Spuren im Winzerort hinterlassen

18.03.2009

Mainpost 17.03.08

STAMMHEIM

Spuren im Winzerort hinterlassen

 

Pfarrer Wendelin Lieb nach neuen Jahren in den Ruhestand verabschiedet

 

Mit einem Gottesdienst verabschiedete sich Pfarrer Wendelin Lieb von seiner Pfarrgemeinde. 48 Jahre wirkte er als Priester, die letzten neun Jahre in den Winzerorten Stammheim und Lindach.

Mit Blasmusik und Fahnenabordnungen der Vereine geleiteten die Stammheimer ihren Pfarrer zur seinem letzten Gottesdienst als Pfarrer von Stammheim in die Pfarrkirche St. Bartholomäus. „Vor neun Jahren“ so Pfarrer Lieb „wurde ich mit viel Freude empfangen. Diese Freude hat sich bis heute gehalten“, sagte der 72-jährige. Lieb bedankte sich bei allen Stammheimern, die in den vergangenen neun Jahren mitgewirkt haben, die Kirche menschlicher zu machen, denn „an der Menschlichkeit wird die Kirche gemessen.“ Besonders dankte Wendelin Lieb Monsignore Paul Leuchs, der stets in die Bresche sprangen, wenn er verhindert war.

Die meisten seiner 48 Jahre als Pfarrer habe er in Gemeinden gewirkt, die am Main lagen, sagte Lieb. Und er sei auch in Stammheim gerne am Main spazieren gegangen. Der Main habe ihn geprägt, so Lieb, und ihn stets daran erinnert, dass alles fließt und vorübergeht. Lieb appellierte an die Stammheimer, seinem Wahlspruch „Hauptsache ist, dass Hauptsache bleibt, was Hauptsache ist“ auch künftig zu folgen.

Bürgermeister Horst Herbert dankte dem Ruheständler am Ende des Gottesdienstes im Namen der Gemeinde Kolitzheim für seine seelsorgerische Tätigkeit und bescheinigte Lieb eine Portion Schlitzohrigkeit im Bemühen, ein geschickter und guter Botschafter im Namen des Herrn zu sein. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Bernhard Seißinger sagte in seiner Abschiedslaudatio, Pfarrer Wendelin Lieb habe in den neun Jahren in Stammheim und Lindach „die Moderne in der Pfarrgemeinde platziert“. Er holte Mädchen in den Ministrantendienst und forderte mehr Frauen in den Kirchengremien, zeigte mit Rorate, Gemeindemission oder Pfarrfamilienabenden Facetten der lebendigen Kirche auf und öffnete mit dem Umbau der Stammheimer Kirche das Kirchenschiff für die Menschen, lobte Seißinger. Auch die Kirchturmuhr werde eine stete Erinnerung seines Wirkens in Stammheim bleiben. Pfarrer Lieb sei der 22. Pfarrer in der 222-jährigen Geschichte der Pfarrgemeinde gewesen und werde auch als der Pfarrer in Erinnerung bleiben, der die Blasmusik, die Feste und auch den Wein liebte.

Während Liebs Amtszeit wurden in Stammheim das Jubiläum 750 Jahre Stammheimer Kirche, die Altarweihe und der 70. Geburtstag von Pfarrer Lieb ausgiebig gefeiert. Lieb habe aber auch die Freude am Glauben in der Pfarrgemeinde neu entfacht. „Mit Pfarrer Wendelin Lieb und seiner Schwester Emilie verlassen zwei Menschen den Winzerort, die Spuren hinterlassen haben“, stellte Bernhard Seißinger fest. Er verabschiedete Pfarrer Lieb nicht mit einem Lebewohl, sondern mit „Auf Wiedersehen“ und dankte ihm für seinen Einsatz als Stammheimer Pfarrer. Nach dem Gottesdienst ging der Festzug zurück zum Pfarrheim. Dort hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, sich vom Pfarrer zu verabschieden. Die Gelegenheit nutzten auch die Kinder des Kindergartens, die ihren „lieben Pfarrer Lieb“ mit Liedern und Geschenken in den Ruhestand entließen.

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