Wo Musik sich frei entfaltet

07.04.2009

 

Mainpost 7.4.2009
 
HERLHEIM
Wo Musik sich frei entfaltet
Chöre aus fünf Orten gaben in der Herlindenhalle Kostproben ihres Könnens
Laut dem Motto „Wo Musik sich frei entfaltet“, erlebten die Besucher einer Serenade des Gesangvereins Herlheim einen bunten und abwechslungsreichen musikalischen Abend in der Herlindenhalle. Der Zeitraum des dargebotenen Liedgutes umspannte 800 Jahre. die Lieder stammten von Komponisten und Textschreibern aus verschiedensten Ländern und wurden in unterschiedlichsten Rhythmen und Sprachen vorgetragen. Ausnahmslos ernteten die Chöre vom Publikum begeisterten Applaus.
„Musik erfüllt die Welt“, ein englisches Volkslied, erklang als Auftakt vom gastgebenden Chor, ehe Vorsitzende Rita Ebert, die souverän durch das Programm führte, die Gäste begrüßte. Als ehemaliger Chorsänger hob zweiter Bürgermeister Martin Mack in seinem Grußwort hervor: „Singen ist Medizin. Wer regelmäßig singt, bleibt länger gesund.“
Frühling und Liebe besungen
Mit „Eine kleine Melodie“ setzten die Gastgeber dann das Programm fort, ehe der Kolpingchor aus Zeilitzheim an der Reihe war. Nach der sehnsuchtsvollen „Ballade an die Heimat“ reisten die Zeilitzheimer mit „In stiller Nacht“ nach Wales, ehe sie dann bei „Cum Decore“ den Frühling und die Liebe besangen.
In unterschiedlicher Besetzung, als Frauen-, Männer- und gemischter Chor sorgte der Gesangverein Kleinlangheim für Abwechslung, auch beim Liedgut. „Und keiner soll reden“ meinten die Frauen, während die Männer mit „Der Frater Kellermeister“ den Wein besangen. Zusammen erzählten sie von „Drei guten Dingen“ und wünschten sich „Süßes Lieb, o komm zurück“.
Vom Gesangverein Sulzheim erklang dann „Das kleine Veilchen“, ein Volkslied aus Frankreich, dessen Satz von Karl Haus aus Schonungen stammt. „Landsknecht-Ständchen“ und „Questa dolce Sirena“ versetzte das Publikum nach Italien in die Zeit der Renaissance, ehe bei „Anne Mareiken“, einem holländischen Volkslied, ein leichtlebiges Mädchen besungen wurde.
Mittelalterliche Weise
Laut neuester Forschung soll der mittelalterliche Sänger Walther von der Vogelweide in Herlheim gelebt haben. Ihm zu Ehren trug der Gesangverein Herlheim mit „Die Minne ist nicht Mann noch Weib“ eines seiner Werke vor, dem mit „Sing a song“ eine ganz andere Weise folgte. „Sing und Swing im Chor“ und eine interessante Version von „Ein Stern der deinen Namen trägt“ bekam das Publikum vom Männerchor Zeilitzheim zu hören. Mit „The lions sleep tonight“ und „Mich trägt mein Traum“ (Original: I have a dream von Abba) hatten die Sänger dann weiter die volle Aufmerksamkeit des Publikums.
„Was woll'n wir auf den Abend tun“ fragte als letzter Gastchor der Gesangverein Grettstadt beim zeitgenössischen fränkischen Volkslied von Gustav Gunsenheimer aus Schweinfurt. „Viele verachten die edele Musik“ und das bekannte „Freude schöner Götterfunken“ waren weitere Beiträge der Grettstadter, denen zum Schluss „Bona Nox“ folgte. Darauf reimt sich „bist ein rechter Ochs“ und stammt von keinem Geringeren als Wolfgang Amadeus Mozart.
Nicht im Programm aufgeführt, dafür aber umso begeisterter vom Publikum honoriert, war der Auftritt des Grettschter Dreigesangs (Norbert Kraus, Wolfgang Dürr, Albin Hofmann). „Weil's endli' wieder 'nauswärts geht“, freuten sie sich über den Frühling und erzählten vom Schäfer und seinem Schäferkarren. Von einer falschen Liebe und deren Folgen erfuhr das Publikum bei „Schorsch Du musst jetzt nach Amerika“.
Langjährige Treue
Für langjährige Treue zum Gesangverein wurden im Laufe des Abends auch aktive und passive Mitglieder ausgezeichnet. Seit 40 Jahren singt Maria Schmitt im Verein und wurde hierfür von Sofie Schuchbauer vom Fränkischen Sängerbund ausgezeichnet. Die im vergangenen Jahr gestorbene Sängerin Doris Rippstein erhält die Auszeichnung für 40 Jahre posthum. Für zehn Jahre Singen wurde Brigitte Pfister geehrt. 50 Jahre passives Mitglied im Verein ist Arnold Heß. 25 Jahren dabei sind: Erhard Fledering, Josef Fledering, Manfred Huttner, Hans Ixmeier, Ewald Kopp, Bruno Ludwig, Rudi Pfister und Franz Schuster.

„Singen wir ein Lied zusammen“. Mit diesem Kanon aus den USA beendeten alle Anwesenden gemeinsam den offiziellen Teil des Abends.

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