Lustige Ereignisse von den Staren

11.11.2008

Mainpost, 11.11.2008

 

LINDACH

Lustige Ereignisse von den Staren

 

Kirchweihprediger waren in Lindach wieder in Aktion

„Liebe Leut', heut ist's endli' soweit, in Lindi it wieder Kerwa-Zeit!“, so reimten die Kirchweihprediger Mike Endres und Martin Hellert, die jüngsten „Staren“ der Dorfjugend. „Staren“, nach den munteren, frechen Vögeln werden in Lindach jene Burschen und Mädchen benannt, die neu in den Kreis der Kirchweih-Dorfjugend aufgenommen werden. Und die müssen meist auch gleich die alljährliche Kirchweihpredigt auf dem Dorfanger vortragen. Die jungen Kirchweihprediger machten ihre Sache gut.

 

In wohl gesetzten Reimen und auch entsprechend pointiert gaben sie die Ortsereignisse zum Besten.
 


Bilder von der Lindacher Kirchweih
Beim Dichten und Zusammentragen der Predigt-Inhalte halfen selbstver-ständlich im Vorfeld der Kirchweih auch die anderen Jugendlichen des Obstbaudorfes nach Kräften mit. Neben den Kirchweihpredigern stimmte auch die örtliche Blaskapelle des Kulturvereins unter der Leitung von Walter Strauß das diesmal sehr zahlreich erschienene Publikum auf die Martini-Kirchweih im Kreuzpfadort ein.

Mit Hallo durch die Straßen

Um die Bevölkerung auf das Ereignis des Jahres aufmerksam zu machen, fuhren die Jugendlichen erst einmal mit mehreren Traktorgespannen und den bunt geschmückten Kirchweihfichten mit lautem Hallo durch die Straßen des Ortes. Anschließend bekam die Dorfkirche St. Antonius ihren Baumschmuck. Auch die beiden Gaststätten und die Anwesen der örtlichen Gemeinderäte wurden mit geschmückten „Kerwabaam“ bedacht. Selbstverständlich verlief das Aufstellen der Bäume recht feucht-fröhlich, denn die beiden Gemeinderäte ließen sich nicht lumpen und sorgten reichlich für Speis und Trank. Danach traten die Kirchweihprediger in Aktion. Ihre erste Glosse handelte von einem recht kuriosen Ereignis mit dem Titel „Mike holt alle mit dem Traktor ab!“ Der Hintergrund: Im Sommer hatten die Dorfjugendlichen beschlossen, einen Ausflug zum Wasserski-Paradies nach Tulba zu machen. Man bewältigte die weite Strecke mit dem Traktorgespann. Am Ziel mussten die Gaudiburschen allerdings feststellen, dass das Wasserski-Paradies an dem Tag ausgerechnet Ruhetag hatte. Das hinderte die Burschen aber nicht, doch noch zum Ziel zu gelangen. Mit einigen Bocksbeuteln bestem Lindacher Kreuzpfad wurde der Pförtner der Anlage bestochen und die Jungs konnten Wasserski nach Herzenslust fahren. Allerdings wurde es inzwischen duster und zum Heimfahren zu spät. Somit mussten die Traktor-Touristen auf einer Waldwiese campieren.

Die nächste Glosse handelte von einem verdutzten Mitbürger, der mit dem Flieger in den Urlaub wollte. Doch am Flughafen musste er feststellen, dass sein Flug schon am Tag zuvor gewesen wäre.

Das Fass rollte den Berg hinab

Ein anderer Ortsbewohner erwarb vor der Weinernte ein zusätzliches Plastikfass, damit er den gesamten Rebensaft auch unterbringen konnte. In Volkach lud der Mann es auf seinen Autoanhänger. Doch zu Hause merkte er, dass das Fass fehlte. Es war unterwegs den Volkacher Berg hinuntergerollt, wie er zu seinem Leidwesen erfahren musste. „Die Moral von der Geschicht: vergiss das Festzurren nicht!“, reimten die Kirchweihprediger.

Auch ein örtlicher Winzer wurde gehörig aufs Korn genommen. Die Prediger reimten: „Den Wengert hegen und pflegen, das ist des Winzers Pflicht, doch ein Winzer tut das nicht! Deswegen gab's schon, das ist kein Bluff, von RTL einen Telefon-anruf. Sie wollten den Wengert als Dschungelcamp käff!“

Auch die Fußballsenioren feierten den Klassenerhalt etwas zu ausgiebig. Deshalb musste bei der Polizei eine „SoKo Lindach“ ins Leben gerufen werden. Mit den Reimen „So nun wisst ihr, was passierte in diesem Jahr, wer was angestellt oder unschuldig war. Wir hoffen, ihr stellt im kommenden Jahr wieder was an, damit der eine oder andere auch erwähnt werden kann! Nehmt's uns bitte nicht krumm, denn das wär doch zu dumm, wenn wir hätten nichts mehr zu lachen und wir nur über Trübsinn uns Gedanken zu machen!“, verabschiedeten die Jugendlichen die Predigtbesucher.

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