Mit hohem Tempo durch die Webseiten

20.12.2008

Mainpost 20.12.2008

 
STAMMHEIM
Mit hohem Tempo durch die Webseiten
Die ersten schnellen Internetzugänge sind geschaltet
 
(vgs) Die Bürgerinitiative „Kabelgebundenes DSL für Stammheim“ hat es gemeinsam mit der Stammheimer Bevölkerung geschafft, eine zukunftsorientierte Verkabelung für den Internetzugang nach Stammheim zu bringen. Quälten sich die Stammheimer bis vor kurzem mit ISDN- (64 kBit/s) oder DSL-Light-Geschwindigkeit (384 kBit/s) durch die Internetseiten, so können die sie künftig mit 6000 bis 16000 kBit/s im Internet surfen.
Im Herbst 2007 gab die Deutsche Telekom die Kosten für das Projekt zur Anbindung von Stammheim an das DSL-Netz mit rund 120 000 Euro an. Selbst war sie bereit zwei Drittel selbst zu investieren. Den Rest sollte die Gemeinde Kolitzheim übernehmen. Diese verweigerte jedoch die Finanzierung der Deckungslücke und forderte von der Telekom eine Gesamtlösung, die alle Gemeindeteile mit einschließt. Der Kostenvoranschlag für diese große Lösung lag bei ca. 1,2 Millionen Euro, mit einem Gemeindeanteil von etwa 400 000 Euro. Da dies nach Ansicht von Bürgermeister Horst Herbert und seinen Gemeinderäten nicht finanzierbar waren, favorisierten sie eine kostengünstigere Variante mittels Funk-Technologie über den Zabelstein. Die Gemeinde verweigerte die Kostenübernahme auch, weil dies in den Augen Herberts gegen das Wettbewerbsrecht verstößt.
Bürgerinitiative gegründet
Aus diesem Grund formierte sich in Stammheim die Bürgerinitiative „Kabelgebundenes DSL für Stammheim“. Deren sechs Mitglieder – Stefan Ebert, Alfred Hackenberg, Bernhard Moller, Winfried Seißinger, Gerd Völk und Norbert Weissenseel – wollten die Verwirklichung der neuen Netztechnik über Glasfaserkabel für Stammheim vorantreiben. Neben der Sondierung alternativer Ausbauvarianten stand bei der „BI“ die Zusammenarbeit mit der Gemeinde im Mittelpunkt. Dies war notwendig, da die Telekom ausschließlich mit Kommunen den Kooperationsvertrag über den Ausbau des Netzes vereinbart. Nachdem die Gemeinde im März 2008 das positive Signal für die Unterzeichnung des Vertrages gegeben hatte, ging die „BI“ daran, in Stammheim die DSL-Interessenten abzufragen und einen festgelegten Betrag von diesen einzusammeln.
Gemeinderat fordert Bürgschaft
Der Kooperationsvertrag wurde nach zähen Verhandlungen zwischen der Gemeinde und der Telekom geschlossen. Zusätzlich forderte der Gemeinderat von den Mitgliedern der „BI“ eine schriftliche Bürgschaft über den Deckungsbetrag ein. Über den Sommer 2008 hinweg galt es für die „BI“, möglichst viele Stammheimer ins Boot zu bekommen, um den Kostenanteil jedes einzelnen möglichst niedrig zu halten. Ging man nach der Infoveranstaltung Ende Februar noch von etwa 120 Interessenten aus, so konnte die „BI“ bis Oktober 180 Teilnehmer für die gemeinsame Sache gewinnen. Am Ende beteiligten sich 176 Haushalte mit je 230 Euro und vier Betriebe mit je 500 Euro an der Finanzierung des Projektes.
Geld zurück erstattet
Mitte Oktober war dann der Spatenstich für die Verlegung des Glasfaserkabels und die Errichtung der neuen Verteilerschränke. In Betrieb genommen wurde das neue Netz am 13. Dezember. Da die „BI“ durch die enorme Beteiligung der Stammheimer Bevölkerung mehr als den Deckungsbetrag eingenommen hatte, wurde ein DSL-Richtfest im Musikerheim abgehalten. Dabei wurden die überschüssigen Mittel zurückerstattet.
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