilen schon ausgebucht seien und deswegen neuer Bedarf bestehe. Sichere Zahlen habe man aber nicht, berichtet Dotzel von einem kürzlich geführten Gespräch mit Bürgermeister Horst Herbert.

Konkret bestehe in Gernach die Aussicht, so Vorsitzende Sandra Dotzel, dass vier Plätze der eventuellen Kleinkindergruppe belegt würden. Man hoffe, dass Kinder aus anderen Ortsteilen dazukommen könnten, so dass die Zahl von sieben Kindern erreichbar wäre. Dann wäre die Einrichtung einer Kindergruppe auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll.

Die Versammlung stimmte mit großer Mehrheit zu, dass man auf die Gemeinde zugehen solle, um weitere konkrete Schritte anzugehen, damit dieses Angebot ab Herbst 2009 verwirklicht werden könne.

Sandra Dotzel berichtete darüber hinaus, dass aufgrund der verminderten Kinderzahl auch das Personal reduziert werden musste.

Außerdem erstatteten Sabine Trüdinger und Elke Hertl Bericht über das vergangene Kindergartenjahr. Deutlich wurde, wie vielseitig die Anregungen für die Kinder sind: In enger Zusammenarbeit mit der Grundschule wird dafür gesorgt, dass der Übergang in die Schule leichter fällt. Regelmäßig gibt es Tage, an denen die Kinder ihre Musikinstrumente in den Kindergarten mitbringen dürfen, an denen gemeinsam das Essen zubereitet wird oder jedes Kind sein Lieblingsspiel von zu Hause mitbringen darf.

Das Kindergartenfest mit dem Motto „Willkommen im Blauland“, war ein Höhepunkt des Kindergartenjahrs. Die Dorfbevölkerung nahm daran regen Anteil, ebenso an der Feier des Namenspatrons des Kindergartens, des Hl. Franziskus.

Das neue Kindergartenjahr 2008/2009 steht unter dem Motto „Wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt, bleibt dumm“. Am 14. Juni soll das Kindergartenfest sein.

 

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