Köstliche Pfirsiche aus Lindach

08.08.2009

LINDACH 08.08.2009

 

Köstliche Pfirsiche aus Lindach

Obstbauer Reinhold Bedenk erntet wahre Prachtexemplare

Der Pfirsich ist eine köstliche Frucht, sowohl optisch als auch geschmacklich. Seine samtig-weiche, gelbe bis rötliche Haut wirkt appetitanregend, sein saftiges, wohlschmeckendes Fruchtfleisch erfüllt, was die Optik verspricht. Mitteleuropäer holen sich diese Obstsorte meist als Importware aus dem Supermarkt. Dennoch gibt es auch in Deutschland kleine Oasen, in denen diese Südfrucht erfolgreich angebaut wird.

                     

Wo Wein wächst, gedeiht auch der Pfirsich, heißt eine Grundregel. Die hat sich der Gärtner im Obstbau, Reinhold Bedenk aus Lindach zu eigen gemacht. Seit 15 Jahren betreibt er Obstbau; der Pfirsich aber ist erst 2004 zu seinem Sortiment gekommen. An 70 Pfirsichbäumen biegen sich die Äste von der Last der Früchte, die eine Größe erreichen wie noch nie zuvor.

Das Pfirsich-Jahr, so Reinhold Bedenk, ist heuer optimal verlaufen. Zu danken ist das erst einmal dem langen und konstant kalten Winter. Normalerweise blüht der Pfirsich wegen seiner südlichen Herkunft schon Mitte März. „Meist fällt in unseren Breiten dann noch ein Nachtfrost hinein und zerstört die Blüte“, erklärt der Obstbauer.

Späte Blüte war günstig

Heuer war das nicht so. Im kalten März ließ der Pfirsich seine Knospen lieber geschlossen. Sie öffneten sich erst um den 10. April, zusammen mit der Zwetschge, was sehr ungewöhnlich ist. Und seitdem konnte sich der Pfirsich ungestört von allen Wetterunbilden entwickeln. Sehr förderlich ist einer guten Pfirsich-Ernte auch der Standort. Der Baum mag sandigen Lehm. Böden, wo das Wasser sich staut und die Umgebung des Baums zu feucht macht, hat er nicht so gerne.

Ein bisschen ist der Ernteerfolg im Pfirsichbau natürlich auch dem Anbauer und seiner Arbeit zu verdanken. Reinhold Bedenk hat den reichen Behang rechtzeitig ausgedünnt, sonst hätte er zwar noch mehr, aber dafür viel kleinere Pfirsiche geerntet. Wichtig sind auch der richtige Schnitt der Bäume vor dem Austrieb und die Bewässerung während der Wachstumszeit. Für ausreichend Nass in Bedenks Plantage sorgt eine Tröpfchenbewässerung.

Kupfer gegen Kräuselkrankheit

Natürlich hat der Pfirsich auch Feinde. Der gefährlichste ist die Kräuselkrankheit, die ein Pilz verursacht. Wie der Name sagt, fangen sich die Blätter an zu kräuseln, assimilieren nicht mehr richtig, so dass die Frucht nicht genügend Nährstoffe bekommt. Auftreten kann diese Krankheit schon ab Jahresbeginn, wenn es wärmer als zehn Grad wird.

Reinhold Bedenk behandelt den Pilz mit Kupfer, ein Mittel, wie es auch im Biobau zugelassen ist. „Bis zur Blüte kann es durchaus sein, dass ich drei- bis viermal spritzen muss“, sagt Bedenk. Doch jetzt kann der Anbauer den Lohn seiner Mühen ernten. Das meiste Obst geht in Frischemärkte in der Stadt – nach Schweinfurt, Würzburg und Nürnberg.

Einen Teil der Ernte verkauft Bedenk auch direkt ab Hof. „Auf verschiedenen Festen habe ich die Leute schon mal probieren lassen, und sie waren begeistert“, berichtet der 38-Jährige, der außer dem Pfirsich auch Zwetschgen, Mirabellen, Kirschen, Ringlos, Äpfel und Birnen bei Lindach anbaut. Der große Geschmacksvorteil des heimischen Pfirsichs liegt für Bedenk in der Kürze der Zeit zwischen Ernte und Verzehr. „Importierte Pfirsiche werden geerntet, lange bevor sie reif sind, legen dann lange Wege zurück und sind beim Essen um den Kern herum oft schon richtig matschig.“ Zum richtigen Zeitpunkt geernteter Pfirsich sei dagegen fruchtig, fest und saftig.

Allerdings hat Reinhold Bedenk auf seiner Plantage manchmal auch ungebetene Erntehelfer. „Gerade die äußeren Baumreihen waren schon leer, als ich anfing zu ernten“, erzählt er. Im wahrsten Sinne des Wortes gefruchtet hat da ein witziger Appell an die Obstdiebe: „Wenn du mich willst, dann pack' mich ein, doch schmeiß was in mein Kästchen rein.“ Und tatsächlich liegt fast immer etwas in der aufgestellten Box, wenn Reinhold Bedenk nachschaut.

Das Stichwort

Pfirsich Hinter dem scheinbar deutschen Wort „Pfirsich“ verbirgt sich der Perser. Sowohl der lateinische Begriff „malum Persicum“ als auch der griechische „m?lon Persikón“ heißen übersetzt „persiscer Apfel“. Ursprungsland des Pfirsichs ist trotzdem China, wo seine Kultur schon um 2000 v. Chr. bekannt war. Über Persien gelangte die Frucht nach Griechenland und Südeuropa. Nach Mitteleuropa brachten ihn die Römer. In Deutschland gibt es nur sehr wenige ausgesprochene Pfirsichkulturen, eher schon Einzelbäume in Gärten oder im Weinberg.

 

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