Solarstrom-Pioniere sonnen sich im Erfolg

03.09.2008
Mainpost 03.09.2008

KOLITZHEIM

Solarstrom-Pioniere sonnen sich im Erfolg

Parlamentarische Umwelt-Staatssekretärin im Kolitzheimer Photovoltaik-Kompetenzzentrum

 

Nicht nur der Solarenergie-Markt generell sieht einer sonnigen Zukunft entgegen, auch das Photovoltaik-Kompetenzzentrum Kolitzheim wächst und gedeiht kontinuierlich. An der Wadenbrunner Straße sind die europaweit agierenden drei Firmen Beck Energy, Blitzstrom und S & F (Solar und Fotovoltaik) unter einem Dach vereint. Über die Unternehmensgruppe informierte sich jetzt auf Einladung von MdB Frank Hofmann bei einer Betriebsbesichtigung die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug.

Die drei Firmen, die sich in Kolitzheim auf dem ehemaligen, mittlerweile stark erweiterten ABA-Betriebsgelände angesiedelt haben, beschäftigten momentan rund 160 Mitarbeiter in Deutschland. Hinzu kommen 140 Beschäftigte in Spanien. „Tendenz steigend“, so Martin Zembsch, Geschäftsführer Finanzen und Vertrieb der Blitzstrom GmbH. Die gute europaweite Auftragslage stimmt ihn optimistisch.

Alles rund ums Modul

 

„Unser Business ist alles rund ums Modul, aber nicht börsengetrieben, denn wir fühlen uns in unserem privaten, mittelständischen Umfeld wohl“, so Zembsch als einer von insgesamt vier Geschäftsführern im Photovoltaikzentrum. Lediglich die Produktion der Module überlässt man anderen. „Powering the future“ lautet das Credo der Macher in Kolitzheim.

 

Der Standort Kolitzheim, so Martin Zembsch auf eine Frage von Frank Hofmann, sei die goldene Mitte für die Mitarbeiter im Raum Schweinfurt und Kitzingen gewesen. Außerdem habe man hier auf dem ehemaligen Gelände der Firma ABA gute bauliche Voraussetzungen vorgefunden. Martin Zembsch gewährte der Parlamentarischen Staatssekretärin aus dem Umweltbundesministerium bei der Firmenpräsentation und Führung einen kleinen Einblick in die Unternehmensphilosophie. So setzt man in Kolitzheim vor allem auf die Dünnschichttechnologie der US-Firma First Solar mit einer Produktionsstätte in Frankfurt/Oder. Sie sei im Gegensatz zur Siliziumtechnologie mit geringeren Herstellungs- und damit geringeren Investitionskosten verbunden und verfüge über einen höheren Wirkungsgrad im Teillastbereich sowie eine hohe Lebenserwartung. Ein weiterer Vorteil der Dünnschichtmodule sei der geringere Verschmutzungsgrad durch die rahmenlose Bauweise. Auch werde in der Firma alles für die lineare, also gleichmäßige Ausrichtung der Module zur Sonne ohne Verschattung als weitere Voraussetzung für die höchstmögliche Effizienz getan. Sei ein einziges Modul verschattet, habe dies negative Auswirkungen auf die gesamte Kraftwerksanlage.

 

Kostenloses Recyclingprogramm

 

Eines der wichtigsten Vertriebsargumente, so Zembsch, sei das kostenlose Rücknahme- und Recycling-Programm für die First Solar-Dünnschichtmodule. Was die Aktivitäten außerhalb Deutschlands in Spanien, Frankreich, Griechenland, Italien, Rumänien oder Tschechien anbelangt, so suche man in diesen europäischen Ländern die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern vor Ort.

 

Der Geschäftsführer bestätigte Astrid Klug, dass bis heute noch kein einziges Solarkraftwerks-Projekt der Firmengruppe am Protest der Einwohner gescheitert sei. Normalerweise würden aber die klassischen Kraftwerke mitten in der Natur und nicht wie in Kolitzheim, weil betriebsbedingt, vor der Haustür stehen. An der weithin sichtbaren und auffälligen Anlage vor den Toren Kolitzheims mit einer auf Freifläche und Dächern erzeugten Leistung von 1,775 Megawatt hat sich übrigens zu 50 Prozent die Überlandzentrale Lülsfeld als heimischer Energieversorger beteiligt.

 

Ein Solarkraftwerk funktioniert wie folgt: Solarzellen erzeugen aus dem Sonnenlicht elektrische Energie (Gleichstrom). Wechselrichter wandeln den Gleich- in Wechselstrom um. Der Stromzähler registriert den erzeugten Solarstrom, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Die Vergütung erfolgt entsprechend dem Erneuerbaren Energie-Gesetz (EEG).

 

Die Technologieführerschaft des Kolitzheimer Photovoltaikzentrums im Solarbereich machte Zembsch zum Beispiel an den 40 Patenten auf diesem Gebiet fest. Eine unternehmenseigene Abteilung kümmere sich um die Forschung und Entwicklung etwa von Wechselrichtern oder möglichst vieler der benötigten Arbeitsmaschinen und Werkzeuge, um nur einige Beispiele zu nennen.

 

Kommunal-Leasing

 

Zum Schluss nutzte Martin Zembsch die Gelegenheit, um im Beisein der Parlamentarischen Staatssekretärin für das Kommunal-Leasing zu werben, statt die Flächen zu verpachten. So können die Gemeinden, ohne Eigenkapital mitbringen zu müssen, etwas für die Umwelt und für ihren Haushalt tun. Und wenn die Kommunen anfangen, die Dächer zu belegen, dann denken auch die ortsansässigen Betriebe nach, so Zembsch.

 

Weitere Infos im Internet unter: www.beck-energy.de www.blitzstrom.de www.sf-umwelt.de

 

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