Kolitzheimer wollen keinen Windräder-Wald

23.03.2009

Mainpost 21.03.2009

 

KOLITZHEIM

Kolitzheimer wollen keinen Windräder-Wald

Gegen Vorranggebiet im Regionalplan

 

Mit der Fortschreibung des Regionalplans der Region 2, zu der Würzburg und auch Kitzingen gehören, beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung. In diesem Plan sollen die Gebiete festgelegt werden, in denen Windkraftanlagen gebaut werden können, sogar Vorrang haben oder auch für diese Nutzung ausgeschlossen werden.

 

Ein solches Vorranggebiet soll am nördlichsten Zipfel der Gemarkung Gaibach, nördlich der Gemeindestraße Wadenbrunn/Öttershausen und östlich der Gemeindeverbindungsstraße Öttershausen/Lindach, „vor unserer Haustür“, wie Bürgermeister Herbert sagte, ausgewiesen werden. Der Bereich grenzt an die Gemarkungen Zeilitzheim, Kolitzheim, Lindach und Stammheim. Der Ausweisung des Vorranggebietes wird nicht zugestimmt, beschloss der Gemeinderat einstimmig. Begründet wird die Absage vor allem auch damit, dass die vorgegebenen Regularien nicht eingehalten werden. So wird der Mindestabstand zu Wohngebäuden von 800 Metern weder zum Gut Wadenbrunn, noch zum Ortsrand Kolitzheim eingehalten. Auch der Abstand zum Gewerbegebiet Kolitzheim liegt unter 300 Meter. In unmittelbarer Nähe und nicht mindestens 200 Meter entfernt ist auch die Staatsstraße zwischen Kolitzheim und Gaibach.

 

Weiter weist die Gemeinde Kolitzheim bei ihrem Einspruch darauf hin, dass bei einer Ortsumgehung von Volkach, Gaibach und Kolitzheim die westliche Strecke favorisiert wird, und ein Vorranggebiet für Windkraftanlagen die Trassenfindung erheblich erschweren, ja sogar entgegenstehen würde. Auch bei Schwanfeld gebe es dieses Problem, sagte Werner Knoblach, der in dieser Gemeinde Schwanfeld arbeitet. Diese Vorranggebiete würden häufig an die Landkreisgrenze gesetzt. Seiner Meinung nach gibt es topgrafisch bessere Punkte. „Nicht vor unsere Nase“, meinte auch zweiter Bürgermeister Martin Mack.

 

Über das Konjunkturpaket II informierte Bürgermeister Horst Herbert weiter seine Räte. Konkret werde für die Gemeinde Kolitzheim nicht viel herauskommen, so seine Meinung. Privilegiert seien vor allem Bildungsstätten und finanzschwache Gemeinden und die schlechtesten Gebäude hätten Vorrang. Das Paket scheine vier- bis fünffach überzeichnet zu sein. Die bedürftigen Gemeinden werden größere Chancen haben, meinte auch Werner Knoblach, der als Kämmerer ebenfalls bestens informiert ist. Grundschulen und Kindergärten der Gemeinde Kolitzheim seien saniert und nur wenige energetische Maßnahmen wären möglich, war das Resümee Horst Herberts. Eventuell könne man in der Schule in Zeilitzheim eine alte Kunstglasfront im Treppenhaus ersetzten. Auch der Austausch der alten Holzfenster im Kellerbereich der Grundschule Herlheim und die Dachdämmung, sowie die Anschaffung einer Wärmepumpe zusätzlich zur Ölheizung komme vielleicht in Frage. Maximal 20 Prozent an Heizkosten könnte eingespart werden.

 

Sorgenkind Nummer eins sei der Kindergarten Kolitzheim, führte Herbert weiter aus. Hier sei alles alt und schlecht und es gebe keine Wärmedämmung. Das Problem hier sei allerdings das gemischt genutzte Gebäude. Bei einer Förderung durch das Konjunkturpaket werde das Gebäude flächenmäßig aufgeteilt und nur für den Kindergartenbereich gebe es Zuschüsse. Es sei fraglich, so Herbert, ob die Kirche hier bei einer energetischen Sanierung mitmache, bei der sie die Hälfte der Kosten tragen müsse. Besser wäre ein Abriss und Neubau, ist die Meinung des Gemeindeoberhaupts. Dies gehe allerdings nicht mit dieser Förderung. Bei der Hauptschule und dem Kindergarten Gernach sei die Nachhaltigkeit einer Sanierung nicht gewährleistet, weshalb hier eine Förderung ebenfalls nicht in Frage komme.

 

Horst Herbert ging auch auf die Situation im Kindergarten Gernach ein. Hier soll eine Kleinkindergruppe für Kinder von null bis drei Jahren errichtet werden. Bis jetzt seien allerdings nur zwei Kinder angemeldet. Mindestens sieben bis acht Kleine wären nötig. Man erwarte, dass auch Kleinkinder aus anderen Dörfern gebracht werden, hoffte hier ein Gernacher Rat.

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